Einzelkritik vs. SC Paderborn

Kevin Trapp: Beschäftigungslos, bügelte einen schlampigen Madlung-Rückpass aus und klärte einmal per Kopf. Einmal folgenlos getunnelt.

Carlos Zambrano: Sei es wegen der Schwäche der Stürmer oder wegen Einsicht, er verteidigte ruhig und problemlos, sparte sich jedes Mätzchen. Wie immer ist er dann noch stärker. Einmal, bei der einzigen SCP-Chance leicht und gefährlich überlaufen. Das Umknicken sah übel aus.

Alexander Madlung: Defensiv ohne Aufgabe, Schwächen im Aufbauspiel, streute da in den ersten 30 Minuten zu viele lange Bälle ein. Ein, zwei Mal auch im Stellungsspiel ungewohnt unkonzentriert. Ist aber nicht nur aufgrund der nun als Verletzungsproblem zu bezeichnenden Situation Stammspieler.

Timothy Chandler: Kratze das sichere Lakic-Tor von der Linie, das bedeutet für das Team mehr als (zu-Null-)Symbolik. Ansonsten zwar leicht verbessert, aber eine spezielle Note verleiht er dem Team nicht, es offenbaren sich sogar Temposchwächen. Braucht drigend Konkurrenz auf seiner Seite.

Bastian Oczipka: Gute Partie nach der Vertragsverlängerung. Ließ defensiv nichts anbrennen, kluge und robuste Zweikampfführung wenn nötig. Nach vorne nicht sehr aktiv, aber vielleicht sorgt so ein Fakt für die nötige Stabilisierung der Defensive.

Makoto Hasebe: Gut, gut, einfach gut. Er gibt diesem Team eine Anleitung in die Hand, wie es spielen sollte. Durch kluge Pässe, nicht spektakulär, aber sinnvoll. Defensiv kaum bezwingbar.

Marc Stendera: So ziemlich bester Spieler, ohnehin sein bestes Spiel in der noch jungen Karriere. Die Vorbereitung, die Erarbeitung der Vorbereitung zum türöffnenden 1:0 war stark, das 2:0 macht er trocken – aber viel mehr als diese beiden Szenen war er überall auf dem Feld, bot sich an, verteilte die Bälle so, wie das auf dieser Position Not tut. War ein Faktor im Spiel, ein wichtiger zudem, auch in der Rückwärtsbewegung zwar (gewohnt) langsam, aber agil und clever-effektiv.

Takashi Inui: Er versuchte viel, aber ihm misslang alles – bis auf diesen einen Superpass auf Aigner zum 3:0. Lobenswert aktiv, aber trotzdem noch einer der schwächsten zwei, drei SGE’ler.

Stefan Aigner: Sorgte auf dem Flügel stets für Unruhe, war für die Verteidiger nicht zu greifen. Sein 8. Saisontor war fast folgerichtig. Und trotzdem: Ihm gelang auch wieder nicht so viel, wie das schonmal der Fall war.

Haris Seferovic: Leicht verbessert, vor allem weil er Aigner nicht mehr auf den Füßen stand. Ist trotzdem deutlich unsichtbarer und auch nicht mehr so physisch effektiv wie in der Hinrunde. Wird durch den ebenfalls traditionell einsatzfreudigen Nelson Valdez ernste Konkurrenz bekommen.

Alexander Meier: Bis das Spiel entschieden war, sehr präsent. Tor, Vorlage, Pfostenschuss und jede Menge Meter, auch defensiv mit Ballgewinnen, einmal gar mit Kabinettsstückchen. Der 19. Tor-Streich, hat damit Anthony Yeboahs letzte Eintracht-Bestmarke verbessert.

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Johannes Flum: Versehrt, verschähmt, vergrätzt – nun wieder mit einem ernsthaften Saisoneinsatz. Man spürte den langen Wettkampf-Absenz, verlor ein, zwei Bälle durch Fehlpässe. Nach rund zehn Minuten aber drin im Spiel, beschränkte sich auf das Einfache. Das war richtig und gut.

Nelson Valdez: Gemaltes Comeback nach einem Dreivierteljahr. Ein Tor, wie man es nur mit Über-30 schießen kann. Wie in der Zeitlupe zu sehen, schaute er zu keinem Zeitpunkt überhaupt aufs Tor. In seinen Minuten auch sichtbar lauffreudig. Wird Haris Seferovic weiter auf die Pelle rücken.

Bamba Anderson: Warmlaufen für die nächsten Wochen, wo er, der Plötzlich-Reservist, wieder Stammspieler anstelle des ggf. schwerer verletzen Carlos Zambrano sein wird.

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Thomas Schaaf: Verordnete Passivität oder gefährlich überrascht? Die Anfangsphase, die ersten 15 Minuten, war das Spiel nicht gut. Viel Langholz, dazu zwei, drei Astimmungsmängel in der Defensive – wenn es dumm läuft, verwandelt der Gegner eine seiner zwei sehr guten Chancen. Ansonsten stimmte die gewählte Marschroute, spätestens mit dem 1:0 – eher schon ein paar Minuten zuvor – war das Team im Spiel. Personell war das in Ordnung, auch das Innenverteidiger-Duo so zu wählen, wie er das tat, war gegen Saglik/Kutschke sinnvoll. Hatte aber auch gegen den schnellen Kachunga keine Mühe. Der linke Flüge, Takashi Inui, bleibt die offensive Problemzone. Weder er noch Lucas Piazon wissen da zu überzeugen, weil sie einfach keine oder kaum eine Aktion zum Spiel beitragen zu wissen. Die Einstellung passte jedenfalls, da war Konzentration und Cleverness ebenso zu sehen wie Biss und Klasse. Mehr davon!

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Ein Kommentar

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Eine Antwort zu “Einzelkritik vs. SC Paderborn

  1. Olli

    Geiles Spiel, aber ein Feuerwerk war das nicht. Gerade bis zum 1:0 war man nur nicht im Rückstand weil Paderborn noch schlechter war. Das waren haarsträubende Ballverluste am laufenden Meter. Man hatte das Gefühl, die führen 5:0 und wollen jetzt das Zaubern anfangen – ohne es ansatzweise zu können. Vorne weg Inui, ich habe gebetet das Schaaf ihn endlich erlöst und auswechselt. Sicheres Passspiel war das selten, nur Paderborn konnte es noch weniger. Aber eins hat man das Spiel über gesehen: die haben alle geackert und gekämpft. Flum verhindert nach 10 Sekunden auf dem Platz einen Konter, Meier mal nach hinten, Stendera vor dem 1:0 … und vieles mehr.
    Aber sind wir ehrlich. Paderborn war einfach kein Gegner an dem Tag. Mit deren Leistung kannste 3. Liga spielen. Und nach den 4 Toren, was war da noch? Der Pfosten von Meier, ein Fernschuss, ein Kopfball …. der Rest war drin. Hat Paderborn die gleiche Chancenverwertung wie wir stehts am Ende 4:2 oder 4:3!
    Verdient war der Sieg, auch in der Höhe – gegen einen äußerst dankbaren Gegner. Jetzt darf man gerne mal von Europa sprechen denn die Saison ist nach unten gesehen gelaufen! Es sind 2 Punkte auf Hoffenheim. Der 7. Platz sollte auch dieses Jahr wohl wieder reichen. Die nächsten beiden Spiele werden eine eindeutige Charakterfrage. 6 Punkte und man wird dabei sein. 2 Punkte und man wird sich wohl geistig wieder in den Urlaub verabschieden.

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