Das Gemetzel bleibt aus

Kevin Trapp hat seinen Vertrag bei Eintracht Frankfurt verlängert. Bis 2019 läuft das neue Arbeitspapier. Und eine Ausstiegsklausel wird es ziemlich sicher geben, im Abstiegsfall sowieso. Nach Felix Wiedwalds angekündigtem Wechsel zu Bremen, war das letztlich notwendig. Bruno Hübner hätte eine andere Entscheidung in seiner Sportdirektor-Funktion auch nicht überlebt. Eine Pressekonferenz nur Stunden vor dem Anpfiff des Spiels gegen Wolfsburg einzuberufen, ist indes nur so zu deuten, dass man die alles andere als fröhliche Stimmung der 35 000 Zuschauer fürs Dasein im Stadion heben will. Dass die je nach Spielverlauf drohenden Unmutsäußerungen eingedämmt werden.

Sicher, so ziemlich jeder rechnet heute sowohl mit einer Niederlage als auch mit einer Trotzreaktion die Leistung betreffend. Die Minuten 46 bis 90 in Freiburg waren schließlich ein Offenbarungseid der Schwäche, wie man sie schon mehrfach in dieser Saison sah. Paderborn, Hamburg, Stuttgart seien als Beispiele genannt. Ergo werden wir heute ein vielleicht verlierendes Team aus Frankfurt sehen, aber eines, dass sich (mehr) reinknien wird als im Breisgau. Eigentlich aussagekräftig genug, dass man so etwas wie Willen und Bereitschaft überhaupt thematisieren muss. Ein bisschen könnte es so werden wie gegen den FC Bayern in der Hinrunde: Auf die Mütze bekommen, aber mit dem Gefühl, dass sich etwas getan hat, dass da gegen andere Mannschaften etwas zu erreichen ist.

Einzig die Aussagen der Spieler können einem Angst machen. (Inhaltlich nicht gänzlich von der Hand zu weisende) Schuldzuweisungen, Mahnungen und patziges „sollen wir jetzt vor Wolfsburg Angst haben?“ (Trapp) lassen wenig Gutes erahnen. Vielleicht ist das Team aber auch „nur“ derart genervt vom (abermaligen) ver-coachen von Trainer Thomas Schaaf, dass solche Aussagen kommen müssen. Immerhin geht der Zwischensprint von Eintracht Frankfurt, der einen fürs Erste aus dem Abstiegsstrudel hievte, auf die Interention der Spieler selbst zurück. Nun, mit den Eindrücken aus Vorbereitung und Rückrundenauftakt, kann man das Gefühl haben, es sei wieder ein anderer Geist eingezogen (jedenfalls wenn man sich die Umstellungen zur Halbzeit in Freiburg anschaut, siehe: Inui plötzlich Achter, kein klarer Außen mehr).
Heute wird sowieso personell etwas verändert. Als Rechtsverteidiger kommen nicht viele in Frage. Makoto Hasebe wäre der einzige, der es könnte – spielte er dort in eben jenem Wolfsburg immer mal wieder. Doch ist der Japaner ebenso der einzige Kicker, der so etwas wie Ruhe und Struktur in das Harakiri-Team bringt, bringen kann. Opfert man also den stabilsten Mittelfeldmann? Zumal, wenn der Ersatz dann wohl Slobodan Medojevic hieße? Es wären zwei veränderte Schrauben in einem fragilen Gebilde. Es wäre nur eine, den RV zu ersetzen. Mit wem auch immer. Bamba Anderson? Not, Not, Not …

In den 105 Minuten ab 20 Uhr geht es jedenfalls um Punkte, klar, und um Eindrücke. Ein neuerliches Gemetzel wird es, da lehne ich mich aus dem Fenster, nicht geben. Wenn doch, hole ich schonmal den Spaten und grabe.

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