Einzelkritik vs. Hamburger SV

Kevin Trapp: Seine Paraden in zwei Eins-gegen-Eins-Aktionen haben den Spielverlauf erst ermöglicht, dann den Sieg gesichert. Bis auf diese (entscheidenden) Szenen nie gefordert.

Alexander Madlung: Zweimal überlaufen, einmal, vor dem 1:1 nicht konsequent genug (wohl auch weil Gelb vorbelastet) und im Stich gelassen von Chandler und Stendera. Ansonsten, bis auf die Tempo-Defizite umsichtig und fehlerlos.

Marco Russ: Ruhig und fehlerfrei, vermied Ausflüge nach vorne und stabilisierte die Abwehr. Bei Tempogegenstößen aufgrund des generell hohen Stehens der Kette natürlich auch hinten dran.

Bastian Oczipka: Hielt seine Seite weitgehend dicht, die Hamburger ließen ihn aber zwei Mal alt aussehen. einmal (1. Minute) rettete Trapp, später Meier am Fünfer. Später zwei, drei resolute, wichtige Grätschen, die Zeichen setzten. In der Offensive zwei ärgerlich schwache Flanken und ein guter Freistoß.

Timothy Chandler: Kommt nicht so richtig an, passiv beim 1:1 und nach vorne mit Handbremse drin. Immerhin: Er gibt Vordermann Aigner offenbar Sicherheit, dass dieser agiler wird als mit Ignovski im Rücken.

Makoto Hasebe: Seine Präsenz ist sofort spürbar, er spielt gescheite Pässe und stellt Passwege gut zu. Färbt auf das gesamte Mittelfeld ab. Er ist unersetzbar für das Team.

Marc Stendera: Oft blass, taucht lange ab, dann wieder die eine oder andere gute Aktion, meist über einen schneidigen Pass. Holte den zweiten Elfmeter gut raus, aber er stagniert in seiner Entwicklung. Sinnbildlich die Schwäche bei Standards.

Lucas Piazon: Bestes Spiel im SGE-Trikot. Präsent, anspielbar, mit Körpereinsatz und einem gewissen Maß an Durchsetzungsvermögen. Keine Glanzleistung, aber so war das in Ordnung.

Takashi Inui: Zwischen Schatten und Licht. Versuchte das eine oder andere, ihm misslang davon aber mehr. Machte auch zwei Konter durch zu lasche Steilpässe zu nichte. Die Schüsse diesmal wuchtiger, aber gewohnt unpräzise. Leicht verbessert trotz allem.

Stefan Aigner: Rannte, macht und tat – er bindet Kräfte und Aufmerksamkeit der Gegner. Das ist viel wert, obwohl ihm zuletzt bei viel Aufwand recht wenig gelingt. Verärgert nach der Auswechslung, aber er wirkte in der Tat platt, wobei andere Wechselkandidaten eher auf der Hand lagen.

Alexander Meier: Hinter Hasebe bester Frankfurter, weil er nicht nur das Spiel per Tor(en) entschied sondern weil er machte und tat. Er war vor allem in den ersten 60 Minuten überall auf dem Feld, holte sich die Bälle im Mittelfeld, schloss ab, rettete auch einmal im 16er per Fußabwehr gegen Rudnevs. Als ob er einem gewissen Sportdirektor beide Mittelfinger zeigen wollte, erneut einer derer mit den meisten Laufkilometern.

——

Sonny Kittel: Ersetzte Aigner gut, weil er dessen Spielweise fast kopierte. Ihm Abschluss aber weiterhin glücklos, weil zu verschnörkelt.

———-

Thomas Schaaf: Seltsame Aufstellung, zwei großgewachsene aber langsamere Innenverteidiger gegen ein flinkes, temporeiches kleingewachsenes Offensivgespann. Das wäre fast früh schiefgegangen. Auch das Duo Piazon/Inui ließ sclimmes befürchten. Es kam vom Ergebnis her gedacht kam es anders, obgleich man feststellen muss, dass spielerisch vieles mangelhaft bleibt. Gerade das Überzahlspiel war mau. Hamburg wurde da stärker, weil vom Team stark gemacht. Seine Weigerung auszuwechseln, ist ein Ärgernis. Zeitmanagement ist seine Sache nicht. Und: Was ist eigentlich mit Bamba Anderson, wieso ist der schnellste Verteidiger plötzlich außen vor, obwohl Tempo genau das ist, was hinten fehlt?

Advertisements

Ein Kommentar

Eingeordnet unter Beiträge

Eine Antwort zu “Einzelkritik vs. Hamburger SV

  1. Olli

    Das war ein erfolgreiches aber kein gutes Spiel. Wir hatten viel Glück: ZWEI (!!!!) Elfmeter – in einem Spiel – die wir in den letzten 30 Monaten dutzendweise nicht bekommen haben. Die Hamburger scheitern mehrfach alleine vor Trapp. Das Aufreten nach dem Platzverweis. Die eigene Chancenverwertung …
    Alles in allem sind wir von ca. 10 Stümpertruppen die gerade durch die Liga stolpern, diejenige, die nur ein Bein in Gips hat. Für Europa wird und darf sowas niemals reichen. Wir werden noch Spiele (unerwartet) gewinnen und wir werden (mehr oder weniger überraschend) einfach aussehende Spiele verlieren. Um den Klassenerhalt mache ich mir keine Sorgen. Aktuell brauchst du hochgerechnet zwar immer noch 36 Punkte um am Ende drei hinter dir zu halten. Aber es bildet sich am Tabellenende endlich mal ein Bodensatz (Stuttgart, Freiburg, Paderborn, Hamburg, Köln, …). Wobei, Köln wird ja jetzt erst nach dem Pokal wieder aufgebaut.

    Es steht aber zu befürchten, dasss in absehbarer Zeit 38 Punkte auf dem Konto stehen und die Saison von den Spielern abgehakt wird – wie letztes Jahr schon.

Diskussion

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s