Das Siegergen

Ja was denn jetzt, ist es nun übertriebene Erwartungshaltung der undankbaren Fans und das Treiben der #Lügenpresse, oder ist der Missmut der Leut` doch nicht unbegründet? Die einen Spieler sagen so, die anderen so, und wieder ganz andere sagen erst dies, dann das. Von Funktionärsebene kommt erst die Ansage „Europa erreichen wollen“, dann – nach Schuldzuweisung an die Medien – hat man allen verpatzten Chancen zum Trotz mit irgendetwas zwischen Rang 8 und 13 zufrieden zu sein. Da ist man arrogant bei der Eintracht, schließlich weiß man es besser, wie der Vorstandsvorsitzende Heribert Bruchhagen uns verlautbart hat.

Trainer Thomas Schaaf spricht nun, da die Wahrscheinlichkeit aufgrund von Spielplan und qualitativem Aderlass geringer denn je ist, von „Europa natürlich erreichen wollen“. Könnten die sich da im Klub mal entscheiden, Farbe bekennen? Hü schreien, hott machen, etwas wollen, andere für das Wollen abbürsten – so geht es ja nun nicht. Das ist mehr als eine Stilfrage.

Heute geht es um Stil, Spielstil genauer gesagt, und um die Umsetzung der Bekenntnisse. Im Waldstadion ist Mönchengladbach zu Gast, ein Team, das mal so gut wie am Boden lag (bevor a) Eintracht Frankfurt es vor dem Abstieg bewahrte und b) Lucien Favre Trainer wurde) und dem hessischen Verein vormacht wie das so geht mit dem Zementdurchbrechen. Aber davon will man ja in Frankfurt nichts wissen, Hexenwerk das alles. Glück. Da ist man arrogant.

Die Mannschaft stellt sich jedenfalls von alleine auf, an diesem Abend. Ohne Alexander Meier (siehe unten), Carlos Zambrano und Marc Stendera wird der Einfallsreichtum des Trainers gefragt sein. Und von dem, das weiß auch der Letzte seit dem Diener-Auftritt in München, bestitzt Thomas Schaaf einigen. Makoto Hasebe, der einzige Organisator im Mittelfeld, wurde so schnurstracks zum Innenverteidiger. Takashi Inui und Lucas Piazon bildeten hinten raus das zweikampfwuchtige Mittelfeld und Sonny Kittel spielte bisweilen Stürmer. Die ewige Leier von der Enteierung der Flums, Bambas und Co. lassen wir mal raus.
Gegen Gladbach wird jedenfalls das IV-Duo Bamba Anderson und Alexander Madlung beginnen, der zuletzt erfreulich stabile und verbesserte Bastian Oczipka links, der notorisch überforderte Timothy Chandler rechts. Dann dürfen wir wohl auf den taktischen Kniff Makoto Hasebe, Aleksandr Ignovski, Sonny Kittel und Stefan Aigner hoffen. Shotgun-Seferovic wirds nach ganz vorne mit Nelson Valdez richten; die Wettervorhersage warnt vor Wirbelstürmen! Anstatt dem zweiten de-facto-Sechser Ignovski ist natürlich auch die offensivere Variante denkbar, die Grasfresser Inui und Piazon scharen mit den Hufe, womit Kittel jene unsägliche Nicht-Position im zentralen Mittelfeld spielen würde, die Schaaf als zweite Sechs bezeichnet.

Prognose? Ein er-glücktes Remis, 1:1, ist im Bereich des Möglichen. Aldiweil sich diese Mannschaft, allem austrudeln zum Trotz, nicht die nächste müde Nummer, zumal vor heimischer Kulisse wird leisten können. Auch nicht wollen, übrigens. Und dieser Wille könnte den Austrudelmodus zumindest unterbrechen, immerhin braucht es ja noch diesen einen Zähler zur 36, zum Klassenerhalt. Sollte sich, wider Erwarten doch das Zufallsgekicke wieder vollends durchsetzen, wird eben verloren, 1:2 oder so. Immerhin spielt beim Gegner Martin Stranzl nicht, das eröffnet der Spektakel-Maschine Eintracht Frankfurt zumindest die Erfolgsmöglichkeit.

