Das Wursteln geht weiter

In meinen nun mehr als 6 Jahren als professioneller Journalist habe ich – zum Glück – nie an einer Schreibblockade gelitten. Literaten berichten von so etwas häufig, als Tageszeitungs-Macher wäre dieses Leiden sowieso nicht … möglich. Einfach, weil es nicht passieren darf.

Dann kommt der Moment wo ich mich hier in den Freizeit-Blog einlogge und merke: Ich habe nichts zu schreiben. Nach rund 1000 (!) Beiträgen in den vergangenen 3,5 Jahren auf dieser Plattform habe ich zum ersten Mal das Gefühl, dass alles gesagt ist. Mehrfach. Seit Monaten. Grüßte jemals ein Murneltier, ist das bei Eintracht Frankfurt unter Trainer Thomas Schaaf der Fall.
Was, liebe Leser, soll ich zu dieser Mannschaft noch schreiben? Seit neun Monaten ist alles gleich, der Zufall regiert. Die Fehler, die Fehleinschätzungen sind benannt worden, unzählige Male. Von mir, von anderen, von Leuten die noch viel mehr von diesem Sport verstehen, die wesentlich näher am Team, Verein und Geschehen sind. System, Personal, Spielweise, Ein-/Auswechslungen, Einstellung – wie oft soll man das Offensichtliche noch für jeden nachlesbar in die Welt hinaus-texten? Es ändert sich ja sowieso nichts.

Wie(so) auch? In Frankfurt geht man nicht vom Möglichen, nicht vom Optimum aus. Minimalisten am Werk – dann ergötzt man sich auch an einem (noch) 9. Platz und sieht über alle Mängel hinweg. 28 von 49 Gegentoren gegen die Teams zwischen Rang 11 und 18. Wochen-, nein, halbzeitweise wechselnde Auftritte. Strukturlos, inspiritationslos, voller Totaleinbrüche. Gerettet nur von 2,3 Spielern mit höherem individuellen Niveau.

Die Emotion für diese Eintracht wird mir von und mit diesem Trainer ausgetrieben. Mit Fußball hat das nämlich nichts zutun. Es ist … Launensport und hat etwas von Kreisliga: Diese Woche hü, die nächste Woche hott, je nachdem ob man selbst oder der Gegner mehr gesoffen hat am Vorabend. Die Kollegen der „Frankfurter Rundschau“ sprechen bei dem, was die SGE zeigt von „einem Witz“. Noch Fragen?

Rang 9, Leute, freut euch. Die Blender haben wieder die Hoheit in Frankfurt. Alles schonmal da gewesen. Es ist ermüdend. Angesichts all dessen, was (mit diesem Team) in dieser Saison möglich gewesen wäre … Deshalb fühlt sich der faktisch gute 9. Platz doch aktuell für keinen Fan nach Erfolg an. Müßig. Egal. Ich schau mir diese Saison zunehmend ent-emotionalisiert an. Ist ja sowieso nur Glücksspiel, Roulette, Zufall. Der Trainer liest zudem ja weder hier mit, noch studiert er die Lösungs-Ansätze in der Zeitung. Kompromissloses Weiterwursteln im Scheunentor. Kann man natürlich auch als Idee, als Konzept verkaufen.

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Eine Antwort zu “Das Wursteln geht weiter

  1. Das Erschreckende ist, dass Du das bereits am Anfang der Saison vorhergesagt hast.

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