Gefährliche Mixtur

Die geschätzten Kollegen der Frankfurter Rundschau bewerten den Sport, den Eintracht Frankfurt betreibt als „Kinderfußball“.

Da sage nochmal jemand, ich sei hart in meiner Analyse! Das Wort Kinderfußball kommt von Fachleuten, von Leuten die seit Jahren täglich mit dem Sport, dem Verein, den Aktiven zutun haben. Diese Einschätzung, liebe Leser, kommt von Kennern, nicht von einem in den Stunden nach einem Spiel hochemotionalisierten Eintracht-Fan.

Ich bilde mir durchaus ein von diesem Sport und auch von Eintracht Frankfurt etwas zu verstehen. Ein bisschen was. Über Abläufe, Taktiken, Aufstellungen. Ich könnte mit nichten ein Team oberhalb der B-Jugend trainieren, aber traue mir durchaus zu das Gesehene realistisch einschätzen zu können. Von daher, Kinderfußball, bin ich mit meiner Kreation des Zufallsfussballs quasi synonym bei den Fachleuten am Start.
Und leider ist es die einzig treffende Bezeichnung. Denn das, was auch gegen Augsburg geschah, basiert auf Zufall. Beleg sind die zwei SGE-Tore. Wohingegen in der Rückwärtsbewegung schlicht Orientierungslosigkeit herrscht. Die Grundlagen, das Spielverständnis geht diesem Team ab. Da weiß niemand so recht wie er wann wo zu stehen hat. Resultat ist das beständige und problemlose Durchmaschieren durchs Eintracht-Mittelfeld. Die ärmsten Säue sind die Innenverteidiger und der Torwart. Bei dem Permanent-Druck, der sogar aus Nichtigkeiten heraus entsteht, ist es fast unmöglich 90 Minuten fehlerfrei zu bleiben.

Im gleichen Zug gelingt nach vorne nichts mehr, ein Spielaufbau ist nicht zu erkennen. Viele lange Bälle, viele vergebliche (Aigner)Dribblings, das wars zumeist. Gegen Augsburg, wo die zweite Hälfte von manchem zur Erstarkung verklärt wird, war das auf die Spitze getrieben sichtbar. Das erinnerte frappierend an die Partie gegen Paderborn. Da war, auch zwischen 46. und 92. Minute spielerisch ganz ganz wenig.

Und es ist bemerkenswert, dass das alles unabhängig von Systemen/Formationen und Personal geschieht. Wer da nun spielt und in welcher Grundausrichtung, ist fast egal.

Diese Mixtur ist kreuzgefährlich, sie ist Kennzeichen eines Absteigers.

Jedoch, und das macht Mut: Das Team hat den 2. und 4. der Tabelle nun schon gespielt, jeweils nicht verloren. Die Comeback-Qualitäten sind vorhanden, die Moral ist so ziemlich das einzige was stimmt bei der SGE. Wenn sich das Team nach dem Schalke-Spiel endlich fängt, stabiler und konstanter wird, ist alles gut. Denn dann folgt die in der Hinserie so vergeigte Phase gegen die Kellerkinder und (tatsächlichen) direkten Konkurrenten. Paderborn, Stuttgart, Mainz, Köln und Co.
Dort entscheidet sich, was der Mix die Mannschaft kostet, ob die Unberechenbarkeit eher gut oder eher schlecht ist.

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