Monatsarchiv: Juni 2015

Luc schließt (k)eine Lücke

Der Holländer Luc Castaignos, 22 Jahre alt, soll für 2,5 Millionen Euro von Twente Enschede zu Eintracht Frankfurt wechseln. Das meldet die Bild-Zeitung am Montagnachmittag.

Castaignos hat in der 1. holländischen Liga in 29 Spielen (das Gros absolvierte er von Beginn an und über 90 Minuten) zehn Tore erzielt, kein Tor vorbereitet. Er ist 1,87 Meter groß und weniger für seine Schnelligkeit als für seine Physis bekannt. Gegen das auch der SGE bekannte Qarabag Agdam traf er in der EL-Qualifikation, es war das für Enschede entscheidende was den Einzug in die Gruppenphase angeht.

Schnelligkeit auf dem Feld gibts also weiterhin nicht wirklich bei der Eintracht, sofern der Transfer tatsächlich Realität wird. Mal sehen, wann man das Manko Tempo angehen will.

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Feuriges Frankfurt

Die Anzeichen für einen Wechsel von Kevin Trapp zu Paris St. Germain verdichten sich, ist in den vergangenen Stunden (kostenlos für alle Konsumenten) ins Internet geschrieben worden. Es würde auch Zeit für einen Verkauf; und das nicht nur aus finanziellen Erwägungen heraus.

Kevin Trapp war bereits nach dem Aufkommen des Gerüchts, dem Ausbleiben jedweden Statements des Spielers, geschweige denn eines Dementis, sportlich/sportpolitisch nicht mehr vermittelbar. Schon gar nicht als Kapitän. Dass weder bei Eintracht Frankfurt noch Kevin Trapp selber Schwurbel-Worte um den Sachverhalt geschwungen haben, ist löblich. Der Klub, das ist fast eine Binse, kann auf so viel Geld nicht verzichten. 10,11,12 Millionen Euro sind im heutigen Profifußball zwar bereits Erdnüsse, jedoch wäre es für Frankfurt der erste veritable Transfer der Vereinsgeschichte. 116 Jahre wird es gedauert haben, so eine Summe zu erzielen. Mehr als ein Vierteljahrund seit Lajos Detari, rund 20 Jahre nach Bossmann und dem Einfallstor für die Megasummen.

Trapp wird nun, wenn er in Paris für drei, vier Jahre unterschreibt, mit Mitte 20 bereits finanziell alles und noch viel mehr für seinen Ruhestand und den seiner Kindes-Kinder gesichert haben. Glückwunsch dazu. Adieu.

Eintracht Frankfurt hingegen erhält die Chance, eine bislang wirklich einmalige, eine Mannschaft qualitativ spürbar aufzupumpen – mit dem Zwang, dass auch tabellarisch Ungeahntes – wir reden vom Europapokal – herausspringen müsste. Da das Gerüst dieses Teams passt, es auf einigen Positionen gut-qualitativ besetzt ist, eröffnen sich durch die etwaigen Transfermillionen (neben Trapp wird auch Kadlec früher oder später irgendetwas um die 2 Millionen Euro einbringen; Herr Valdez findet dank paraguayanischer Mithilfe bestimmt auch noch was in Südamerika) personell viele Möglichkeiten, mit drei Neuzugängen einer gewissen Größenordnung (schnelle Spieler! Auf Niveau wie Stefan Reinartz, bzw. dem Reinartz, den man aus Leverkusener Stammspieler Zeiten kennt).
Jetzt kann, jetzt muss Sportdirektor Bruno Hübner beweisen, dass die These stimmt, er sei bislang von internen Strukturen und handelnden Personen ausgebremst worden. Die Kirchenmaus kann nun kotzen statt kleckern.

