Die Eröffnung von Chancen

Während sich der Hass der Wutbürger, der Ewigtreuen und Uninformierten gegenüber der #Lügenpresse im Internet weiter Bahn bricht, ist die Welt rund um Eintracht Frankfurt tatsächlich und entgegen aller Erwartunge nicht untergegangen.

Im Gegenteil: Plötzlich eröffnen sich dem Klub Möglichkeiten, die Fesseln der im Frühjahr und Sommer 2014 selbstverschuldeten Notsituation sind gelöst, der nun de facto bevorstehende Umbruch kann mit einem neuen Trainer – einem, der besser zur SGE, zur Mentalität des Teams, zum künftigen Kurs passt als Thomas Schaaf – gestaltet werden.

Die ersten Namen sind gerüchtet worden, Sascha Lewandowski, der Bayer-Leverkusen-Ex, ist darunter. Dazu hat sich Jens Keller, Ex-Eintrachtspieler und trotz aller Kritik erfolgreichster Schalke-Trainer der vergangenen Jahre, selbst via Interview ins Gespräch gebracht. Wenn man jetzt den Blick nochmal über den Trainermarkt schweifen lässt und sieht, dass es daneben noch Mirko Slomka, wohl Andre Breitenreiter, Armin Veh, Huub Stevens, evtl Kosta Runjaic und einige weitere durchaus Profilierte gibt … die Ausgangssituation im Vor-Sommer 2015 ist eine wesentlich komfortablere als vor einem Jahr. Damals gab es nach der Absage von Roger Schmidt nur di Matteo (den es jetzt auch wieder gibt) oder Schaaf.

Einschätzung gefällig? Lewandowski (wie auch Schur) wäre die mutigere Variante, eine, die zur sichtbar eingeläuteten Post-Bruchhagen-Zeit passen würde. Ein Trainer, der im Nachwuchsbereich – dem Manko der Eintracht – Erfolge gefeiert hat, der auch in der Bundesliga kein Grünschnabel mehr ist, der aufgrund der seit Jahren guten Beziehung zwischen Frankfurt und Leverkusen (siehe auch Transfer von Stefan Reinartz, Bastian Oczipka oder Pirmin Schwegler) irgendwie passen würde.

Aber auch Jens Keller wäre wahrlich keine schlechte Wahl. Wer es bei Schalke, diesem Unruheherd und Diletantenstadel trotz aller und jahrelang anhaltender Kritik zu so viel, zu so viel mehr als sein Nachfolger di Matteo bringt – der wird kein Vollblinder sein. Jedoch ist Schalke 04 immernoch ein finanziell gepämperter, vom Kader her gesehen besser aufgestellter Klub als Frankfurt. Mit Höwedes,Draxler,Neustädter, Huntelaar und Co. geht fast automatisch mehr als mit vergleichbaren SGE-Profis. Ergo muss man die Frage stellen, ob Keller eventuell nur mit Garde-Kickern oder auch der Kategorie darunter Erfolg haben kann. Und man höre mir mit Kellers Mimik als Argument auf.

So oder so: Für jene Fans und Beobachter, die Eintracht Frankfurt intensiv und konzentriert verfolgt haben und verfolgen, ist der Rücktritt von Thomas Schaaf als Trainer eine Erleichterung, eröffnet weitaus mehr Chance als Risiko. Denn die Zerwürfnisse in der Mannschaft bzw. das Klima zwischen Trainer und Team, waren sichtbar kühl; und zwar nicht nur, weil es zwei, drei Unzufriedene gab, sondern weil ein erheblicher Teil der Profis Probleme mit Schaaf hatte. Ich empfehle dazu die Lektüre der FAZ-Printausgabe von Mittwoch.

Diesmal, da bin ich zuversichtlich, wird Ex-Coach Friedhelm Funkel Unrecht mit seiner Einschätzung haben, wonach das Schaaf-Aus gefährlich für die Eintracht werden wird. So sehr er etwa bei Inui – den man ein weiteres Jahr gebunden hat (um Ablöse kassieren zu können?) – dessen Mängel vorhersagte, so sehr irrt er jetzt.

