Fugger fuddeln Frankfurt fodd

In Augsburg warten keine guten Erinnerungen auf die Eintracht-Spieler. Seit Jahren sieht man gegen den FCA kaum Land. Und das, obwohl man das Team von Markus Weinzierl nach wie vor als gefühlten Besiegen-Muss-Gegner wahrnimmt. Dieses Bauchgefühl, dass 16 von 17 Augsburggegnern wohl genauso in sich tragen, dürfte ein Faktor für den Erfolg der Schwaben (!) sein. Flächendeckend und dauerhaft werden sie unterschätzt; das sind jene fehlenden zehn Prozent Leistung(sbereitschaft) der Gegner, die auf diesem Niveau über Spielverlauf und Spielergebnis entscheiden. Resultat: Klarer Europa-Kurs des FCA, eben weil diese Mannschaft auch konstant gut spielt und regelmäßig fett punktet. Der FCA kennt nur Sieg oder Niederlage – ein Unentschieden gab es in 19 Spielen noch nicht. Mit einem Kader, der auf einem Etat fußt, der – natürlich – unter dem der Frankfurter liegt.

Obwohl der Fan also in sich drin den Glauben, die Erwartung an ein positives Resultat für die Eintracht trägt, droht in Augsburg Ungemach in Form einer Schlappe. So recht wahrscheinlich ist es nicht, dass da wenigstens ein Punkt für die SGE drin ist. Und das liegt weniger an der Augsburger-Anti-Remis-Bilanz und der Duell-Historie, als an den Eindrücken der ersten Rückrundenpartien. Freiburg, dazu ist alles geschrieben, das war einfach miserabel. Von diesem Niveau ausgehend war es gegen Wolfsburg wesentlich besser, aber man sollte das nicht überhöhen. Gerade deshalb nicht, weil Wolfsburg in den vielversprechenden Abschlüssen, von denen sie vier, fünf hatten, und den Abspielen rund um den 16er sehr unrpäzise wurde. Flache Kullerbälle aus zwölf Metern, trotz freier Schussbahn auf Kevin Trapp oder in die Beine von Carlos Zambrano oder Marco Russ, Fehlpässe und Missverständnisse ab 20, 25 Meter vor dem Tor. Gut für die Eintracht, sicher auch Resultat der Leistung der Frankfurter, aber Indiz für die eigene Stärke? Die Leistungsfähigkeit der Mannschaft ist kaum noch einzuschätzen, zu extrem und zu regelmäßig schwankt diese. Auf mies folgt starkt folgt mau folgt verbessert. Nur zwei Dinge bleiben gleich: Die Null bekommen sie nicht gehalten, ihr Spiel bekommen sie nicht zu Ende gespielt.

Stabilität, Ausgewogenheit – das sind die Schlagworte, die das Handeln von Thomas Schaaf in der Winterpause beschäftigten sollten, was sie aber scheinbar erst nach dem Desaster in Freiburg getan haben. Es zeichnet sich jedenfalls, wieder einmal, eine personelle wie systemische Umstelung ab. Aus dem 4-1-4-1, das Schaaf in Freiburg, wieder einmal, in ein 4-4-2 mit Raute wandelte bevor das Spiel dann einriss, wird wohl ein 4-2-3-1. Die Doppelsechs dürfte aus Makoto Hasebe und Marco Russ bestehen, wofür Marc Stendera weichen würde müssen. Ob Haris Seferovic dann ganz nach vorne rückt und Alexander Meier auf seine Lieblingsposition zurückkehren dürfte, schlöße sich als Frage an. Die Herausrochade von Stendera wäre jedenfalls nachvollziehbar. Trotz allen Mühens und des Einsatzes, gerade auf seiner Position läuft das Spiel zu passiv, es läuft häufig an ihm vorbei. Ganz selten, dass er mal einen seiner guten Pässe spielen kann. Wenn dann noch die Standards, für die er einst gefeiert wurde und gefürchtet war, so schwach kommen wie seit geraumer Zeit (Freiburg ausgenommen), gehen die Argumente pro Stendera nach und nach aus. Er agiert eben nicht auf der Sechs, sondern auf der zentral offensiven Position – das erfordert etwas mehr Aktivität, Teilnahme, Impulsgebung nach vorne.

Das ist kein grundsätzliches Misstrauensvotum, eine Demission gegenüber Stendera. Er ist jung, talentiert und wird sehr bald ein größerer Faktor. Vielleicht bleibt er es ja auch, weil Schaaf nicht dementsprechend umstellt. Letzteres wäre irgendwie logisch, hat er doch zuletzt das Sinnvolle häufiger – folgenreich – ignoriert.

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