Unabhängig davon, ob man tatsächlich mit Innenverteidiger Carlos Zambrano verlängern kann, verlängern wird, sind die Schwachstellen nicht kleinzureden: Innenverteidigung, linkes Mittelfeld, Sturm. Wie gesagt: drei höherklassige Kicker sind von Nöten. Zum Zweck, die offensichtlichen Lücken zu stopfen. Ginge es darum, den Kader insgesamt auf ein neues Niveau zu beamen, müsste nochmal dieselbe Zahl (ähnlich guter) Fußballer her. Und natürlich ein Tor-Trapp-Ersatz. Wohl wäre einem angesichts eines Duos Lindners Heinz und Balajevs Emil mit Sicherheit nicht. Österreich, Aserbaidschan – nix gegen die Jungs, aber soviel Fantasie kann der Fan kaum aufbringen, schon gar nicht in dem Land, dass seit Jahrzehnten so ziemlich die besten Keeper ausbildet.

Man ist gespannt auf den ersten Neuzugangs-Namen, der in Frankfurt kursiert, sobald Trapp in Richtung Eifelturm jettet. Positionsunabhängig. Das mit dem Langerak nach Stuttgart ist jedenfalls ein wenig doof. Dann muss der Weidenfeller ja doch die Dortmunder Bank wärmen. So richtig viel Auswahl gibt es da jedenfalls nicht mehr, egal welche Richtungsentscheidung (Älteren holen und Lindner 1,2 Jahre wiegen / eine auch perspektivisch klare Nummer 1 reinstellen) man wählt. Jaroslav Drobny, Fabian Giefer, Koen Casteels – emotionalisiert nicht so wirklich, oder? Zu Drobny könnt ich sogar trotz dessen 37. Lebensjahr noch ja sagen, bei Giefer wäre ich unsicher mit Tendenz bejahend, vor Casteels hätte ich ziemlich Angst. Möchte man sichs richtig riskant geben, holt man etwa aus Hoppenheim Marvin Schwäbe, den U20-Nationaltorwart. So oder so: Heinz Lindner wird sich im Kampf um die Nummer 1 einem Duell stellen können, indem seine Rolle offen ist. Einzig die Personalie Weidenfeller würde die Hierachie unter der Latte klären.

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Der irische Heilige

Sommerpause. Sommerloch. Sommergeschichten. Die perfekte Zeit für umhergehende Gerüchte. Diesmal im Angebot: Kevin Kuranyi.

In lange vergangenen Tagen hätte der Name in Frankfurt für helle Aufregung gesorgt, wäre so eine Personalie geeignet gewesen zum Träumen, ein Aufbruchszeichen, ein Coup. Damals, bevor die Millionensummen von Gazprom Gelsenkirchen Verheißung verhießen, bevor der Egomane sich outete, bevor der Nationalmannschafts-Eklat geschah, bevor es das russische Exil samt rollender Rubel wählte.

Jetzt ist Kuranyi, auch schon erstaunliche 33 Jahre, erstmal eines, und zwar ablösefrei. Er erfüllt damit die bei Eintracht Frankfurt wichtigste Eigenschaft, die ein Spieler besitzen muss: billig zu haben sein. Erstmal in puncto Ablöse, dann in Bezug aufs Gehalt. Ersteres ist verbrieft, wenn man mal Handgelder, nennen wir sie Unterschriftsprämien, naiv ignoriert. Zweiteres, also das Gehalt, wird witzig. Laut der russischen Zeitung „Rianovosti“ verdiente er in Moskau 5,7 Millionen Euro pro Jahr und war bis zum Wechsel von Samuel Eto’o in die russische Liga der bestbezahlte Fußballspieler Russlands. Die oben genannte Summe dürfte mindestens dem zweieinhalb bis dreifachen dessen entsprechen, was die bestverdienenden Eintrachtspieler bekommen. Gehaltsgefüge, irgendjemand?
Klar, Kuranyis Vorstellungen werden sich runter-ge-ansprucht haben; wenn ein Kevin Trapp erstmal das erhöhte Salär nicht mehr bekommt, lässt sich auch ein Kuranyi nochmal zwei Jahre bezahlen. Vielleicht ist es das, die paar Prozent mehr Kirchenmaus-Mammon, welche Eintracht Frankfurt dem Zweitligisten Fortuna Düsseldorf, das wohl auch zuletzt Interesse an Kuranyi bekundete, voraus hat.

