Die nächste Fliege

Bastian Oczipka soll seinen Vertrag bei Eintracht Frankfurt verlängert haben. Der ursprünglich im Juni endende Kontrakt werde nun bis 2019 gelten. Das berichtet die Onlineausgabe der „Bild-Zeitung“ am Donnerstagabend.

Nach Alexander Meier und Stefan Aigner vor einigen Monaten, dann Kevin Trapp und Bamba Anderson in bzw. kurz nach der Winterpause sowie der anstehenden Optionsziehung bei Takashi Inui, wird auch der sechste Stammspieler in den kommenden Saisons – sofern der Verein erstklassig bleibt – in Frankfurt spielen. Eine Bilanz, die erstmal für Sportdirektor Bruno Hübner spricht.

Ob die Verlängerung mit Oczipka, zu welchen Konditionen auch immer, so sinnvoll war, darf indes kontrovers diskutiert werden. Es gibt auf der Position des Linksverteidigers jedenfalls mit Sicherheit schlechtere Spieler. Dass die Legenden, die von vielen um den Spieler gesponnen werden (Offensivstärke etc.), auch nach drei Jahren der Wiederholung nicht wahrer werden, dafür kann der Spieler nichts. Fakt ist, dass Oczipka seit geraumer Zeit ein defensives Stellungsspiel hat, das zum gruseln ist. Wer bei den Fakten bleiben will muss jedoch auch anerkennen, dass sich die Frankfurter Nummer 6 in den vergangenen Wochen sichtbar gesteigert hat, in der Abwehrkette besser geworden ist. In der Vorwärtsbewegung herrschte die vergangenen 1,5 bis 2 Jahre fast durchgehend Flaute, mittlerweile hat Oczipka immerhin die eine oder andere Aktion gehabt und diese effektiver gestalten können.

Was die Vergangenheit zeigt: Der Linksverteidiger, sein Spiel, seine Stärken und Schwächen funktionieren / wirken sich nicht in allen Konstellation gut/schlecht aus. Es ist von einer gewissen Bedeutung, wer vor ihm auf dem Flügel den offensiven Part übernimmt. Takashi Inui, mit dem er der widergekäuten öffentlichen Legendenbildung so überragend funktioniere, geht es regelmäßig schief. Oczipka wackelt dann stets bedenklich, ist ein Sicherheitsrisiko – auch und gerade, weil der Japaner selten (effektiv) mitarbeitet nach (den eigenen) Ballverlusten.
In den vergangenen Wochen sah es wohl auch deshalb besser, ruhiger bei Oczipka aus, weil er andere Spieler vor sich wusste. Das ist bemerkenswert, wenn man weiß dass das zum einen an Lucas Piazon, auch eher Typ Stehgeiger, und zum anderen an dem zuletzt auch eher wilden Sonny Kittel lag.

Kurzum: Bastian Oczipka ist auf dem Weg der (Ver)Besserung und mit seinem eher unsteten Leistungsvermögen ist er prinzipiell exakt passig zu einem Mittelklasseverein wie Eintracht Frankfurt.

Trotzdem wäre es wünschenswert, wenn Verträge nicht nur verlängert würden sondern auch mal wieder eine Einkaufspolitik umgesetzt würde, die den Konkurrenzkampf und die Qualität in der Spitze erhöht. Das nächste Jahr Zweikampf Bastian Oczipka / Constant Djakpa, zwei Spieler auf ähnlichem Niveau, klingt erstmal weniger inspirirend als ein Duell mit, sagen wir Christian Fuchs oder Marcell Janßen.

So what, so long – wichtig ist Sonntag, die nächste Achterbahnfahrt …

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