Die Defensiven prallen aufeinander

Auf die Gelbsperre für Carlos Zambrano folgt der krankheitsbedingte Ausfall von Bamba Anderson. Ein Gutteil der Innenverteidigung liegt damit brach. Somit werden Marco Russ und Alexander Madlung in der Innenverteidigung auflaufen, abgeschirmt von einem semi-malden Makoto Hasebe auf der Sechs und unter Druck gesetzt vom Wackeldackel-Duo Bastian Oczipka und Timothy Chandler auf den Außenverteidigerpositionen – da macht einem M&M in der Zentrale irgendwie noch die wenigsten Sorgen.

Das investorensympathische Schalke 04 wird also am Samstagabend bespielt. In den Stunden zuvor werden Verkleidete quer durch die Republik Rathäuser erstürmt, Passanten geelendet und sicher so manchen Anreise-Zug überfüllt haben. Was ist gegen das Team von Trainer Roberto di Matteo, der wie so viele Menschen der Eintracht seinerzeit angeblich schon ihr Ja-Wort gaben (Patrick Helmes, remember?), für diese Frankfurter auszurichten? In den vergangenen Tagen durfte man interessiert lesen, dass Schalke ja defensiv, destruktiv, doof spiele. Aha. Weil eine Mannschaft die Priorität auf Abwehrarbeit, die gegen Gegner auf diesem Niveau viel schwerer beizubehalten ist als impulsives Sturmgelaufe, wird reflexartig die Optik- und Stilnoten-Keule geschwungen. Ermüdend. Fakt ist, dass Roberto di Matteo aus diesem in der Hinrunde lange unsteten Team (Schalke, nicht Frankfurt) ein stabiles und sehr erfolgreiches Konstrukt geformt hat. Defensiv, destruktiv, doof werden sie also in Frankfurt auf- und antreten, die Gelsenkirchener. Wenn sich die Beobacherschar da mal nicht täuscht. Die Rückwärtsbewegungs-Probleme der SGE sind bis in die Hessenliga bekannt (und vermutlich ausnutzbar), nun kommen Personalsorgen hinzu. Minus uns minus gibt auch in diesem Fall nicht plus. Sobald Schalke am Offensivhahn dreht, könnte es mitunter schnell gehen was ein Gegentor angeht. Und wenn die SGE in dieser Partie hintenliegen sollte, könnte das – auch angesichts des mittlerweile wieder erlahmten Angriffsspiels – sogar eine Vorentscheidung sein. Der grundsätzlichen und guten Comeback-Qualität müsste sich ein anno 2014/2015 selten gesehenes strukturiertes und wuchtiges Offensivspiel hinzugesellen.

Sicher, Eintracht Frankfurt hat die Chance, gegen Schalke zu punkten. Gegen die Topteams schlug man sich bislang deutlich besser als gegen Kellerkinder. Auch qualitativ muss man nicht vor Erfurcht erstarren, da kann man im Gros durchaus mithalten. Ein Remis ist möglich, muss auch das Minimalziel sein. Dafür muss, zugegeben, schon recht viel und sehr viel mehr passen (als zuletzt). Trotzdem: Angesichts der Rückrundenergebnisse, der wachsenden Summe an Unentschieden und dem Zusammenrücken des Tabellenkellers bzw. der Punktesammlung von Trümmertruppen wie Bremen und Hamburg, wird für die Eintracht ein Sieg bald überlebenswichtig sein. Gegen Schalke muss der Dreier nicht kommen, das wäre eine vermessene Maßgabe. Die – mal wieder – für die Saison (vor)entscheidende Phase schließt sich an den kommenden Spieltag an.
Europa, Rang 7 oder gar 6, ist angesichts all dessen was man 20 Spieltage lang sehen konnte, sowieso außer Reichweite. Im Gegensatz zu den Abstiegsrängen, zu denen der Abstand nach und nach bröckelt. Um die böse Zone so lange und deutlich wie möglich hinter sich zu lassen, braucht es (ab nächster Woche) Siege. 34, 35 Punkte könnte es für die Relegation diesmal sogar brauchen. Besser, man hat die 36-Zähler-Marke so weit vorher übersprungen, wie irgend möglich. Einwände?

Jetzt aber erstmal Fokus auf Schalke 04 (was so schön klang, als es im DFB-Pokal einst Schalke 06 getauft wurde …)

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2 Kommentare

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2 Antworten zu “Die Defensiven prallen aufeinander

  1. Florian

    zum Glück ging das gut. Es wäre doch schwer zu verkraften gewesen, wenn der Eintracht in dieser Saison gegen die Gelsenkirchener Unsympathen vier Punkte geklaut worden wären.

Diskussion

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