Monatsarchiv: März 2015

Eieiei

Man entschuldige das tagelange Schweigen, aber nebst kurzurlaubsbedingter Abwesenheit gibt es derzeit wirklich nichts Berichtenswertes über Eintracht Frankfurt. Jedenfalls nichts, das nicht schon Dutzende Male ins Internet geschrieben worden ist. Wankelmut, Schaaf, System, austrudeln, hochspringendes Pferd … Ansonsten nicht mal ein Personalgerücht, geschweige denn ein fixer Wechsel kann seziert werden. Das Erregenste ist dieser Tage noch die Rückkehr-Spekulation um Rechtsverteidiger Sebastian Jung. Was soll man dazu sagen? Die einen klagen über die Rückholeritis, das anhaltende Kicker-Sonderheft-Scouting der SGE, die anderen richten den Blick auf den spürbaren qualitativen Verlust auf der rechten Abwehrseite seit dem Abgang Jungs.

Ich zähle eher zu Letzteren, jedenfalls was den speziellen Fall Jung angeht. Man überlege sich die Alternative, Patrick Ochs … Oder eine Wundertüte aus, na, Tschechien? Für vier Millionen Euro oder so vielleicht? 😉 Über Jungs prinzipielles Können und Wollen muss man nicht diskutieren. Für eine Motivations- und Biss-Debatte taugt die Personalie nicht.

Und sonst so? Am Samstag gibt es dann halt ein gepflegtes Remis gegen Hannover 96, den Letzten der Rückrundentabelle. Wird reichen um sich dem faktischen Klassenerhalt (36 Punkte) noch ein Pünktchen näher zu quälen und gleichsam der Stolperstein für Hannovertrainer Tayfun Korkut zu sein. Eine weitere Peinlichkeit gegen ein Trümmerteam – wie oft wurde das hier schon geschrieben? – wird sich Eintracht Frankfurt nicht erlauben können. Wehe, wenn der Auswärtsgeist auch mal zuhause durchschlägt – die Zuschauer würden es, zurecht und überfällig, mit den nötigen Gesten und Geräuschen quittieren.

Jedweden überstrapazierten Eier-Vergleich spare ich mir. Das werden die Leute bei Sky oder irgendwelche Hanseln auf Facebook schon früh und oft genug tun.

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Umbruch auf der Bank

Nach dem Eigenlob, dass Eintracht Frankfurt mit fast allen Stammspielern – oder denen, die es mal waren (Bamba Anderson) – die Verträge verlängert hat, lohnt ein Blick auf die bevorstehenden Abgänge. So absurd es nämlich war und ist, dass Trainer Thomas Schaaf und Funktionäre á la Bruno Hübner zuletzt von einem Umbruch (bezogen auf die laufende Saison) sprachen, so sehr wird dieser zur nächsten Saison anstehen. Vier/fünf Abgänge zeichnen sich deutlich ab, drei/vier sind sehr wahrscheinlich.

Felix Wiedwald, Carlos Zambrano, Alexander Madlung, Johannes Flum, Aleksandr Ignovski, Slobodan Medojeciv, Lucas Piazon und Vaclav Kadlec sind diejenigen, die zumindest im Schaufenster stehen, wenn sie nicht – wie Wiedwald – bereits anderswo unterschrieben haben bzw. verhandeln.
Von den Wackelnadidaten dürfte Aleksandr Ignovski als Defensiv-Allrounder sowie Schaaf-Vertrauter die größten Verweil-Chancen besitzen, Slobodan Medojevic folgt aufgrund seines 1,8-Millionen-Euro-Transfergewichts auf dem Fuße. Vaclav Kadlec wird wohl in Prag, zu einem Kleckerpreis, bleiben wollen. Eine neuerliche Leihe von Lucas Piazon kann selbst dieser Verein nicht ernsthaft in Erwägung ziehen.

Wie man anhand der Namen erkennt, betrifft das anstehende Streichkonzert vor allem die Defensive, grundsätzlicher aber noch die Reserve-/Bankspieler, sozusagen die Positionen 12 bis 18.