Gerne wird bei solchen (möglichen) Transfers vom Zenit (nein, nicht Sankt Petersburg, Russland, ein sich anbiederndes Wortspiel) gesprochen. Seine Scorerbilanz lässt den Schluss jedenfalls nicht zu, dass er seinen Zenit überschritten hätte. In fünf Jahren bei Dinamo Moskau erzielte er in 151 Spielen 56 Tore (plus 24 Vorlagen); und das Gros nicht nur in den Anfangsjahren. In der abgelaufenen Saison kommt er in der Liga auf 14 Scorerpunkte (zehn Tore, vier Vorlagen) in 24 Spielen sowie sieben Scorerpunkte (fünf Tore, zwei Vorlagen) in der Europa League.

Nun sind Quervergleiche zwischen Ligen nicht nur schwer, sondern auch kaum aussagekräftig. Die russische Liga hält einem Vergleich mit der Bundesliga nicht stand, von daher relativieren sich solche Leistungsdaten. Jedoch fällt auf, dass sich die Quote in Russland mit jener nahezu 1:1 deckt, die er in seinen Jahren in Stuttgart aufwies. Auf Schalke spielte er noch häufiger, scorte er mit einer noch höheren Regelmäßigkeit/Quote.
Die Werte lesen sich zweifelos überragend. Lässt sich der (statistische) Russland-Eindruck auf ein mögliches Engagement bei Eintracht Frankfurt, in der Bundesliga, übertragen? Wohl kaum. Da man sich aber im Leben vieles erhoffen darf, liefert Kuranyi wenigstens Ansatzpunkte um sportlich überzeugt von ihm sein zu können.

Ob es Sinn macht, neben Haris Seferovic und Alexander Meier – der aber eine andere Position unter Trainer Armin Veh einnehmen wird – einen weiteren eher physisch starken denn schnellen Offensiven zu verpflichten, ist indes zweifelhaft. Ein guter Konkurrent, ein reiferer, entwickelterer Spieler für / als Seferovic, wäre Kuranyi allemal.
Die zwingenste aller Neuverpflichtungen wäre er, Stichwort linker Flügel, schneller Stürmer, Innenverteidigung (mal zwei), nicht. Die kreativste ebenfalls nicht, #kickersonderheft. Aber Gelegenheit macht eben Liebe. Gilt ja vielleicht auch bei Heiko Westermann, Gojko Kacar, Ivo Illecevic oder Timo Gebhart …

Zur Überschrift: Ich habe gelernt, dass Kevin – dieser mittlerweile in der Rezeption schon so ausgelutschte Name für Angehörige bildungsferner Schichten – ein Vorname irischer Herkunft ist, der Namenstag im Juni auf einem irischen Heiligen des 7. Jahrhunderts fußt. Wenn das mal nicht vielversprechend ist.

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Stillgestanden

Irritierend, überraschend, zunehmend besorgniserregend- so dürfte sich sich der aktuelle und anhaltende Transfer-Stillstand bei Eintracht Frankfurt für viele Fans anfühlen. Scheinbar, und wie so oft, sind die Funktionäre eben doch nicht frühzeitig, strategisch tätig geworden. Die Baustellen, nein, die Schwachstellen sind seit Monaten bekannt. Durch die Langzeitverletzungen von drei Spielern ist der Handlungsbedarf zwar noch gestiegen, aber an der grundsätzlichen Erkenntnis ändert(e) sich dadurch wenig. Innenverteidigung, Rechtsverteidigung, linkes offensives Mittelfeld, Sturm. Geschehen ist auf diesen Positionen bisher nichts, man hat einen (sehr guten) defensiven Mittelfeldspieler verpflichtet. Tja.

