Einzelkritik vs. VfL Wolfsburg

Kevin Trapp: Da der Gegner auffällig unpräzise abschloss, einige aussichtsreiche Zuspiele verdaddelte, musste er kaum eingreifen. Die Flachschüsse kamen direkt auf ihn, einmal klärte Zambrano vor ihm. Machtlos beim Gegentor. Wirkte etwas präsenter als gegen Freiburg, das ist aber reine Interpretation.

Carlos Zambrano: Als ob nie etwas gewesen wäre, räumte er in der Verteidigung auf. Stand gut, musste daher auch nicht sehr robust und resolut dazwischengehen. Unaufgeregter Auftritt, so wünscht man es sich häufiger.

Marco Russ: Bärenstarke Partie, gekrönt vom Höhepunkt-Spielzug der SGE-Saison als er ein 80-Meter-Solo mit einem Heber, der auf der Linie geklärt wird, abschließt. Defensiv fehlerlos, nur einmal gegen Dost zu spät – das war knapp. War neben Hasebe und Zambrano der beste Eintrachtler.

David Kinsombi: Anfangs mit Problemen, da brach Perisic drei, vier Mal problemlos zur Grundlinie durch. Dann immer besser, schaltete den Kroaten völlig aus. Krampfte Mitte der zweiten Halbzeit, was vom Trainer ebenso fahrlässig wie folgenreich ignoriert wurde; das war Auslöser für den Gegentreffer. Nicht die Schuld des jungen Spielers, er war eben völlig platt.

Bastian Oczipka: Hatte immer mal wieder Mühe mit Gegenspieler Caliguri, steigerte sich im zweiten Abschnitt. Vor allem, als Aigner auf seiner Seite anstatt Inui spielte, kam Wolfsburg nicht mehr durch. Nach vorne eine gute Vorlage auf Meier.

Makoto Hasebe: Überragend. Er fing viele Angriffe ab, durch gutes Stellungsspiel und clevere Zweikampfführung. Umsichtiger, wenn auch glanzloser Ballverteiler. Der vielleicht beste defensive Mittelfeldspieler der vergangenen Jahre, das zeigte er nicht zum ersten Mal.

Stefan Aigner: Der Duracell-Hase machte und tat wie gewohnt viel. Guter Auftritt, biss sich rein. Hatte nicht so viele Aktionen wie man das kennt, lief aber viele Lücken zu und versuchte Rodriguez so gut es geht zu fordern.

Takashi Inui: Jeckyl und Hyde sind Witzfiguren gegen ihn. Er reiht drei haarsträubend schlechte Abspiele aneinander um dann ein starkes Solo mit gutem Pass (zum Aigner-Tor) zu spielen. Seine Abschlüsse bleiben ein Ärgernis, oft zu verspielt. Defensiv (!) diesmal jedoch ungwohnt präsent, gipfelnd in einer super Grätsche gegen Aaron Hunt.

Marc Stendera: Recht blass. Wenig Impulse im Offensivspiel, schwache Standards. Beackerte immerhin seinen Gegenspieler, blieb gallig dran. Die Auswechslung (Bamba Anderson) war folgerichtig und personell wie taktisch sinnvoll. Dem jungen Mann fehlt neben dem Tempo/Antritt in den Beinen noch die Geschwindigkeit im Kopf. Wer will es ihm angesichts der Jugend verdenken?

Haris Seferovic: Schwaches Spiel des Schweizers. Legte einmal gut auf Inui ab, kombinierte einmal mit Russ besagten Top-Spielzug – das war es dann aber auch. Zog einmal sinnfrei aus 20 Metern ab, wo er auf Inui querlegen hätte müssen, womit er eine sehr gute Torchance vergeigte. Auch in der Rückwärtsbewegung nicht mehr so auffällig und agil wie in der Hinrunde.

Alexander Meier: Ohne große Aktion. Ein guter Abschluss gelang, mehr nicht. Litt unter der defensiveren Grundausrichtung, arbeitete aber dementsprechend mehr und viel nach hinten, zweimal sogar als Linksverteidiger gefordert.

————–

Thomas Schaaf: Seine Entscheidung der Nicht-Auswechslung(en) in den letzten zehn, 15 Minuten haben dem Team zwei Punkte gekostet. Der am Boden krampfende, draußen behandelte David Kinsombi musste sich in diesem Zustand einem eingewechselten, frischen Marcel Schäfer (80 Prozent Zweikampfquote) erwehren. Das musste misslingen, was es auch tat. Auch Marco Russ, der in dieser Szene nicht mehr hinterherkam, war für jeden Zuschauer sichtbar, mit den Kräften am Ende. Und ich kann den Einwänden nicht folgen, Medojevic wäre zu fehleranällig, Madlung zu langsam, Kadlec unpassend zum System. In allen Fällen gilt: Dann gehören sie nicht auf die Bank, wenn die Grundskepsis derart groß ist, gehören sie vermutlich nicht mal in den Profikader. Dass Johannes Flum (abermals), der für diese Schlussviertelstunde auch als taktische Waffe beste Mann, nicht mal auf der Bank saß, muss sich der Trainer als Kritik ebenso gefallen lassen wie die Schuldzuweisung des Doppel-Nichtwechsels. Schaaf kann keine Spielverläufe lesen, das unterscheidet ihn etwa von Armin Veh, der sehr oft die richtigen Ein- Auswechslungen tätigte – zugegeben auch manches Mal, um Anfangs-Aufstellungsfehler zu korrigieren. Insgeamt hat man, das ist natürlich wiederum Verdienst von Schaaf, gegen Wolfsburg nun mehr erreicht als man hoffen konnte. Punktemäßig und spielerisch gleichermaßen. Die Enttäuschung überwiegt trotzdem, weil es zum wiederholten Male so gelaufen ist, wie es gelaufen ist. Die Zähler fehlen, zumal für mehr als einen Rang rundum die ab sofort verschmähten Plätze 11, 12,13.

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3 Kommentare

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3 Antworten zu “Einzelkritik vs. VfL Wolfsburg

  1. akloppi

    Ist Oczipka unser neuer Pressesprecher oder was? Mir geht das auf dem Keks, jeden Tag: „Oczipka blickt nach oben“, „Das Umschaltspiel ist unser Problem“, „Oczipka warnt vor…“. Der soll sich mal um sich kümmern und sich mit konstant guten Leistungen um einen neuen Vertrag bewerben.

    • Du sprichst da etwas an, dass mir auch schon seit Monaten auffällt. Oczipka wird auffällig oft zitiert, daher offenbar häufig vorab von Journalisten angesprochen. Das werte ich mal als Indiz, dass man sich da a) informatorisch etwas näher steht und dass das b) dafür sorgt, dass er in der Leistungsbewertung stets diesen Ticken besser wegkommt bzw. (Stellungs)Fehler ignoriert werden. Man mag sich halt.
      Ist ja auch okay und nicht unüblich, jedoch sehe ich es wie du: Er sollte mal zusehen, sich zu verbessern und das konstant(er) zu zeigen, was er Ende der Hinrude mal 2,3 Partien lang spielte. DAS war sehr gut, unbekommen. Das meiste andere seit mehr als 2 Jahren schwankt zwischen übel und solala.

  2. Olli

    Alles Gute, Bennie Köhler 😦

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