Die Spekulationen um mögliche Neuzugänge sind bislang ebenso rar wie wiederkehrend:
Im defensiven Mittelfeld ist der ablösefrei zu habende Stefan Reinartz offenbar im Fokus und, wie jedes Halbjahr, wird die Rückkehr von Patrick Ochs als Rechtsverteidiger gerüchtet. Um die Wahrscheinlichkeit(en) solcher Transfers einzuordnen, hier mal zwei vor kurzem gefallende Zitate von Heribert Bruchhagen. „Er hat in Wolfsburg sein wirtschaftliches Glück gefunden“ (zu Ochs), „Er wäre sicher eine Bereicherung“ (zu Reinartz). Möchte man jetzt hermeneutisch tätig werden, dürfte das heißen: Reinartz hätten wir gerne, Ochs nicht. Ob einer vom Kaliber Reinartz, an dem auch Schalke (die a) auf der Sechserposition Handlungsbedarf sehen und b) wohl Roman Neustädter in die Auslange stellen) sowie Köln (Leverkusens Nachbarstadt und dank England-Millionen finanziell relaxt) und Hannover interessiert sein sollen, tatsächlich zu einer Nicht-Europa-Eintracht wechseln würde? Schwer vorstellbar, obgleich bzw. eben weil das ein guter Spieler wäre.

Zuletzt kursierte in Frankfurt jedenfalls die Zahl von vier bis fünf geplanten Neuzugängen. Als Alternative zu Reinartz könnte der Mainzer Julian Baumgartlinger in Frage kommen, der ebenfalls einen auslaufenden Vertrag besitzt.

Für den linken Flügel gebe es die erfahrenen Christian Fuchs und Marcell Jansen für 0 Cent Abslöse. Doch da sieht man sich bei der SGE mit dem Duo Ocizpka/Djakpa im Defensivbereich und Inui (+ Mr.X?) offenbar auch für 2015/2016 gut genug aufgestellt.

Wie ein Damoklesschwert schwebt immer wieder der Name Heiko Westermann, als Innenverteidiger-Ersatz für einen aus dem Duo Zambrano/Madlung, über dem Stadtwald. Dessen Vertrag in Hamburg endet im Sommer. Eine fatale Kombination, wenn man sich die Eintracht-Transferpolitik der Vergangenheit anschaut.

Zu den oben genannten Fußballern gesellen sich jene vier bis sechs Dutzend Profis, die von den (noch lange nicht feststehenden) Absteigern günstig bis ablösefrei zu verpflichten sein werden.
Spekulation: Den SC Freiburg wird es wohl, so schade ich das persönlich finde, treffen. Dort wäre Jonathan Schmid ein geeigneter, ein guter Spieler für den linken Frankfurter Flügel. Ob darüber hinaus noch Vladimir Darida als defensiver Mittelfeldspieler, Admir Mehmedi als Stürmer oder – man erinnert sich an den nach wie vor bundesligsieg-losen – Innenverteidiger Marc-Oliver Kempf tauglich wären, ist diskutabel.
Auch der SC Paderborn dürfte nach der starken Hinrunde dann doch absteigen, womit für das defensive Mittelfeld / die Halbposition der 24-jährige Lukas Rupp als SGE-Neuzugang denkbar wäre, wohl eher als der bereits aus seinem Frankfurter Ignoranz-Intermezzo bekannte Marvin Bakalorz.
Im Gegensatz zu den meisten, sehe ich Hertha BSC Berlin (seit Saisonbeginn) als heißen Abstiegskandidaten. Innenverteidiger John Anthony-Brooks, auf der Sechs Per Skjelbred und/oder der in Wolfsburg und Mönchengladbach ausgebildete aber verletzungsanfällige Tolga Cigerci sowie Valentin Stocker als offensiver Mittelfeldspieler kämen aus diesem Kader zumindest spekulativ in Betracht.

Hätte die Eintracht ihnen nicht den Rettungsanker zugeworfen, wäre der VfB Stuttgart in Bezug auf mögliche Neuzugänge ein El Dorado gewesen. Timo Werner als offensiver Außenbahnspieler oder Stürmer, Vedad Ibisevic, Daniel Ginczek, Mohammed Abdellaoue als Sturm-Optionen, Alexandru Maxim für das Mittelfeld, speziell Standards, für die Defensive der (wieso auch immer) Nationalspieler Antonio Rüdiger … Auch die jungen Leute, die dort seit Wochen auflaufen, werden durch die Spielzeit und Erfahrung nicht schlechter: Timo Baumgartl sei da genannt.

