Einzelkritik vs. FC Köln

Kevin Trapp: Den Schuss zum 2:1 muss er halten, bei geäußerten Nationalmannschafts-Ambitionen sowieso. Parierte zuvor gegen den durchgebrochenen Ujah, der allerdings auch kläglich abschloss. Seine Spieleröffnung ist, wie schon zuletzt, zu schlecht. Bolzt Rückgaben, die er problemlos nach Außen flach passen kann, halbhoch ins Mittelfeld.

Carlos Zambrano: Verstrickte sich in eine Privatfehde mit dem Angreifer, ließ jede Ruhe und Abgeklärtheit vermissen. Das 1:0 geht auf seine Kappe, das 3:1 ebenso. Wenn er spielt ist zu viel Hektik im SGE-Spiel, tut der Mannschaft nicht gut. Sollte ab sofort auf der Bank Platz nehmen.

Marco Russ: Hüpfte zwar manches mal etwas konfus zu den Bällen und hatte mehr Mühe als zuletzt, vermied aber grobe Schnitzer und versuchte wenigstens mal das Spiel von hinten nach vorne zu treiben.

Bastian Oczipka: Noch einer der Besseren, obwohl nach vorne wenig gelang – bis auf die Vorbereitung zur Tor-Vorbereitung (1:1). Hielt seine Seite aber weitgehend dicht.

Timothy Chandler: Ein starker Distanzschuss, ansonsten plagt er sich, wie so oft mit seinen Problemen im Kombinationsspiel. Wirkt auch langsamer als man das schon gesehen hat, was ihn defensiv immer wieder in Bedrängnis bringt.

Makoto Hasebe: Bälle, die er stoppen wollte, sprangen ihm oft weit weg vom Fuß, nicht so sicher wie gewohnt. Trotzdem noch einer der besten Spieler, war wenigstens um Struktur bemüht. Seine Auswechslung wird niemand verstehen können.

Lucas Piazon: Eine gute Hereingabe vor dem Ausgleichstreffer, sonst völlig unsichtbar. Nach hinten wieder weitaus körperloser als gegen Hamburg. Wieso nur?

Stefan Aigner: Bemüht, aber ohne effektive Aktion. Muss sich zu oft auf engstem Raum gegen zwei, drei Gegenspieler etwas einfallen lassen. Daher rechte viele Ballverluste auf dem Flügel.

Marc Stendera: Soll laut Spielbogen auch mitgetan haben. Blass, ohne Idee nach vorne, zu langsam und körperlos nach hinten. Seine Standards haben jedwede Gefahr verloren.

Haris Seferovic: Rennt wild und wirr über den Platz, und somit in den Weg speziell von Aigner. Macht das Spiel dadurch noch enger, behauptet gleichsam aber kein Anspiel mehr, trifft merkwürdige (Schuss-)Entscheidungen und fällt immer häufiger vor allem durch Härte in dafür ungeeigneten Situationen auf. Sollte wieder pausieren -wenn man denn noch einen Offensiven im Kader hätte …

Alexander Meier: Schwache erste Halbzeit, war da fünf Mal (!) am Ball. Bekam allerdings auch nicht ein Zuspiel, schließlich hatte die SGE nie den Ball oder verlor ihn nach drei Stationen. Nach dem Seitenwechsel besser, präsenter, auch abgesehen vom Ausgleichstreffer (das kosmetische Elfmetertor verschweigen wir), weil er sich mehr fallen ließ (was der Trainer ja nicht sehen will…)

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Takashi Inui: Ersetze Hasebe. Wieso auch immer.

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Thomas Schaaf: Falsche Aufstellung, falsche, weil zeitlich passend keine Auswechslungen, das immerselbe Gekicke auf dem Feld. Es reicht. Neun Monate sind eine verdammt lange Zeit im Profisport, und wenn in dieser Zeit das Grundlegenste nicht vermittelt werden kann, muss jemand die Verantwortung übernehmen, nicht nur qua Amt Verantwortung tragen. Ein elendes Spiel in einer elenden Saison. Der Tabellenstand spiegelt nicht den Fußball wieder, den der Trainer spielen lässt. Prinzip Zufall, Prinzip Hoffnung – auch nach 24 Spieltagen.

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3 Kommentare

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3 Antworten zu “Einzelkritik vs. FC Köln

  1. Olli

    Ja, ich habe zuletzt auch mal gedacht, was denn eigentlich so schlimm am Funkel war. Aber im Gegensatz zum Schnitzelmann glaube ich nicht, dass die Mannschaft sich verschlechtert hat, sondern vom Trainer einfach teilweise kastriert aufläuft.

    Ich würde gerne mal ne Aufstellung diskutieren / vorschlagen:

    Rein finanziell gesehen, hätte ich Wiedwald im Tor den Vorzug gegeben und Trapp zeitnah für einige Millionen gehen lassen. Aber das kann auch von Wiedwald aus keine Option gewesen sein. Seis drum, nen ordentlichen Torwart haben wir, wenn auch die teure Variante.
    In der IV sehe ich aktuell eine Zweier-Kombie aus Zambrano / Anderson / Madlung.