Denn: Ein neuer Trainer wird eben nicht an einem etwaigen Europapokal-Platz gemessen werden, nicht mal an den letztlich 43 Punkten und Rang 9. Es wird darum gehen, Fussball spielen zu lassen, ein Team-Klima wie unter Armin Veh oder Friedhelm Funkel entstehen zu lassen. Der Rest, dafür reicht die Qualität der Mannchaft, kommt von alleine. Denn genau das, liebe Leser, ist die Lehre aus der abgelaufenen Saison: Wenn sich die Truppe durchsetzt, spielen darf was sie spielen kann und sollte, wenn sie sich zusammenreißt, wurde gepunktet. Zwei Zwischensprints, im Novemer 2014 und nach der Trapp-Verlautbarung sind Beweis genug.

Ein neuer Trainer wird in Frankfurt eine gute Mannschaft und ein genügsames, aber stimmungsvolles Umfeld vorfinden. Das werden viele Trainer im Geschäft wissen; macht euch also geschmeidig, nun kann etwas neu gestaltet werden, das neu gestaltet werden muss(te).

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4 Kommentare

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4 Antworten zu “Die Eröffnung von Chancen

  1. Thea

    Normalerweise schreibe ich ja nicht, aber bei diesen Beschimpfungen, dachte ich, der fleißige Eintracht-Insider freut sich vielleicht auch was Positives zu hören. Nicht das Sie zurücktreten, weil hier eine rum pöbelt.

    Ich verfolge diesen Block schon eine ganze Weile und in der letzten Zeit waren mir manche Ausführungen etwas zu pessimistisch, aber im Großen und Ganzen konnte ich vieles unterschreiben. Jeder der die Eintracht im letzten Jahr dauerhaft begleitet hat, musste sich Sorgen machen ob das mit Schaaf noch mal was werden würde. Am Anfang war ich ganz zufrieden mit dieser Wahl und auch des Trainers Wunsch nach Identifikation und sein Wille hier was erreichen zu wollen, freuten mich. Ich wartete geduldig auf ein System und entschuldigte Vieles mit dem Verletzungspech in der Mannschaft. Bei einigen Aufstellungen war ich mehr als verwundert und auch das entschuldigte ich damit, das der Trainer schon wissen würde, was er da macht Aber mit jedem Spiel begann ich mehr zu zweifeln. Da man sich in den meisten Dingen nur aufs Spekulieren verlassen muss und auch aus dem Training nicht wirklich viel abzulesen war, habe ich auch aus der Körpersprache einiges abzuleiten versucht und hier konnte man einen deutlichen Unterschied in der Lockerheit und Spielfreude nach dem Gespräch der Mannschaft mit dem Trainer erkennen. Die Ergebnisse sind bekannt und die Rückrunde hat auch jeder in Erinnerung. Wäre Thomas Schaaf nicht zurückgetreten, hätte er sich noch einiges an Kritik im Forum, in Fachkreisen und in den eintrachtnahen Medien anhören müssen. Das letzte Jahr wäre auf den Prüfstand gekommen und Viele hätten sich gefragt ob das noch besser wird und es wären zwangsläufig Zweifel aufgekommen – Meistertrainer hin oder her. Aber jetzt ist er das Opfer und die Eintracht in der Öffentlichkeit wieder der Sauhaufen. Aber ich sehe die Trennung von Schaaf, genau wie Sie, nicht als Problem sondern als Chance das die Eintracht jetzt einen Neuanfang starten kann und bin froh darüber.

    Und ich freue mich auf ihre nächsten Ausführungen, die neben der SGE4ever und der Rundschau meine liebsten Eintrachtnachrichtenquellen sind. Erfreulich ist, das es in Frankfurt noch eine kritische Presse gibt und das ist auch gut so. Pressefreiheit ist ein hohes Gut und lassen Sie sich nicht den Mund verbieten (machen Sie sicher eh nicht, aber ich wollte es doch noch mal erwähnen). FORZA SGE

  2. Staniii

    Jos Luhukay anyone?

  3. Anonymous

    Vielleicht sollten Sie sich mal geschmeidig einen neuen Job suchen. So ein Mist zu schreiben ist unter aller SAU. Presse haltet die Fresse. Habt ja euer Ziel erreicht. Egal wer kommt. Beim nächsten Trainer werdet ihr die selbe Scheiße schreiben, wenn er euch nicht ins Bild passt. Müsst ja Zeitungen verkaufen. Armes Deutschland. Keine Macht den Medien.

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