Forsch fröhlich

Die Bundesliga – die Gefahr läuft ihren Seelenrest durch weitere Anstoßzeiten-Zerstückelung zu verlieren – ist schon seltsam. Hü, hott, rauf, runter, Euphorie, Frust: alles im Wochenwechsel. Jedenfalls für Fans der Teams, deren größte Sorge die März-oder-April-Meisterfeier ist.

Siehe Hannover. Vor der Winterpause dicke drin im Rennen um Rang 7/6, nun – nach einer konservativ-kühlen Heimniederlage gegen Paderborn – mit Augen im Keller. Das ist zwischen Platz 7 und 17 eine Sache von 2,3 Wochen. Kurze Schwächephase, und man steckt im Abstiegskampf. Im Umkehrschluss, siehe SV Trümmer Bremen verhilft eine Siegesserie zum Europacup-Aspirantentum. Und in Mitten dieser Gemengelage steht Eintracht Frankfurt. 9., ohne direkten Anschluss an die EL-Plätze, ohne unmittelbare Abstiegskampf-Angst. Geht die Saison so zu Ende, muss man anerkennend applaudieren und kann ein dickes „Daumen hoch“ zeigen. Rang 9 – das wäre fürwahr super.

Und doch: 2011 hat uns SGE-Fans gebrandmarkt. Nie wieder, so die, die den längsten Abstieg der Welt miterlebten, schlimmstenfalls diesen orakelten, werde man zu lange schweigen, sich zu lange in Sicherheit wiegen (lassen). Wenn es eine Fangruppe weiß, wissen sollte, wie schnell man von passenden Ergebnissen in das Tränental stürzen kann, dann die unsere, liebe Leser.

Dennoch: Eintracht Frankfurt hat sich nun, nach dem Sieg gegen Schalke, in eine bemerkenswerte Position befördert. Der Spielplan ist günstig, drei harte, weil formstarke Brocken hat das Team schon gespielt, die tabellarisch schwächeren Gegner kommen erst noch bzw kommen ab sofort. Die Ausbeute bis hierher ist sehr gut. Nun darf keine Kopie der Hinrunde eintreten was die bevorstehende Saisonphase – jedenfalls deren zweiten Teil – angeht.
Erstmal geht es ins ungeliebte Mainz, ein Pflaster das ähnlich erfolgversprechend ist, wie Augsburg. Da wäre, Tabelle hin, Ambition und Hoffnung her, ein Punkt mehr Erfolg als Misserfolg. Dann geht es gegen den unsäglichen Hamburger SV und nach Köln. Hat man als SGE tatsächlich etwas vor anno 2015, sprechen wir aus den drei Partien von Minimum fünf, eher sechs Zählern Ausbeute. Bliebe man wenigstens ungeschlagen, dürfte sich das Abstiegs-Thema jedenfalls so gut wie erledigt haben (ich wiederhole aber: diesmal wird es durchaus 25,36 Punkte für den fixen Klassenerhalt brauchen).
Nach diesen Partien stehen jene in der Hinrunde so vergurkten Spiele an, wo die Bilanz miserabel war: gegen Stuttgart, Paderborn und Hannover waren Ergebnisse und Spielweise übel. Sechs, sieben Punkte aus den Aufeinandertreffen (zusätzlich zur oben genannten Vor-Ausbeute) und Eintracht Frankfurt mischt mit beim Kampf um Rang 7 / 6. Werden es drei bis fünf Zähler, sieht es eher nach Baum und Borke, also Perspektive Position 9 / 10 aus. Weniger als drei und man landet eher zwischen 10 und 12 am Ende.

Wäre es nicht Eintracht Frankfurt, könnte man angesichts der sich bietenden Chance(n) zuversichtlich, gar forsch fröhlich werden. 12 von 18 möglichen Punkten aus den nächsten sechs Spielen – das lässt die Mundwinkel nach oben zeigen. Utopisch ist so eine Ausbeute nicht. Sie steckt in dem Team, im Bereich des von den Spielern machbaren. Der Faktor, das Hemmnis der Tatsache dass man diese Sprungbretter in 95% der Fälle nicht nutzt, spricht gegen die Erfüllung des Machbaren.

Nach Mainz, wo man irgendwo mit einem nicht so sollen Spiel rechnen muss, wird es richtungsweisend. Bis dahin sollten auch Haris Seferovic und wer-auch-immer im linken Mittelfeld so etwas wie Form gefunden haben. Sonst ist das hier Gesagte eh perdu.

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