    Rechts ist Chandler wohl leider aktuell der wenigste Schlechte. Aber ich würde eventuell mal beim jungen Basti anklopfen. Der wird in Golfsburg alles andere als glücklich sein mit seiner Einsatzzeit. Vielleicht lässt sich da zumindest mal ein Leihgeschäft für ein Jahr einfädeln.

    Links: Basti O. – naja, haben gerade nix anderes. Viel Schatten, wenig Licht, zuletzt das Prädikat brauchbar bis ordentlich. Keine Ahnung auf welcher Basis er gerade DIESE Vertragsverhandlungen führt. Ich hoffe ja, das Djakpa sich recht schnell wieder in Form befindet. Tendentiell muss man mit dem nicht verlängern, ersetzbar wird er sein. Stellt sich nur die Frage nach dem Investitionsvolumen in seinen Nachfolger.

    6er: Da gibts aktuell eigentlich nur ein Vernünftiges Duo – Russ und Hasebe. Einer fürs Rustikale und einer für Feingefühl. Stendera sollte mal ein paar Spiele Selbstvertrauen in der U23 …. ach ja, ich vergaß.

    So, die „Offensive“ oder was auch immer das die letzten Spiele gewesen sein soll. Meier und Aigner sehe ich hier aktuell gesetzt. Bleiben aber 2 Positionen mit aktuell eigentlich keinem Spieler in (dauerhafter) Form. Wie gehts eigentlich Rosenthal in Darmstadt oder Kadlec in Prag? Valdez scheint ja auch (noch) keine Alternative zu sein.
    Aber hier traue ich Schaaf auch nicht so sehr. Irgendwie scheint jeder Trainer seine Spieler zu haben, denen er einfach nicht vertraut und in der Ecke abstellt. Am liebsten wäre mir, er lässt sich die Mannschaft wieder von alleine aufstellen wie es schon mal war. Denn alleine seine Auswechslung Hasebe Inui zeigt, das er keinen Schimmer von Taktik und der Mannschaft hat. Selbst wenn Hasebe raus musste (angeschlagen?), dann kommt Madlung oder Anderson und Russ rückt vor – und gut ist! Aber so bekommt man das Gefühl, die Aufstellung und Auswechslungen ermittelt er im Casino am Roulette-Tisch.

    Wann kriegt Madlung eigentlich endlich seinen neuen Vertrag Herr Hübner? Dann hätte man wenigstens ein ordentliches defensives Grundgerüst fürs nächste Jahr (mit und ohne Zambrano und Basti O.)

  2. Herr Schnitzelmann

    Wenn ich es nicht wüßte, dann würde ich nie glauben, das Schaaf selber ein Devensiver war. Evtl. lässt man sich aber bei der Eintracht in Sachen Defensivarbeit vom Auftritt Brasiliens bei der WM leiten. Da wo der Ball ist, sind alle Verteidiger, die anderen Gegner deckt keiner, die haben ja auch nicht den Ball!
    Anders kann man sich diese Abwehr“Arbeit“ nicht erklären.
    Geb dir leider Recht Björn, diese Mannschaft hat in diesem Jahr nichts gelernt, im Gegenteil, sie hat sich verschlechtert und das so sehr, das wir gegen Teams aus dem Unteren Drittel nun regelmäßig echte Packungen bekommen!
    Ach was sehne ich mich nach nem richtigen Trainer, so einen, wie wir ihn vor Jahren hatte, den man aber vom Hof gejagt hat, weil die Doofis unter den Fans lieber den „Dicken Ballack“ spielen sehen wollten und man im Vorstand dann irgendwann auch die Mär vom Super-Jesus-Kicker geglaubt hat.
    Liebe Frankfurter, schaut einfach mal nach Augsburg, man kann aus wenig ganz viel machen, wenn man jemand mit Konzept hat und wenn man Spieler hat, die auch wollen! Oder schaut nach Mainz, wenn man nicht bis Augsburg schauen will, dort war unter Tuchel auch professionelles Arbeiten zu bewundern.

    • Anonymous

      Wohl im Hinblick darauf, dass man diesen Trainer vom Hof jagte, sagte HB vor ca. vier Jahren in einem Interview zur Verpflichtung Vehs, er würde in Frankfurt nur Trainer installieren, die mit dem „schwierigen Umfeld“ können. Folglich wird es in Frankfurt so schnell keinen Trainer geben, der Defensivarbeit lehrt. Anders ausgedrückt: diese Trainerimitate wie Skibbe und Schaaf (und nach der Teilentmachtung HBs wohl auch den dazu passenden SD „Klauselkönig“) hat dieses Umfeld sich genau so und nicht anders verdient.

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