Das Spiel sezieren

Bleiben wir sachlich, widmen wir uns den konkreten Spielsituationen der Eintracht in Mainz. Schauen wir uns an, was passiert ist, wieso und womit das zusammenhängt. Weg von der Erregung hin zur Aufarbeitung. Kühl, trocken, aber auch schonungslos.

1. Der Ausgleich
Ballverlust, langer Steilpass, Abseits-Aufhebung, Langsamkeit – war alles sicht- ubd erklärbar. Wichtig ist die Antwort auf die Grundsatzfrage: Bei 1:0 Auswärts-Führung rückt die Viererkette bis leicht über den Mittelkreis – wieso?

2. Die Mainzer Führung
Ein plumpes Foul von Marc Stendera führt zu einem Freistoß, der nur auf eine Weise ausgeführt werden kann: scharf aufs Tor gezogen. Für einen Rechtsfuß eröffnen sich zwei Varianten, entweder aufs kurze Fünfereck flanken und auf die Kopfballverlängerung setzen, oder schießen. Da aus dieser Position die Flanke einem Schuss gleichkommt, muss der Torwart das kurze Eck zumachen, selbst oder mit einem Spieler am Pfosten. Abseits ist angesichts der Position sowieso kein Thema. Dass das Tor so fällt wie es fällt, ist also kein Zufall, kein Pech, es ist ein klarer Torwart-Fehler. Oder aber, da die Eintracht seit Wochen schon ohne Pfosten-Abdeckung bei Ecken spielt, eine Traineranweisung und geht somit mit auf dessen Kappe.

3. Das 3:1
Wie schon gegen Freiburg ersteht der Treffer aus kollektiver Konfusion und Unsicherheit. Letztlich kann in der Zentrale, keine 20 Meter vor dem Tor, niemand einen seelenruhig trabenden Malli auch nur angreifen.

4. Der generelle Spielverlauf
Anfällig hinten, harmlos vorne. Das, was von August bis November galt, gilt seit Januar wieder. Es gibt keinerlei Spielidee, es ist nicht sichtbar auf welcher Spielweise der Angriffs-Schwerpunkt liegt. Sind es lange Bälle, sind es Flachpass-Kombinationen, sind es Konter, sind es Standards? Nichts davon existiert, es ist eine Melange, ein wirrer, weil konzeptloser Mix. Der Ballführende, egal ob IV, AV oder DM spielt den Pass nach eigenem Gusto nach vorne, gerne halbhoch und lang, damit der Passempfänger – fast immer Aigner – eine kurze Ablage spielt und dann ein anderer, oft Seferovic oder Chandler, manchmal Stendera einen Steilpass spielt auf den Aigner zuläuft. Das, wie in Mainz gesehen, ist der einzige SGE-Spielzug.

1 Torschuss, Kopball Madlung nach einer Standard, war die Ausbeute der zweiten Halbzeit.
Der einzige Spielzug, den Eintracht Frankfurt (noch) beherrscht, und zwar gegen Mainz wie auch in den Wochen zuvor, geht so:

Verteidiger / Sechser passt den Ball 15 bis 25 Meter halbhoch auf Aigner. Dieser legt in die Mitte ab und geht steil, der Pass aus der Mitte – entweder von Chandler oder Stendera – kommt flach in den Lauf Aigners der dann in die Mitte zieht, querlegt oder abzieht.
Das wars, mehr kann die SGE in dieser Zusammebstellung nicht.

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