Das sind nun alles nur die Spieler, die man via Kicker-Sonderheft binnen zweistündiger Recherche auf dem Zettel haben kann, haben sollte. Dazu gibt es eine zweite Bundesliga, eine Jugend-Bundesliga und natürlich eine Reihe Auslands-Ligen. Der entscheidende Punkt für Eintracht Frankfurt ist, wie man es auch dreht und wendet, dass endlich a) zwei, drei Spieler mit höherer, dauerhaft hoch bleibender Qualität und/oder b) schnelle, flinke Spieler verpflichtet werden. Bislang hat man besagte konstante Qualität nur in Person von Makoto Hasebe, Alexander Meier und Stefan Aigner, hohe Geschwindigkeit/Wendigkeit nur via Takashi Inui. Von den in diesem Text genannten möglichen Neuzugängen könnten wenige, aber doch der eine oder andere diese Anforderungen erfüllen: Reinartz und Fuchs vor allem was die grundsätzliche Qualität angeht, Timo Werner wäre einer für das Tempo, und nicht nur für das. Schnell und gut ist zudem Freiburgs Jonathan Schmid.

Sobald die Eintracht offiziell das Austrudeln beginnt, kann man ja mal die Namen diskutieren. Die meisten der Genannten dürften eine Entscheidung eh nicht von einer Eintracht-Europa-Qualifikation abhängig machen. Doof halt, dass es Frankfurt selbst ist, welches die Abstiegs(Vor)entscheidung partout vermieden hat.

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Es wird schal werden

Nachdem man in den Unter-der-Woche-Testspielen zuletzt stets – wie etwa gegen Kracher á la Servette Genf – zwei, drei Gegentreffer kassierte, hat Eintracht Frankfurt nun brilliert. Der Nationalmannschaft des Kosovo (!) trotzte man ein 0:0 ab. Das ganze dazu noch auswärts, am Bornheimer Hang. Mit einer Startformation, die gar nicht mal so Y-Prominent auflief, wenn man sich das anschaut. Dazu noch ein paar A-Jugendspieler und natürlich die von einigen bereits als Wunderwaffe erkannte Luca-Waldschmidt-Personalie. Klar it: Ein 0:0 gegen das (?) den (?) Kosovo zeugt doch von einer sichtbaren Lern- und Leistungskurve … oder?

Die Offensive, das wissen wir ja dank Trainer Thomas Schaaf, funktioniert glücklicherweise ja wunderbar, die Spielzüge werden im Sekundentakt zelebriert und beschränken sich keineswegs auf den langen oder wenigstens halbhohen Hieb auf den rechten Flügel … Stopp! Schluss! Zynismus ist nicht jeden Tag aufs Neue angebracht, schon gar nicht wenn man ihn Woche für Woche wieder in Blogform gießt. Man muss das Positive sehen, auch das hat uns der Übungsleiter eingebimst.

Wenden wir uns also, neben dem tollen Unentschieden gegen das (?) den (?) Kosovo, den Stimmungsaufhellern zu. Da wäre zum einen der Mitte April verlorene 8. Tabellenplatz, mit welchem kein Eintracht-Fan vor der Saison gerechnet hätte. Diese Position ist ganz eindeutig mehr als zu erwarten war und auch mehr als man zu träumen hätte wagen können. Die meisten werden diese Mannschaft (am Saisonende) auf irgendetwas zwischen Rang 9 und 13 eingeordnet, getippt haben. Dass man bis Ende März 2015 ein halbes Dutzend Chancen hatte den Anschluss, gar den Sprung auf Europapokalplätze zu erreichen, wird so gut wie niemand prognostiziert haben, im Gegensatz zum Vergeigen aller Möglichkeiten, was wohl jeder SGE-Fan hätte weissagen können. Ein anderer positiver Punkt ist die endgültige, weil nun auch für Vollblinde erkennbare Manifestierung des Alexander Meier als a) Fußballgott und b) Bundesliga-Topspieler. Ein dritter und vielleicht letzter Pluspunkt ist das Bektnnis zu Nachwuchs-Mittelfeldmann Marc Stendera. Dann sei noch erwähnt, dass bei der insgesamt erneut mauen Transferbilanz zumindest Makoto Hasebe ein Volltreffer war und ist, was man auch von Haris Seferovic weitgehend behaupten kann.

