Im Sack

Die Beißreflexe funktionieren noch, immerhin. Die Kritikerschelte ist auch so ziemlich das einzige, das noch funktioniert bei Eintracht Frankfurt. See no evil, hear no evil, speak no evil – ganz einfaches Konzept für einen ganz simplen Weg durchs Leben. Da sind die Menschen wie die Leut‘.

Jetzt also, da man sich beschimpfen lassen muss für etwas, dass das Prognostizierte eingetreten ist, rotten sich die Ewigtreuen hinter dem Scherbenhaufen zusammen. Parole: Deutungshoheit gewinnen. Aus einer miesen Saison eine gute werden lassen, wozu hat man denn schließlich einen Mediendirektor, EintrachtTV und Co.?!

Die tabellarischen Zahlen sprechen mittlerweile die Sprache der sportlichen Eindrücke. Es ist auch völlig egal, welche(r) Spieler auf dem Platz steht. Bis auf Makoto Hasebe gelingt es keinem, saubere Bälle zu spielen. Basisarbeit, die den meisten misslingt, sei es aus Form- oder Motivationsgründen. Einzelkritiken verbieten sich in diesen Wochen, weshalb ich auch zuletzt keine schrieb und schreiben werde. Es ist sowieso ein Brei – und das, was zu einzelnen zu schreiben wäre, wurde schon dutzendfach zuvor geschrieben. Haris die Schrotflinte, Stendera der Träge, Chandler/Ignovski die Überforderten. Nach 33 Pflichtspielen, von denen mindestens 25,26 gleich aussahen und ähnlich verliefen, fällt einem schlicht nichts mehr ein. Gegen Lernresistenz haben nicht mal die weltbesten Pädagogen ein Mittel.

Die Krux: Da draußen rennen Woche für Woche tausende unbeirrt ins Stadion, kaufen auf dem Schwarzmarkt nach wie vor Tickets zu Mondpreisen. Dass da viele Zeitungsleser dabei sind, am Tatsächlichen Interessierte, ist unwahrscheinlich. Es sind Leute, die entweder einfach ihren Event-/Erlebnisdurst stillen oder die teuer gekaufte Dauerkarte nicht ohne Gegenleistung genutzt haben wollen. Legitim.

Kritik hingegen ist nicht legitim. Das war immer schon so, siehe 2010/2011, wo die Mahner monatelang angegriffen wurden. Und als die Ewigtreuen, die Hohlköpfe es dann irgendwann über die Macht des Faktischen, dem Belegen eines Abstiegsplatzes erkannt hatten, platze ihnen ihr testosterongetränkter Kopf. Tja. Alles war (früh) zu erkennen, wie auch in dieser Saison – (Fußball)Gott sei Dank mit gerade-so-nicht-Abstieg.

Was also wird in den drei letzten Elendswochen noch passieren? Ein Punkt wird mindestens noch er-quält, in der Tabelle wird es schlussendlich Rang 12 mit 38,39 Punkten. Und alle so: yeah!

Nach der Saison wird es dann ruppig. Die Resterampe wird in Augenschein genommen (Heiko Westermann, Ivo Ilecevic, spielt Cacau noch?), zusätzlich zu den vielen vielen Neuzugängen, die es angesichts der Transfer- und Enteierungs-Fehler 2014/2015 gab, braucht es zwei weitere Offensivspieler wegen der Langzeitverletzungen von Alexander Meier und Sonny Kittel. Wir reden von 2 bis 3 Innenverteidigern, einem RV, zwei DM, zwei für LM und RM sowie mindestens zwei Stürmern und einem Ersatztorwart. Gut und gerne 10 Leute, wovon zumindest die Hälfte besser als die vorhandenen Spieler sein, also Stammkraft-Potential besitzen müssen. Und noch nicht einer hat unterschrieben. Aus der Verhandlungspositionen einer bestenfalls grauen Maus heraus soll nun die Kader-Verbesserung – ohne große TV-Tabellen-Millionen – geschehen. Happig. Und viele Schaaf-Getreue sind gar nicht mehr aktiv.

So oder so: Umbruch? Jetzt (!) passiert er. Womit die Ausrede für das Abschneiden nächste Saison ja bereits im Sack ist.

Weiterwursteln.

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Eine Antwort zu “Im Sack

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