So lukrativ und neue Möglichkeiten eröffnend ein Verkauf von Torhüter und Kapitän Kevin Trapp auch wäre, kann damit doch nicht eine komplette Neuverpflichtungsstrategie stehen und fallen. Zumal soghar jeder Fan ahnen konnte, dass für Trapp früher oder später ein Angebot eines finanzkräftigen Klubs kommen würde. Dass es nur ein halbes und keine ein, zwei Jahre nach der Vertragsverlängerung dauern würde, ist zwar überraschend schnell, aber für Profis im Geschäft doch keineswegs unkalkulierbar gewesen?!

Da sich nun auch der Verkauf des verletzten Vaclav Kadlec zerschlagen hat, ist eine Beschleunigung in Transferfragen nicht wahrscheinlicher geworden. Man hätte ihn von der Gehaltsliste und hätte für den Transferflop von rund 4 Millionen noch gut die Hälfte wiederbekommen. Nix gibts. Vorerst. Irgendwann wird sich schon irgendein Verein für ihn finden; einen, zu dem er auch wechseln wird. Die entscheidendere Frage für die SGE ist, ob man schon wieder bis in den August hinein wartet, Spieler zu verpflichten. Die Vorbereitung zur neuen Saison beginnt an diesem Wochenende, Trainer Armin Veh hat sich im FR-Interview bereits für möglichst viel (personell) frischen Wind im Kader ausgesprochen. Bisher ist von Frische wenig, es ist eher stickig. Überhitzter Markt, die Floskel wird bestimmt in Kürze wieder bemüht.

Was beruhigend stimmt: So richtig ins Rollen gekommen ist der Transfermarkt in der ganzen Bundesliga noch nicht. Klar, immer mal wieder werden Neuzugänge bei anderen Klubs bekannt, aber das hält sich alles noch in Grenzen. Selbst Bayern München hat bislang „nur“ Sven Ulreich als Ersatztorwart verpflichtet; auch mir bekannte FCB-Anhänger werden zunehmend nervös. Man befindet sich also in guter Gesellschaft, was die Gefühlslage anbelangt.
Ist halt nur doof, dass Truppen wie Bayern auch ohne Neuzugänge die Champions League erreichen werden, wohingegen Eintracht Frankfurt selbst für den Klassenerhalt erst noch 2,3 Spieler (einen Innenverteidigung zu haben, wäre schonmal was …) benötigt. Aber vielleicht wissen die Eintracht-Funktionäre einfach mehr. Carlos Zambrano etwa lässt seinen Vertrag zum 30.6. auslaufen und steht schon (wie einst Patrick Helmes) bei Bruno Hübner im Wort, dann zu anderen Konditionen zu verlängern. Danach werden die heimlich, still und leise eingetüteten Transfers nach und nach bekannt. Und wenn der 31. August naht, langt man nochmal auf der Resterampe zu. Wichtig ist halt wirklich, was von jetzt bis Ende August geschieht, denn nur in diesem Zeitraum werden die Kicker verpflichtet werden können, die auch eine gewisse und benötigte Qualität mitbringen. Die Angst vor Illicevic, Kacar und Westermann ist noch nicht gebannt, Leute 😉

Bis dahin schauen wir einfach entgeistert zu, wie ein Durchschnittspieler wie Joselu für 8, ein Firmino für 41 (!) Millionen Euro verkauft wird. Wir Narren warten auf 10,11,12 Millionen aus Paris. Selbst solche Summen sind nur noch Erdnüsse. Eigentich weiß man ja gar nicht mehr so recht, wieso man sich diesen Zirkus noch gibt. Aber wie den Verein selbst, sucht man sich seine Leidenschaften eben nicht aus.

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Spieler-Spekulieren: eine Herausforderung

Die Frage, wie denn meine Startformation von Eintracht Frankfurt – unabhängig von derzeit verletzten Spielern und inklusive realistisch machbarer Neuzugänge – aussehen würde, hat mich jetzt fast zwei Tage lang dann doch vor eine schwierige Aufgabe gestellt (danke, Oli…!). Die Krux der Denkaufgabe besteht in zweierlei. A) darin, eine Bejahungs- statt Verneinungs-Haltung zu bestimmten Spielern zu entwickeln und b) die möglichen Millionen durch einen etwaigen Kevin-Trapp-Verkauf (die etwaige Kadlec-Summe dürfte ja nicht so erheblich werden) mitzudenken bzw. sie herauszulassen aus den Überlegungen.

