Verständnisende

Verständnis ist eines der Worte, deren Bedeutung in den vergangenen Wochen ausgehöhlt worden ist. Pegida und dem ganzen Käse sei dank. Doch ganz unabhängig davon, dass so viele Worte heutzutage nichts mehr bedeuten, weil sie schnell und arglos herausgesprochen werden („Europa“), ist mein Verständnis für den Fußball á la Eintracht Frankfurt dahin.

Rückblick: Anfangs war es der Zufallsfußball, den ich anprangerte. Trainer Thomas Schaaf ließ irgendetwas spielen, da war kein Konzept, keine Idee, keine strukturierte, durchdachte, gar gesteurte Vorgehensweise erkennbar. Als nach Wochen des Grauens das Planlos-Gegurke über Bord geworfen war, ließ man einfach sämtlichen Anflüge von Disziplin fahren und entschied sich für Harakiri-Fußball. Das riss für die kommenden Spieltage das Ruder rum, insofern als dass man sich dem Abstiegsmorast einstweilig entzog.

Zurück zum Hier und Jetzt: Für die Winterpause war jedem Blinden klar, woran (massiv) gearbeitet werden muss, was taktisch, konzeptionell und ja, auch personell getan werden müsste. Nach Wochen der Unklarheit, des Vagen sehen wir, das tatsächlich nichts geschehen ist. Die Schwächen waren, sind und bleiben die Schwächen – die Stärken jedoch gibt es nicht mehr. Anstatt Planlos-Fußball wird einfach wieder die Schleuse geöffnet und man schaut mal, was am Ende herauskommt. 1:4, 4:1 – es wird mit den Schultern gezuckt, als ob es Gott alleine wäre, der die Würfel schmeißt und in dessen Wahl man sich zu ergeben hat.

Wie um alles in der Welt kommt der Trainer – schon wieder – auf die absurde Idee, zur Halbzeitpause auf 4-4-2 samt Raute umzustellen? Aus einer Situation heraus, wo man das Spiel zwar nicht, wie nun gerne behauptet wird, dominierte. Aber so sehr unter Dampf stand der Kessel nicht in den ersten 45 Minuten. Das änderte sich mit dem Seiten- und Systemwechsel schlagartig. In der 47. Minute hätte Schmid schon das 1:1 erzielen müssen, 15 Meter vor dem Tor schoss er (nach Pingpong von der linken Abwehrseite und Kopfballvorlage von Bamba Anderson) knapp am Pfosten vorbei. Da nahm das Desaster bereits seinen Anfang, nicht erst mit dem Elfmeter (ebenfalls durch das Gewürge auf dem linken Flügel verursacht) zum 1:1 oder dem zuvor verpassten 2:0 durch schlampiges Aigner-Abspiel.

Zwei Interpretationen lasse ich gelten: a) Man verlor das Spiel in Halbzeit eins, wo man einem mauen, dünnen Gegner nicht das 2:0 beibrachte, nach der Führung zu lasch agierte. b) Man verlor das Spiel durch die Schaafsche Systemumstellung (gepaart mit dem grundsätzlich zu matten, lustlosen Auftritt der Spieler).

Jetzt sollte man den Spielern auf jeden Fall erstmal ein paar Tage frei geben. Kopf leeren und so, war schließlich eine lange, anstrengende Vorbereitung. Zu dumm, dass es eine englische Woche mit noch zwei weiteren Partien ist. Da ist mit Freizeit aufgrund des Spieplans recht wenig. Dumme Sache, das. Aber wenn sie sich in Trainerstab und Spielerkader vielleicht noch diese eine Woche gedulden, könnte man nach dem Augsburgspiel ja mal eine ganze Woche freimachen. Es gibt schließlich keine Schwächen in diesem Team. Oder aber sie sind so eklatant, dass sie in vier Wochen Training nicht in den Griff zu bekommen waren und sind. Vielleicht, wer weiß, ist dass da in Freiburg ja schon das beste uns Mögliche gewesen? Vielleicht war das das Resultat aus 4 Wochen Verbesserung.

Wie so oft bleibt nur zu hoffen, dass sich 3,4 schlechtere Bundesligisten finden, damit man nicht ganz unten reinrutscht. Bewegen, nach vorne, kann dieser Verein selbst ganz offenkundig gar nichts. Europa? Lachattacken, Hohn und Spott nach dieser Leistung, völlig egal ob man sich ergebnistechnisch gegen Wolfsburg rehabilitiert.

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