Nicht mal eine Romanze

Das, was sich seit langem angekündigt hat, ist nun Realität geworden: Die Auswärts-Tristesse ist im Stadtwald angekommen. Fußballerische Armut mündent in entsprechenden Ergebnissen. Und egaler könnte es diesem Trainer offenbar nicht sein, auf die gefallenen Zitate (bspw. „Muss man mit leben“) sei verwiesen.

Gegen das tabellarisch schlechteste Rückrundenteam, vor dem Spieltag auf Platz 14, danach gar 15 positioniert, hat diese Mannschaft (zu Hause!) nicht nur kümmerliche 40 Prozent Ballbesitz aufzuweisen und einen 2:0 Vorsprung vergeigt, nein, Eintracht Frankfurt war das sichtbar schlechtere Team. Hannover 96 war bei weitem nicht das schlechteste Trümmer-Team, gegen das die SGE in dieser Saison versagte. Und doch hätte das, was nach dem 2:0 geschehen ist, niemals passieren dürfen. Mit diesem individuellen Fehler, dem geschenkten 2:0, muss die Katze im Sack sein. Da gibt es kein Vertun. Aber wie so oft, siehe Zahl der Gegentore – im Profifußabll ist Eintracht Frankfurt das schlechteste Team auf Niveau mit Hansa Rostock und Unterhaching – implodiert dieses Defensivkonstrukt mit dem ersten Anflug von Gegenwehr des Gegners.

Man hat Thomas Schaaf als Trainer eingekauft, und damit das Wissen um dessen Nichtskönnen in Abwehrfragen. Das ist in all den Bremer Jahren so gewesen, wieso sollte es in Frankfurt anders sein? Dieser Coach und diese Mannschaft, die wie man mehrfach gesehen hat, gut und strukturiert kicken kann, passen nicht zusammen. Es ist einfach nur noch elend, was dieser Übungsleiter spielen lässt. Und nichts, aber gar nichts fühlt sich nach einer Verbindung zwischen den Spielern und dem Trainer an. Verschworene Einheit? Liebesbeziehung? Wenigstens Romanze? Nichts, bestenfalls nüchterne Aufgabenerfüllung. Wer sich die Zitate der Spieler (auch nach dieser Partie) durchliest, kann gar nicht anders als diese Feststellung treffen. Ein Kollektiv ist kollektiv genervt, die Kühlschrank-Atmosphäre ist immer offensichtlicher, allen offiziellen Verlautbarungen zum Trotz. Nur der Trainer will Positives, will Entwicklungen gesehen haben. Ein Mann, der konsequent die falschen Schlüsse aus den falschen Analysen zieht. Was für ein Rückschritt zu Armin Veh! Und welch Duplizität zu Trainerimitat Skibbe!

Nun stehen die Klatsche-Wochen an. So what, ist egal, austrudeln. In München gibt es ein seriöses 0:3 oder 0:4, gegen Dortmund oder Mönchengladbach müht man sich im Idealfall zu einem oder zwei Punkten, der seltsame neue Mediendirektor faselt dann weiterhin irgendetwas von Spektakel, die Fernsehzuschauer goutieren die in der Sportschau zusammengeschnittenen Elendskicks mit Wohlwollen während die, die sich ständig mit diesem Verein beschäftigen, verzweifeln.

Austrudeln 2015, den Klassenerhalt 2016 schaffen – und auf ein emotionsloses Ende der ebenso emotionslosen Arbeitsbeziehung zwischen Eintracht Frankfurt und Thomas Schaaf in eben diesem Jahr hoffen. Da Heribert Bruchhagen dann ebenfalls abtritt, besteht auf eine solchen Entwicklung sowieso erst in 15 Monaten Hoffnung. Rang 8, Spektakel, Zufriedenheit – man will nur erreichen, was man erreichen kann.

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4 Kommentare

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4 Antworten zu “Nicht mal eine Romanze

  1. Adlerschnabel

    Nein, dieser Trainer kann keine Defensive. In Frankfurt ist das aber auch schon lange nicht gefragt, sondern „schöner Offensivfussball“, eine Show nach Art der Harlem Globetrotters. Die Ähnlichkeit des jetzigen Impresario mit Skibbe ist kein Zufall. Um ehrlichen Fußball geht es in dieser Stadt und mit diesem Umfeld schon lange nicht mehr. Aber so sieht so eine Show eben ohne einen Einkäufer wie Allofs aus. Auch dazu braucht es eben Könner auf jeder Position. Zirkusdirektor kann nicht jeder.

  2. Jermaine Jones Junior

    Unter Armin Veh war auch nicht alles besser.

    • Unter keinem Trainer war jemals alles gut. Veh machte (auch) Fehler, flüchtete sich in manches mal in all zu dürftige Ausreden. Jedoch gibt es ein, zwei entscheidende Unterschiede zum jetzigen Trainer: Veh war nicht so stur sondern lernfähig und eine Verbindung zu den Spielern war (stets) spürbar. Letzeres ist auch durch zahlreiche Interviews verschiedener Spieler belegt. Und jetzt? Spürt / sieht man unter Schaaf so etwas? Im Gegenteil, es häufen sich die Indizien, dass Schaafs große Schwäche die Kommunikation ist. Und das, so könnte man unken, wird das Zwischenmenschliche ebenso beeinflussen wie die Vermittlung von Inhalten …

      • Florian

        Es ist mir auch mittlerweile schleierhaft, wie Schaaf so lange und erfolgreich in Bremen arbeiten konnte. Hat Allofs ihm einfach die Super-Angreifer gekauft, mit denen es halt immer irgendwie klappte? War es eine andere Zeit? Vermutlich alles irgendwie, vielleicht war der Draht im Werder-Biotop auch zu den Spielern besser. Leider hat man wenig Argumente, am Ende wird man das Saisonziel erreicht oder gar übertroffen haben, dann fragt keiner nach dem Wie. Umbruch und so. Am Ende stellen wir womöglich noch den Torschützenkönig, und Klauselbruno und Schaaf dürfen sich aus unerfindlichen Gründen feiern lassen. Es gab viele unerquickliche Spielzeiten für einen Eintracht-Fan, diese hier war/ist einfach nur noch seltsam; seit spätestens der Rückrunde dieses Vorbereiten auf den nächsten Tiefschlag lässt einen doch abstumpfen. Und für dieses Abstumpfen verachte ich diese Führungsriege aus tiefstem Herzen.

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