Kurzum: Ich musste mir selber erstmal klar werden, welche (Bundesliga)Spieler auf welchen Positionen ich mir für das neue alte Eintracht Frankfurt unter Trainer Armin Veh vorstellen könnte.

Folgende zwei Vorbemerkungen seien gestattet. Erstens fehlt der SGE vor allem Tempo, viele Spieler sind schlicht nicht schnell genug, zumal mit dem Ball bzw. im Freilaufen in die Räume. Im Mittelfeld ist Stefan Aigner noch der flinkeste, in der Viererkette ist es nur der bis Jahresende verletzte Bamba Anderson, im Sturm – Kadlec außen vor gelassen – niemand. Diese Feststellung bedingt Vorbemerkung Nummer zwei: Veh ist ein Trainer, der großen Wert auf die Außenbahnen legt, der pflegt, Angriffe vornehmlich über rechts und links vortragen zu lassen. Dementsprechend wird dem linken offensiven Flügel, wo Takashi Inui (der wenn etwas, dann flink/schnell ist) keine Rolle mehr spielen dürfte, eine besondere Bedeutung zukommen, zukommen müssen. Dort wird ein qualitativ hochwertiger Spieler verpflichtet werden müssen; schwer genug, weil Linksfüße generell rar sind. Zudem braucht es auf der Position noch einen Ersatzmann, falls Joel Gereghizer – der als zentraler Mittelfeldspieler ausgebildet ist – das nicht leisten kann. Mit Sonny Kittel kann und darf man dort nicht rechnen, und Marc Stendera ist nicht nur aufgrund des mangelnden Tempos weder ein Außen-, noch ein Halbpositionsspieler.

Unter diesen sowohl sporlichen wie finanziellen Voraussetzungen würde ich Vladimir Darida vom SC Freiburg als linken Offensivmann verpflichten; zumal er auch eine Position weiter hinten aushelfen könnte. Seinen Vereinskameraden Christian Günter halte ich ebenfalls für interessant, obgleich er als Linksverteidiger eher Konkurrent für den im letzten Saisondrittel 2014/2015 erstarkten Bastian Oczipka und den genesenen Constant Djakpa wäre; womit die Eintracht ihn nicht auf dem Schirm haben wird, weil man sich gut genug aufgestellt sehen dürfte.
Ins Blickfeld für die linke Offensivseite rücken dürfte auch Nicolai Müller vom Hamburger SV, der auf beiden offensiven Flügeln spielen kann, sich aber auf der rechten Seite wohler fühlt. Trotz allen Vorbehalten dürfte er die unkompliziertere und günstigere Wahl sein, wenn man zum Vergleich Sidney Sam, der ähnliche Positionen spielen kann, heranzieht. Jedoch: Beide sind mit 27 Jahren biologisch zwar im besten Fußballeralter, ob man auf sie länger als zwei, maximal drei Jahre setzen könnte … fraglich. Das angesprochene Tempo wird mit jedem Monat trotz allem ebenfalls nicht höher. Der vor der vergangenen Saison lange umworbene und dann zu Hannover gewechselte Edgar Prib, linker Mittelfeldspieler, könnte finanziell auch darstellbar sein; er spielt qualitativ vielleicht aber noch etwas unterhalb der Nicolai-Müller-Liga, ist jedoch jünger, vielleicht noch entwicklungsfähig(er). Amin Younes, von Mönchengladbach zuletzt an Kaiserslautern ausgeliehen, galt vor zwei Jahren unter Favre mal als großes Versprechen, müsste eher als Ersatz-, nicht aber als Stammelfspieler gedacht werden.

