Einig in die Analyse

„Endlich ein einendes Ereignis“, schrieb ein Eintrachtinside-Leser angesichts der Torschützenkönig-Krönung von Alexander Meier.
Treffender hätte man es nicht formulieren können. Dieser Titel, die Reaktionen – gepaart mit dem Heimsieg zum Saisonabschluss gegen Leverkusen – versöhnen mit vielen von dem, was Eintracht-Fans über Monate erdulden mussten. Aus einer an spielerischer Armut schwer zu überbietenden Saison geht man dank der genannten Vorkommnisse immerhin mit einem zufriedenen Gefühl heraus.

Gleichsam sollte man nun nicht der Versuchung erliegen, optimistischst in die neue Saison zu gehen. Sicher, mit Stefan Reinartz ist ein Transfer-Coup gelungen. Etwas, das sich in die positive Stimmung zum Saisonausklang mischt. Und doch sollte man die spielerischen Eindrücke, die 28,29 von 34 Spieltagen andauernde Mängelmaschinerie nicht vergessen.

Rang 9 und lila Wolken ändern nichts an den erforderlichen Analysen und Lehren. Des Trainers Defizite, gerade im zwischenmenschlichen kommunikativen Bereich müssen besprochen werden. Mit welcher Konsequenz auch immer. Im Kader bedarf es 6,7, eher 8 neue Spieler, darunter noch 1,2 der Kategorie Reinartz. Gleichsam sollte man sich aus verschiedenen Gründen von manchem Kicker trennen (Flum nach der mehrfachen Enteierung) durchaus aber auch aus Leistungsgründen (Inui, Medojevic). Das Problem: die Transfersktivitäten müssten sogar noch umfassender sein. Fast unmöglich; es sei denn der neue Chefscout Bernd Legien bringt Arbeitsnachweise abseits des Kicker-Sonderhefts.

Eine saubere Saisonbilanz zu verfassen, das gestehe ich, fällt mir schwer. Erfolgreiches Gerumpel, enttarntes Abrutsch-Gerumpel, Zwischenhoch, Gerumpel, Grauschleier, bleiern, Aufrappeln, Austrudeln, am Riemen reißen und versöhnen – mit diesen Stichworten soll der Pflicht genüge getan sein.
Interessanter als das Widerkäuen des binnen 10 Monaten immer wieder Geschriebenen ist, dass diese Mannschaft – so zerklüftet da manches auch zu sein scheint – in der Lage ist, sich zusammenzureißen wenn es so richtig darauf ankommt. Kurz bevor die Stimmung (und Tabelle) richtig kippt, kurz bevor es ruppig wird, hat sie aus sich heraus Energie und Können aktiviert. Das war im November so, als das Team den Trainer zur Spielausrichtungs-Umkehr zwang, das war im Frühjahr so als Kevin Trapp das SGE-Pamphlet postulierte. Ab Herbst 2014 wurde dann Fußball gespielt, ab Mai 2015 ein zweiter Sechser in die Formation integriert. Et voila: die beiden erfolgreichsten Saisonphasen gingen über die Bühne. Kein Hexenwerk, in diesem Blog nachlesbar monatelang gefordert.

In beiden Umdenk-Fällen, und darin steckt eine gewisse … Brisanz, wenigstens jedoch Süffisanz: Trainer Thomas Schaaf ist nicht der Impulsgeber, der Umlenker gewesen. Das Kollektiv hat ihn – im ersten Fall auf jeden Fall – gelenkt. Nun kann man auch sagen, dass Schaaf sich hat belehren, Unsummen lassen, dass es eine Stärke ist, zu lernen. Nunja, das wäre eine wirklich sehr gewagte These. Zweimal stand er mit dem Rücken ziemlich dicht an der Wand, weil deine Idee das Team und ihn an eben diese drückte. Lernresistent zeigte er sich die meiste Zeit. Das ist Fakt. Besagte Analyse sollte zum Anlass genommen werden, den Trainer dahingehend – Überzeugungen hin oder her – einzuordnen. Eintracht Frankfurt ist kein Wiese-Naldo-Frings-Diego-Ailton-Kollektiv, es ist auch nicht mehr 2005, wo die Raute noch heilig war.

Es steht ein spannender Juni bevor – inklusive der nimmerlangweiligen Carlos-Zambrano-causa. Zur Erinnerung: Das Vertragsangebot stammt aus November 2014.

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