Kapitel Kadlec

In der Faschingszeit, die ja nun auch vorüber ist, wird allenthalben viel gescherzt. Manch richtig schlechtes Ding ist dann dabei, Brecheisen-Witze, für die man sich schämt. Dass es sich bei der nun fixen Ausleihe von Vaclav Kadlec nach Prag um einen Aschermittwochs-Kalauer handelt, ist aber nur im übertragenen Sinne Realität. Die Nachricht ist real, so amüsant sie auch anmutet. Denn was genau heute oder in den letzten Tagen anders ist als, sagen wir zwischen Dezemeber und dem 31. Januar, bleibt unklar. Am Status und der Leistungsbereitschaft des Tschechen (rund 4 Millionen Euro Ablöse seinerzeit) änderte sich jedenfalls nichts. Was jedoch anders ist als in den Vorwochen: Selbst auf dem Transfermarkt aktiv werden, einen Ersatzmann zu verpflichten, ist für die Eintracht nun nicht mehr möglich. Außer vielleicht aus dem Oman. Oder von den Freien Turnern Braunschweig, mit denen man ja sehr gute Erfahrungen machte vor einem Jahr.

Parole: Alexander Meier und Haris Seferovic in Watte packen – und hoffen. Aber man hat ja noch – irgendwann im März, bei voller Leistungsfähigkeit vielleicht so im April – Nelson Valdez. Den (Flügel)Dauerläufer, der das Tor nicht trifft. Und natürlich Stefan Aigner, der ebenso wie andere das Spiel in der Sturmspitze geradezu liebt. Luca Waldschmidt, der Name wird sicher auch heute noch zig Mal fallen. Dass der Junge öfter verletzt ist als dass er auf dem Trainingsplatz steht, sollte aber zur Einordnung gesagt sein.

Was die Eintracht sich von diesem Schritt verspricht, bleibt schleierhaft. In der Offensive, für das Projekt „oben festbeißen ;-)“ fehlt nun eine Alternative. Klar, dafür müsste Kadlec wenigstens im Kader sein oder hin und wieder Minuten bekommen. Bekam er nicht, also macht sein Abgang (noch) keinen Unterschied. Sobald sich einer der beiden Großgewachsenen vorne verletzt … Nunja. Das Kapitel Kadlec dürfte, nimmt man die Vorleistungen und Entwicklungen der letzten Monate (ja schon zu Armin Vehs Zeiten), durch sein. Das Prager Schaufenster soll wohl eher dazu dienen, dass ein anderer Klub – vielleicht ja auch die Prager selbst – im Sommer noch 1,5 oder zwei Milliönchen überweist.

Unrühmlich ist (auch) dieser Transfer, dieses „Scouting“ einmal mehr gelaufen. Und jetzt hoffen wir auf den Fußballgott, dass er den Fußballgott und den Irrwisch an seiner Seite bis Mai und darüberhinaus gesund und in Form bleiben lässt.

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Ein Kommentar

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Eine Antwort zu “Kapitel Kadlec

  1. Florian

    nun, sonst hätte da eine zu nichts zu gebrauchende beleidigte Leberwurst gesessen, und im Sommer hätte der Klauselkönig vermutlich den Vertrag noch in beiderseitigem Einvernehmen gelöst.

    Die Reaktionen auf FB und Co. sind aber schon befremdlich. Kadlec ist zwar seit 2013 so ziemlich alles schuldig geblieben, was man von ihm erwarten konnte, das scheint aber – analog zu Weltfußballer Caio – wieder nur an zwei schlechten Trainern zu liegen, die sein Talent verkannten und ihm nie eine Chance gaben. Verstehe ich nicht. Muss man sich als Eintracht-Fan einreden, dass jemand gut sein muss, wenn er teuer war?

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