Diese guten Dinge werden allerdings eine Saison der liegengelassenen Möglichkeiten nicht schönfärben. Eintracht Frankfurt hat sich dem Schneckenrennen um Europapokalplatzierungen radikal verweigert. Hätte diese Mannschaft auch nur die Hälfte der gegen Trümmertruppen verschenkten Punkte geholt, 11 von bislang 21 (gegen Hannover wird man noch einen fulminanten Zähler aufs Konto schaufeln), wäre sie ganz dick dabei im Rennen um die Plätze 6 und 7. Da sie aber nicht mal das Minimum der benötigten Punkte gegen Trümmertruppen holte, ist das Kurzfristziel nur noch das Erreichen des (quasi) fixen Klassenerhalts, der 36-Punkte-Marke. Ein Sieg gegen Hannover, dann könnte (und würde) die SGE austrudeln lassen. Mittelfristig wäre noch der einstellige Tabellenplatz zu verteidigen, aber die Geschichte mit dem Pferd, das hüpft … Egal wie es nun konkret weiter- und ausgeht mit dieser Spielzeig, es wird ein äußerst fader Beigeschmack bleiben, das Lob für eine etwaig (weil faktisch) gute Saison wird man eher pflichtschuldig über die Lippen bringen können, müssen. Erinnern wird man sich an die Masse der Peinlich-Pleiten.

Am Wochenende ist jedenfalls erstmal familiengerechter Saubermann-Fußball der Hipster-Kicker-Generation um Joachim Löw angesagt. Ergo: Vereins-Fans können sich den verdienten emotionalen Urlaub gönnen. Darauf ein Club Mate.

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Einzelkritik vs. VfB Stuttgart

Kevin Trapp: Trägt die Mitschuld am entscheidenden 1:1, kommt unentschlossen, zögerlich und ungelenk aus dem Tor. Fußballerisch baut er ab, sein Aufbauspiel weist eine unpräzise Streuung auf, die bemerkenswert ist. Abwerfen? Abrollen? Fehlanzeige. Hoch und weit – wie seine Vorderleute.

Carlos Zambrano: In Ordnung, weil auch kaum gefordert.

Alexander Madlung: Wie sein Nebenmann, in Ordnung, weil auch kaum gefordert.

Bastian Oczipka: Starker Zug zum Tor vor dem Führungstreffer, obgleich seltsam quergelegt, da er eigentlich hätte abziehen müssen. Ansonsten war das noch weitgehend ok.

Timothy Chandler: Unterirdisch. Vor dem 1:1 wie so oft zu langsam, auch davor und danach immer wieder überlaufen worden.

Makoto Hasebe: Ordnet, was noch zu ordnen ist, gewinnt die wesentlichen Zweikämpfe und machte eigentlich, wie so oft, keine Fehler. Ging dann mit unter.

Takashi Inui: Wie seit Jahren hat er pro Spiel 100 Aktionen, wovon 99 misslingen. Gewann einen wichtigen Defensivzweikampf, was seine beste gelungene Aktion war. Eine Konter 4 auf 2 zögerlich und lässig liegenlassen.

Stefan Aigner: Bereitete der gegnerischen Defensive immer Schwierigkeiten, ist immer ein Unruheherd gewesen, stets anspielbar und arbeitswütig – zu oft misslingt aber der letzte Pass.

Marc Stendera: Nicht so gut wie in den vergangenen ein, zwei Spielen, aber noch ok. Ist eben nicht der Schnellste, die Standards sind weiterhin ein Ärgernis. Löste sich aber einige Mal gut mit Ball am Fuß und verteilte die Kugel.

Alexander Meier: Erstmals seit Monaten auf der alten Position als Hängende Spitze, funktionierte ganz okay, tat dem Aufbauspiel bis zum Gegentor gut. Jedoch ohne Torgefahr (den gefährlichen Kopfball nach einer Ecke ausgenommen).

Haris Seferovic: Bis zu seinem Tor die zuletzt gewohnte Schrotflinte und ein Pass-Flipper. Danach verbessert.

——

Thomas Schaaf: Keine Ein- und Auswechslungen. Damit ist alles zu seiner Leistung gesagt.

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So viel Positives

Es wird zu viel über das Negative geredet. Das hat uns Trainer Thomas Schaaf ja bereits vor Anpfiff des Spiels gegen Stuttgart wissen lassen. Von daher verbittet es sich nach einer Niederlage gegen den toten Tabellenletzten, der x-ten Peinlich-Pleite Kritik an dem Trainer zu üben.

Auseinanderbrechen als Regelfall? Dem Umbruch, diesem riesigen personellen Aderlass vor der Saison geschuldet. Es wird sowieso zu viel über das Negative gesprochen.

Lasst uns doch einfach glücklich damit sein, nichts erreichen zu können weil man nichts erreichen will.

