Ins Ziel taktiert

Was wochelang überfällig war, ist nun geschehen: Eintracht Frankfurt ist in der Tabelle abgerutscht, von Rang 8 auf 10 gefallen. Mit dieser Tatsache bzw. den Ereignissen am 29. Spieltag, gibt es zwei Gewissheiten. Die eine besteht darin, dass die SGE in dieser Saison mit dem Abstieg nichts zutun haben wir. 36 Punkte, die überlebenswichtige Marke sind mit dem Unentschieden gegen Mönchengladbach erreicht worden. Zudem haben alle Mannschaften auf den Niedergangs-Positionen verloren. Neun Punkte Vorsprung bei noch 15 zu vergebenden Zählern – nein, das erreicht von den untersten Teams keines mehr; schon gar nicht vier, fünf, sechs unerhalb des 10. Platzes. Die andere Gewissheit ist die, dass das Europapokalpfänzchen plattgetreten ist. Die Siege von Borussia Dortmund und Werder Bremen, deren Über- bzw. Ranspringen an Rang 7 sowie das auf-der-Stelle-Treten von Schalke 04 deuten auf ein „zwei aus drei“ hin (wenn Rang 7 schlussendlich wirklich für Europa reichen sollte, wofür das Finale Bayern vs. Wolfsburg lauten müsste).

Werder Bremen. Da wird es einem doch ganz anders. Nicht nur, dass die unter Robin Dutt, in der Nach-Verwaltung der letzten zwei Thomas-Schaaf-Jahre so schön runtergestrudelt waren. Nein, angeblich – man erinnere sich an die Aussagen der Frankfurter Klubspitze – habe man den SVW strukturell, sportlich hinter sich gelassen. Perdu. Plötzlich, nach einem Trainerwechsel, spielt ein qualitativ wahrlich schmächtig bestücktes Team um die EL-Qualifikation mit. Eine Mannschaft, die personell so viel schlechter besetzt ist als Eintracht Frankfurt. Kein Torwart! Sebastian Prödl! Asani Lukimya! Und das sind nur die Spitzen des Qualitativ-Eisbergs in dieser Mannschaft.

Nun gut,den direkten Vergleich gibt es ja in Bälde. Überhaupt: Am kommenden Wochenende in Dortmund, dann gegen Bremen. Wollte man in Sachen TV-Tabelle, also die Millionenbeträge für das ach-so-chronisch-unterfinanzierte Frankfurt, etwas unternehmen, müssen vier Punkte her. Bekanntlich müsste die SGE zwei (!) Positionen vor den Norddeutschen landen, um mit mehr Geld gepämpert zu werden. Realistisches Szenario?

Angesichts des Tabellenbilds und des Spielplans wird sich Frankfurt erstmal davor schützen müssen, am Ende auf Rang 12 / 13 zu landen. Mainz, Köln, selbst Berlin (Berlin!!!) stehen unmittelbar hinter den notorisch sieglosen SGE`lern, diesem Spektakel-Ensemble.

Was macht Hoffnung? Einige Eindrücke aus dem Spiel gegen Mönchengladbach. Zum ersten Mal in dieser Saison, nach 29 (!) Spielen, war ein Plan im Spiel zu erkennen. Es war sichtbar, wie man in dieser Partie bestehen, wie man agieren, wie man auftreten wollte. Das, gepaart mit dem ebenfalls nur in Ausnahmefällen bislang gesehenen Grundlagen, dem Fußball-Einmaleins (laufen, zweikämpfen, die einfachen Bälle spielen), kann die Grundlage für den einen oder anderen noch zu holenden Punkt sein. Nein, nicht kann, es muss die Grundlage sein, es ist die einzige Chance dafür/darauf.

In Dortmund fehlt der zuletzt deutlich verbesserte, stabile Bastian Oczipka als Linksverteidiger. Eine Schwächung. Ob Thomas Schaaf dort Constant Djakpa bringt? Unwahrscheinlich. Timothy Chandler wird, wie in der Nationalmannschaft der USA, auf links gestellt werden, Aleksandr Ignovski rechts hinten bleiben. Carlos Zambrano dürfte, semi-fit, für den ebenfalls gesperrten Bamba Anderson zurückkehren – als zweiter Mann des punktemäßig uneffektivisten Innenverteidiger-Duos des Klubs. Und sonst so? Stendera ersetzt den gegen Gladbach abermals zwar bemühten, aber wackeligen Medojevic.

Die Eintracht muss also vier, mindestens drei Punkte aus den nächsten zwei Spielen mitnehmen, um die aktuelle Position zumindest festigen zu können. Gegen Berlin und Hoppenheim muss dieselbe Anzahl, eher vier bis sechs Zähler, herausspringen. So könnte ein einstelliger Tabellenplatz herausspringen, Rang 10 sollte unter diesen Voraussetzungen, mit einer Punktzahl zwischen 42 und 45 jedenfalls machbar sein.

Nur mal so am Rande gefragt: Wir werden das die Funktionäre bei Eintracht Frankfurt eigentlich bewerten, sollte es am Ende eben nicht Rang 8 oder 9, von 7 ganz zu schweigen, sondern eher 10 bis 13 werden? Welche Schlüsse und welche Konsequenzen würden daraus gezogen? Weiterwursteln, weil überglücklich nach dem „Umbruch“ im Sommer 2014?

Besagtes Phänomen, liebe Leute, steht erst noch an. Es braucht noch ein paar treue Schäfchen in der Herde … 😉

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2 Kommentare

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2 Antworten zu “Ins Ziel taktiert

  1. Warte doch erst mal ab wo wir am Ende stehen bzw. wohin und mit wem wir gehen, dann kann man immer noch seinem Unmut äußern.

  2. Olli

    Welche Taktik plant eigentlich der Schaaf für die nächste Saison? Zambrano wird mit realistischen Angeboten nicht zu halten sein, Bamba erleidet aktuell eine Komplett-Demontage und Madlungs Vertrag soll nicht verlängert werden.
    Da TS also wohl keinen Wert auf Innenverteidiger legt, muss wohl der Torwart bei eigenem Ballbesitz den Libero machen, Russ die Innenverteidigung und Hasebe die Doppel-6, damit vorne 7 Offensive für Spektakel sorgen können! Kein Spiel mehr unter insgesamt 8 Toren? Jeweils mindestens 100 Tore schießen und kassieren?
    Ich raffe es einfach nicht. Und wenn man dem Madlung nur aus wirtschaftlichen Gründen noch nen Vertrag gibt und im Winter für 500.000 verkauft! In diesem Verein gibt es schon ein paar sture Vollidioten. Und ein paar unfähige.

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