Die vielen Beine der Verteidigung

Nun, da Alexander Madlung – seit seinem Dienstantritt bei Eintracht Frankfurt im Laufe der Zeit stets Stammspieler geworden – offenbart hat, dass in Sachen Vertragsverlängerung von Seiten des Vereins niemand mit ihm gesprochen habe, blicken wir mal auf die Innenverteidigung der SGE der Saison 2014/2015.

Wie der Kicker Ende Februar (nach dem 22. Spieltag) auswertete, bescherte die Variante Anderson/Russ der Eintracht 1,6 Punkte pro Spiel. Russ und Madlung (bis dato aber nur zwei Spiele gemeinsam auf dem Feld gewesen) folgen mit 1,5 Punkten im Schnitt. Das Duo Anderson/Zambrano erreicht 1,25 Zähler, Russ/Zambrano lag bei 1. Das Pärchen Anderson/Madlung (bis dato aber nur zwei Spiele gemeinsam auf dem Feld) kam auf 0,5 Punkte, Madlung/Zambrano (nur ein Spiel gemeinsam) lag bei 0 Punkten.

Seitdem haben die Pärchen abermals vielfach gewechselt und es kamen folgende Punkt-Ausbeuten zusammen:

(ab dem 23. Spieltag)
Russ/Madlung: 3 Punkte
Zambrano/Russ: 0
Zambrano/Madlung 0
Zambrano/Madlung 1
Madlung/Anderson 0
Madlung/Anderson 1
Zambrano/Madlung 0
Russ/Anderson 0
Russ/Zambrano 3
Zambrano/Madlung 1

Wie man sieht, ist Marco Russ – das gilt in der Zeit der Kicker-Auswertung wie auch für diese bei Eintrachtinside – der von den Ergebnissen her bewertet beste Innenverteidiger im Kader. Doch welches Duo ist insgesamt gesehen am effektivsten? Da das bis Ende Februar punktbeste Duo Russ/Anderson in der Rest-Rückrunde nur noch einmal gemeinsam auflief – und verlor, was den Schnitt auf unter 1,5 drückt – rückt das Pärchen Russ/Madlung in den Fokus: Bei ihrem einzigen gemeinsamen Einsatz holten sie einen Sieg, schrauben ihren Punktschnitt auf 2 Zähler pro Partie. Problem: Bei nur drei gemeinsamen Spielen ist die Aussagekraft sehr gering. Die Südamerika-IV Anderson/Zambrano gab es im Frühjahr gar nicht mehr, bleibt bei 1,25 stehen. Die Variante Russ/Zambrano (drei Partien, alle remis, bis zur Kicker-Bewertung, in der hiesigen Nachschau zwei gemeinsame Spiele je ein Sieg, eine Niederlage) bewegt sich auf demselben 1,25er-Niveau. Das ab Ende Februar am häufigsten eingesetzte Pärchen Zambrano/Madlung (bis dato ein Spiel = Niederlage) holte in vier Partien zwei Punkte, kommt also auf einen Gesamtpunkteschnitt von unter 0,5 Zählern pro Spiel.

Ergebnis: Marco Russ und Alexander Madlung bilden das effektivste Eintracht-Innenverteidiger-Pärchen mit im Schnitt zwei Punkten pro Partien, was aber eben nur auf drei gemeinsamen Spielen basiert. Dahinter liegen die Duos recht eng und ähnlich beisammen. Der Umkehrschluss, also wer das schwächste IV-Duo bildete, lässt sich etwas leichter ziehen. Es sind Carlos Zambrano und Alexander Madlung (5 gemeinsame Spiele in dieser Saison, weniger als 0,5 Zähler pro Partie). Das alles gilt natürlich vorbehaltlich des 34. Spieltags.

Was bedeutet das abschließend für eine mögliche Weiterbeschäftigung von Madlung? Jedenfalls so viel, dass es keinen Sinn macht, einen Kader der diesmal tatsächlich einen Umbruch durchmachen wird, im Backup-Bereich noch mehr durcheinanderzuwirbeln. Madlung hat in seinen bislang 1,5 Jahren, allen Mängeln zum Trotz, zu überzeugen gewusst. Den wirtschaftlichen Aspekt ganz außen vor gelassen gibt es keinen Grund, mit Madlung nicht zu verlängern, schon gar nicht wenn man sieht, dass Takashi Inui in Frankfurt weiterwursteln darf.

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4 Kommentare

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4 Antworten zu “Die vielen Beine der Verteidigung

  1. ich_immer_wieder_ich

    Und dein Vergleich zu Inui hinkt gewaltig.
    Während wir mit Anderson, Russ, vermutlich Zambrano und Kinsombi quantitativ und qualitativ im IV solide aufgestellt sind, haben wir nach Kittels schwerer Verletzung und Piazons Abgang nur noch Inui übrig, der aber ebenfalls weg wäre, wenn man die Option nicht gezogen hätte. Es ist schon schwer genug, mit unseren Finanzen einen gescheiten LA zu finden, wir hätten es noch schwerer, wenn auch noch der Backup wegfällt.

    • Anderson fällt bis Jahresende aus, ob er zum Rückrundenstart in einer anständigen Form am Start ist: zweifelhaft. Zambranos Verbleib ist alles andere als sicher, zumal man an der Sinnhaftigkeit eines Unbedingt-Verbleibs auch zweifeln darf. Bleibt Russ. Was ich bislang von Kinsombi gesehen habe, lässt mich an der These des „in der IV gut aufgestellt seins“ massiv zweifeln; qualitativ wie quantitativ.

      Auf der Außenbahn käme – rein theoretisch – übrigens Jan Rosenthal zurück. Und im Gegensatz zu Madlung ist Inui, mit Ausnahme seiner 12 Wochen of fame, jedweden Qualitätsnachweis schuldig geblieben.

      Unabhängig von der sicherlich richtigen Feststellung, dass wir auf den Außenbahnen – Inui hin oder her – unglaublich dünn aufgestellt sind, kann ich mir beim besten Willen nicht erklären, wieso man (auch wirtschaftlich) einen gestandenen, nicht aufmuckenden und guten IV-„ErsatZ“ nicht halten zu wollen (schaue dir jedes x-beliebige Inui-Spiel an und sage mir, wieso man Inui halten würde wollen).

  2. ich_immer_wieder_ich

    Vielleicht solltest du dir nochmal die erste Halbzeit des Schalke-Spiels mal ansehen, um zu erahnen, warum man mit Madlung nicht verlängern will.

  3. Olli

    Zum Thema Madlung vs. Inui habe ich schon vor Wochen mal ähnliches geäußert.
    Aber man scheint den Russ mit aller Macht von Hasebe fernhalten zu wollen. Die müssen ja mit jeder Menge ganz großer Kalieber in der Defensive verhandeln – zuversichtlich.
    Denn einem Zambrano in der aktuellen Form trauer ich ungefähr genauso nach wie damals Rode.
    Mal schauen was man sich so auf der Hamburger-Resterampe holen kann oder in Hannover.

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