Der Trostpreis Torjägerkanone, die erste seit Anthony Yeboah, wird indes auch abermals an einen der Großkopferten gehen, die München-Millionarios werden ihn emotionslos in Empfang nehmen, den Preis. Mildes Titelfoto-Lächeln und ab in den Urlaub. Was ist schon eine kleine Trophäe im Pflichtbetrieb Bundesliga, wenn es doch um Hochglanz-TV-Fußball zwischen Mailand, Manchester und Madrid geht.

So denn, liebe Leut`, immer an die Schaaf`schen Worte denken: Es wird viel zu wenig das Positive gesehen. Von daher glauben wir heute mal ganz ganz fest an einen wie-auch-immer gerarteten Erfolg. Und sollte dieser sich, wider Erwarten, nicht in zählbaren Punkten / einem Punkt ausdrücken, bekommen wir nach Spielende ganz sicher erklärt, was diesmal wieder so alles gut war. Ihr seht: es gibt nur Sieger!

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2 Kommentare

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2 Antworten zu “Das Siegergen

  1. Ne, lasst mal stecken. #
    Das ist mir alles zu negativ. Ich bin weder ein Freund Heriberts, noch ist der Herr Schaaf mein Wunschtrainer. Aber mal ehrlich Leut, als es vor der Winterpause gut lief war alles Friede, Freude, Eierkuchen. Bei der Presse, bei den Fans. Und nun soll alles Mist sein ?
    Ziehen wir uns doch mal an der eigenen Nase. Wir alle waren da euphorisch. Jetzt gugge mer halt alle e bissje belämmert aus de Wäsch.
    Aber lassen wir die Kirche im Dorf. absteigen tun wir nicht, Erfolg.
    Europa könnte noch erreicht werden, wäre ein riesen Erfolg. Aber wollen und brauchen wir das in dieser Saison? Ich weiß es nicht.
    Eins ist klar, es muß und wird sich nach der Saison einiges im Kader tun.

  2. Eintrachtfan_HH

    Zugegeben, ich bin auch kein großer Freund der nordisch, unterkühlten (insofern diese Attribute auf einen gebörddische Mannemer zutreffen können) Lenkungsweise, die dort über den Stadtwald weht aber andererseits, hat man das Gefühl das z. Z. wirklich alles und jedes Negative auf (insbesondere) HB und TS abgewälzt wird, um den eigenen Unmut über diese wirklich ärgerlichen, unzählbaren, ausgelassenen Chanchen dieser Spielzeit zu kompensieren. -die Spieler sind halt nicht Besser/ Konstanz ist auch ne Qualität, die gibts dann halt eher bei nem Spieleretat von >100mios.
    Ich weiß nicht, was soll bspw. falsch daran sein, „Europa erreichen zu WOLLEN“ und gleichzeitig sich dagegen zu wehren, bei Verpassen „alles mies machen zulassen“ !? -natürlich darf man das WOLLEN, nur, ob das bei dem Kader auch tatsächlich erreicht werden MUSS, steht auf einem anderen Blatt. Ohne Frage -sau ärgerlich- vieles in der Saision aber ehrlich gesagt, dachte ich vor der Saison, dass wir mit der Trümmertruppe (Einkauf des gefühlt 48- jährigen Valdez, 1000jähriger Almeida im Gespräch) Probleme haben werden die Klasse zu halten! Und unter Berücksichtigung dieser Ausgangssituation ist mir zZ echt ein bisschen zuviel Druck im Kessel!

    Ps. bitte den Begriff #Lügenpresse nicht so inflationär benutzen, sonst könnte der Glaube aufkommen, da sei so überhaupt nichts dran. Solange man aber auf die Idee kommen kann, dass in den Medien mehr „Meinung bebildet“, als neutral „informiert“ wird, musst du (beruflich betrachtet ->nicht auf diesem blog) / Ihr euch diesen Begriff jedoch gefallen lassen!
    Da bin ich arrogant! 😉

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