Ist es eigentlich tatsächlich ein Cassandra-Komplex, wenn man immer und immer recht hat? Lange habe ich, der das Trainerimitat erleiden musste, nicht mehr so einen fussball-taktisch Überforderten an der Seitenlinie stehen sehen. Thomas Schaaf hat 0, aber auch wirklich 0 Zugang zur Defensivarbeit. Und der Mann war als Profifussballer Verteidiger!

Nein, zwischen diesem Team und diesem Trainer funktioniert es nicht. Das wirkt alles wie eine sehr nüchterne Arbeitsbeziehung, der Funke springt nur dann über, wenn 45 000 Fans im Stadion für das Team sind, die Spieler sich für sie reinknien. Diesem Trainer hängen sie nicht an, glaube ich. Die Chemie, die Verbindung die es mit Armin Veh gab, fehlt.
Dieses Gebilde hat nichts emotionalisierendes an sich.

So absurd die Tabellensituation ist (bei Sieg in Schwaben – hahaha!!! – wäre es 1 Punkt bis Rang 6 gewesen), so trügerisch ist sie. Das Gemüse hat Frankfurt nun so gut wie komplett bespielt. Bayern und Co kommen noch vor die Hühnerbrust. 15, 16 Punkte holt dieses Team keinesfalls mehr. Austrudeln lassen, noch 2,3 Punkte holen – Rang 15 reicht ja schließlich. Und wenn es am Ende Rang 9,10,11,12 wird, ist man auch schwer zufrieden. Der x-fach vertanen Chance auf Europa und die damit auch verbundenen Milionenerlöse wird öffentlich nicht nachgetrauert. Bzw, doch. Aber es wird sich nicht geärgert und Konsequenzen gezogen.

Aber natürlich jammern sie in Frankfurt dann wieder über Etat, Stadionmiete, Transfers, Gehälter, zementierte Liga … Nur selber tut man nichts dafür, Dinge ändern zu wollen.

Ich bin erstmal durch mit Eintracht Frankfurt unter Thomas Schaaf. Das gibt mir nichts, der Mann und sein … Verständnis .. von Fußball vergrätzen mir die Emotionen. JEDER wusste, dass das Spiel erneut so läuft. JEDER wusste, dass der Trainer nicht auswechselt. JEDER wusste, dass die Blinden treffen und siegen. Nur einer hat keine Ahnung – und dessen Geschwätz gebe ich mir nicht mehr. Weil einfach zu viel über das Negative gesprochen wird.

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Ein Mann namens Wimmer

Unbegreiflich ist es mir. Vom FC Köln (wir erinnern uns: 2:4) wechselt ein Kevin Wimmer für schätzungsweise sieben Millionen Euro nach England. Sieben Millionen Euro. Für einen Kicker eines Aufsteigers. Eintracht Frankfurt hat für seine besten Verkäufe – und das ist drei bis vier Jahre her – zusammen sechs Millionen Euro erzielt. Marco Russ und Patrick Ochs sorgten für die Überweisung dieser Summe aus dem VW-Werk. Seitdem ruht der See im Stadtwald still, stattdessen verpulverte man – wieder mal – vier Millionen Euro. Und nachdem Sebastian Rode für umme zum potentesten Verein Deutschlands wechselte, wird man auch für Carlos Zambrano keinen Cent überwiesen bekommen; in diesem Fall vermutlich von ähnlich gepämperten Klubs der Kategorie Premier League. Ob die Eintracht jemals einen Spieler für Beträge verkauft, die oberhalb des Ramschniveaus liegen? Für Martin Lanig gab es zuletzt bestimmt auch 50 000 Euro. Oder hat man auf dieses Geld verzichtet, weil die Gehaltsersparnis der eigentliche Erlös war/ist?

Aber vorher ist ja erstmal Spiel in Stuttgart. Wie die statistischen und gefühlsmäßigen Vorzeichen stehen, wisst ihr, liebe Leser ja genau.

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Hoffen auf die Minimalst-Serie

Allzu oft wagte ich in den vergangenen Wochen und Monaten einen Ausblick, was nach dem vorausgegangenen Sieg passieren könnte, passieren sollte. In der nächsten Partie sowie der nahen Zukunft. Entgegen aller Hoffnungen rauschte die Achterbahn regelmäßig aus der Höhe hinab ins Tal. Selbst für Minimalst-Serien reichte es bislang nicht (Mitte November 2014 ausgenommen). So, wie der Wechsel Heimspiel / Auswärtsspiel im Spielplan festgesetzt ist, so stieg und fiel die Leistung, wechselten die positiven / negativen Ergebnisse. Oft schwankt das alles sogar halbzeitweise. Was also soll man für Eintracht Frankfurt im nun anbrechenden letzten Saisondrittel prognostizieren?

