Hoffen auf die Minimalst-Serie

Allzu oft wagte ich in den vergangenen Wochen und Monaten einen Ausblick, was nach dem vorausgegangenen Sieg passieren könnte, passieren sollte. In der nächsten Partie sowie der nahen Zukunft. Entgegen aller Hoffnungen rauschte die Achterbahn regelmäßig aus der Höhe hinab ins Tal. Selbst für Minimalst-Serien reichte es bislang nicht (Mitte November 2014 ausgenommen). So, wie der Wechsel Heimspiel / Auswärtsspiel im Spielplan festgesetzt ist, so stieg und fiel die Leistung, wechselten die positiven / negativen Ergebnisse. Oft schwankt das alles sogar halbzeitweise. Was also soll man für Eintracht Frankfurt im nun anbrechenden letzten Saisondrittel prognostizieren?

Kurzfristig ist, wieder mal, mit Ernüchterung zu rechnen. Gegen den VfB Stuttgart wird das Team nicht gewinnen. Das liegt zum einen am Abstiegskandidaten- zum anderen am Angstgegner-Dasein der Schwaben. Gefühlt gab es für die SGE in den vergangenen Jahren gegen kein anderes Team „auf Augenhöhe“ so regelmäßig auf die Mütze, wie gegen Stuttgart. Selbst beim letzten Erfolg, ein 2:1 im Waldstadion, hätte Frankfurt verlieren müssen. Einzig das Glück und der Glücklose (Jan Rosenthal) verhinderten das.
Immerhin hält man beim VfB vor dieser Partie am Trainer fest, das steigert in gewisser Weise die Erfolgsaussichten, die Unentschieden-Wahrscheinlichkeit für die Eintracht. Als Gegner in einem Stevens-Schickssalsspiel anzutreten frühl sicht doch irgendwie besser an als der Oppounuent in einem Spiel mit Trainerwechsel-Wundertüte (siehe Mainz) zu sein.

Den klaren und souveränen Sieg gegen Paderborn sollte jedenfalls niemand zu hoch hängen. Auch die „Bann-gegen-Kellerkinder-gebrochen“-Stimmung ist unangebracht. Hin und wieder gewann man ja auch in der Vergangenheit gegen Abstiegskandidaten, siehe Hamburg und das damals komatöse Bremen. Jedoch gelang es der SGE nie, im Anschluss an diese Erfolge nachzulegen.

Ob das diesmal anders sein wird? Die (Blog-)Analyse Mitte Februar lautete auf mindestens 12 von 18 Punkten aus den (damals nächsten) Spielen gegen Mainz, Hamburg, Köln, Paderborn, Stuttgart und Hannover, um hintenraus Europa-Chancen – sei es Rang 7 oder gar 6 – zu besitzen. Durch die Niederlagen gegen Mainz und Köln sind diese 12 Punkte das Maximum, das Eintracht Frankfurt (bei Siegen in Stuttgart und zuhause gegen Hannover) noch erreichen kann. Im Idealfall käme die SGE an Ostern auf 40 Punkte, bei noch sieben (minus das auf Hannover folgende Bayernspiel sechs) ausstehenden Spielen. Beim Blick auf das Restprogramm ab April sollten, den bisherigen Saisoneindrücken folgend, noch sechs bis acht Punkte möglich sein.

Kurzum: Rang 6, also den sicheren Europapokal-Einzug, wird diese Mannschaft nicht erreichen. In den vergangenen Jahren benötige man dazu mehr als 50 Punkte (55 in 2014, 51 in 2013 (das war die SGE) und 53 in 2012). Die Tabellensiebten kamen im selben Zeitraum auf 53, 48 und wiederum 48 Zähler. Wenn es so läuft, wie im vorangegangenen Absatz kalkuliert, spielt das Team maximal um Rang 7, dessen europapokaltechnischer Wert noch eine ganze Weile unklar bleiben wird. Plus: Es sind vier, fünf Teams, die diesen Platz zum Ziel haben können und werden. Darunter Borussia Dortmund, die spätestens im April die Eintracht tabellarisch überholen, perspektivisch auch den 6. Platz angreifen werden. Neben Frankfurt sind es Augsburg, Hoppenheim und Bremen, die sich zwischen 7 und 10 einreihen werden.

Mein (semi-cassandra’esker) Tipp: Die Eintracht wird am Saisonende 9., hinter Dortmund, Augsburg und Hoppenheim, aber vor Bremen. Man wird den vielen liegengelassenen Punkten, vor allem eben gegen Truppen wie das Hinrunden-Hertha und das 4:5-Stuttgart hinterhertrauern. Möglich würde dieses Jahr mehr gewesen sein, wird das kollektive Fan-Empfinden lauten. Das alles ändert aber nichts an einem tabellarisch starken Saisonabschluss . . .

… schrieb der Blog-Autor am 16. März 2015, mehr als zwei Monate vor dem letzten Spieltag.

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4 Kommentare

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4 Antworten zu “Hoffen auf die Minimalst-Serie

  1. Pingback: #Link11: Der Traum vom Fußball-Disneyland | Fokus Fussball

  2. Matse

    Klar, wir würden wohl alle gern mal wieder n Flugticket ins attraktive Fußball-Ausland buchen, aber die Mannschaft ist ein ganzes Stück schlechter als noch in der letzten Saison, der Eurobbacup-Saison. Damit wäre das sportliche Schicksal der SGE vermutlich wieder besiegelt. Ich sage allerdings, dass wir am Ende sogar 8. oder 7. werden. Nur wird der 7. Platz nicht für den Cup reichen, wenn Armina Bielefeld den Pokal holt. 😀 Kurzum: wird ne sorgenfreie Rest-Saison, wenn wir in Stuttgart gewinnen. Und das werden wir. Weil sich die Mannschaft für die letzten Auswärtsleistungen massiv entschuldigen muss. Und zwar mit dem Verwöhnprogramm. 1:4 geht die Nummer aus. Forza SGE

  3. Olli

    Eigentlich kann man sich jetzt schon mit dem Kader der nächsten Saison beschäftigen. Wo brauchts wen und wer kann gehn. Denn: der Klauselkönig wird bisher voll mit Vertragsverlängerungen beschäftigt gewesen sein. Und keine Ahnung wieviel (sinnlose) Zeit er noch mit Zambrano verbringen wird.

  4. Erst einmal den Abstieg endgültig abhaken. Ich traue dem Braten nicht. Danach sehen, dass man möglichst nach oben kommt um die Fernsehmillionen zu bekommen bzw mehr davon zu bekommen. Euro League hat diese Mannschaft nicht verdient und würde in der nächsten Saison wieder Abstiegszone bedeuten.

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