Kurzfristig ist, wieder mal, mit Ernüchterung zu rechnen. Gegen den VfB Stuttgart wird das Team nicht gewinnen. Das liegt zum einen am Abstiegskandidaten- zum anderen am Angstgegner-Dasein der Schwaben. Gefühlt gab es für die SGE in den vergangenen Jahren gegen kein anderes Team „auf Augenhöhe“ so regelmäßig auf die Mütze, wie gegen Stuttgart. Selbst beim letzten Erfolg, ein 2:1 im Waldstadion, hätte Frankfurt verlieren müssen. Einzig das Glück und der Glücklose (Jan Rosenthal) verhinderten das.
Immerhin hält man beim VfB vor dieser Partie am Trainer fest, das steigert in gewisser Weise die Erfolgsaussichten, die Unentschieden-Wahrscheinlichkeit für die Eintracht. Als Gegner in einem Stevens-Schickssalsspiel anzutreten frühl sicht doch irgendwie besser an als der Oppounuent in einem Spiel mit Trainerwechsel-Wundertüte (siehe Mainz) zu sein.

Den klaren und souveränen Sieg gegen Paderborn sollte jedenfalls niemand zu hoch hängen. Auch die „Bann-gegen-Kellerkinder-gebrochen“-Stimmung ist unangebracht. Hin und wieder gewann man ja auch in der Vergangenheit gegen Abstiegskandidaten, siehe Hamburg und das damals komatöse Bremen. Jedoch gelang es der SGE nie, im Anschluss an diese Erfolge nachzulegen.

Ob das diesmal anders sein wird? Die (Blog-)Analyse Mitte Februar lautete auf mindestens 12 von 18 Punkten aus den (damals nächsten) Spielen gegen Mainz, Hamburg, Köln, Paderborn, Stuttgart und Hannover, um hintenraus Europa-Chancen – sei es Rang 7 oder gar 6 – zu besitzen. Durch die Niederlagen gegen Mainz und Köln sind diese 12 Punkte das Maximum, das Eintracht Frankfurt (bei Siegen in Stuttgart und zuhause gegen Hannover) noch erreichen kann. Im Idealfall käme die SGE an Ostern auf 40 Punkte, bei noch sieben (minus das auf Hannover folgende Bayernspiel sechs) ausstehenden Spielen. Beim Blick auf das Restprogramm ab April sollten, den bisherigen Saisoneindrücken folgend, noch sechs bis acht Punkte möglich sein.

Kurzum: Rang 6, also den sicheren Europapokal-Einzug, wird diese Mannschaft nicht erreichen. In den vergangenen Jahren benötige man dazu mehr als 50 Punkte (55 in 2014, 51 in 2013 (das war die SGE) und 53 in 2012). Die Tabellensiebten kamen im selben Zeitraum auf 53, 48 und wiederum 48 Zähler. Wenn es so läuft, wie im vorangegangenen Absatz kalkuliert, spielt das Team maximal um Rang 7, dessen europapokaltechnischer Wert noch eine ganze Weile unklar bleiben wird. Plus: Es sind vier, fünf Teams, die diesen Platz zum Ziel haben können und werden. Darunter Borussia Dortmund, die spätestens im April die Eintracht tabellarisch überholen, perspektivisch auch den 6. Platz angreifen werden. Neben Frankfurt sind es Augsburg, Hoppenheim und Bremen, die sich zwischen 7 und 10 einreihen werden.

Mein (semi-cassandra’esker) Tipp: Die Eintracht wird am Saisonende 9., hinter Dortmund, Augsburg und Hoppenheim, aber vor Bremen. Man wird den vielen liegengelassenen Punkten, vor allem eben gegen Truppen wie das Hinrunden-Hertha und das 4:5-Stuttgart hinterhertrauern. Möglich würde dieses Jahr mehr gewesen sein, wird das kollektive Fan-Empfinden lauten. Das alles ändert aber nichts an einem tabellarisch starken Saisonabschluss . . .

… schrieb der Blog-Autor am 16. März 2015, mehr als zwei Monate vor dem letzten Spieltag.

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