Im Sturm tendiere ich – je nachdem, ob man mit Vaclav Kadlec und/oder Nelson Valdez weitermacht – zur Verpflichtung von zwei verschiedenen Spielertypen. Mit Haris Seferovic hat man den Typ Brecher bereits im Kader, mit Alexander Meier – wenn auch unter Veh sicher wieder zurückversetzter – einen weiteren physisch starken Spieler. Was fehlt sind ein schneller Dribbler und ein „kompletter“ Stürmer (weder Luca Waldschmidt noch Elias Bunjaki sollten zu sehr in die Planungen einbezogen werden). Von dem bisschen, das ich bislang von Branimir Hrgota (Mönchengladbach) gesehen habe, befinde ich diesen für gut, auch Nils Petersen von Werder Bremen könnte ein Kandidat sein. Sie wären jeweils eher unter der Kategorie „komplette Stürmer“ einzuordnen. Hrgota soll allerdings in Gladbach vor einer Vertragsverlängerung stehen. Unter anderen Umständen (gäbe es Seferovic nicht) würde ich ja auch in diesem, dann also im dritten oder vierten Jahr in Folge, für Sven Schipplock plädieren. Was mögliche Dribbelstarke angeht, sehe ich derzeit keinen in der 1. oder 2. Bundesliga.
Kurzum: Im von Veh bevorzugten System 4-2-3-1 wäre Seferovic + (schnellerer) Mister X + Waldschmidt unter Umständen quantitativ ausreichend; wenn man Nelson Valdez einplant. Sollte man den Paraguayer, wie es wohl geschehen soll, verkaufen, müsste wohl doch ein weiterer Offensiver her, einer, der – wie etwa Kadlec – auch auf den offensiven Flügeln ran könnte.

Sollte es sich bei dem Gerede um Rechtsverteidiger Sebastian Jung nicht um einen reinen Preispoker handeln, ist der Kaiserslauterer Jean Zimmer sicher eine Überlegung wert.

Roman Weidenfeller als Trapp-Ersatz hielte ich für ebenso wenig unwahrscheinlich wie unklug, zumal ein jüngerer zweiter Torhüter schon verpflichtet wurde und – etwa in den ersten 1,2 Poaklrunden – als Nachfolger aufgebaut werden könnte.

Die für mich ebenso schwierigste wie drängenste Frage ist die, nach zwei (!) guten, geeigneten Innenverteidigern. Marco Russ sehe ich da künftig seltener spielen, Bamba Anderson ist verletzt, Zambrano quasi fort und Madlung ist, Veh-Faktor hin oder her, eher Rollenspieler. David Kinsombi dürfte nach allem was man bislang gesehen hat, noch (länger) nicht soweit sein. Andre Hoffmann von Hannover 96 halte ich für einen vielversprechenden Innenverteidiger. Problem: Der 22-Jährige war immer mal wieder verletzt.

Auf der Sechs schwanke ich, was die Auftsellung angeht. Es dürfte ein Hasebe + werden, also die Kombination Reinartz / Flum kann ich mir angesichts der physischen Ähnlichkeit kaum vorstellen. Im defensiven Mittelfeld, das Armin Veh als quantiativ wie qualitativ ausreichend besetzt bezeichnet hat, sind keine Neuzugänge geplant, vermulich auch nicht erforderlich. Der Eintracht wird auf dieser Position jedoch wohl abermals Tempo fehlen. Johannes Flum wäre von den drei, vier Hauptanwärtern noch der Schnellste.

Festgenagelt auf eine erste Fünfzehn sähe das, unter genannten Bedingungen, so aus:

———————- Weidenfeller —————-
Jung/Zimmer ——– Bamba — Hoffmann —— Oczipka
—————– Reinartz —— Stendera ————-
Aigner —————– Meier ————— Darida/N. Müller/Prib
——————— Seferovic / Mr. X ————–

Wobei ich eher an eine Formation mit Reinartz in der Innenverteidigung und dafür Hasebe / Flum auf der Sechs glaube. Zu Saisonbeginn, die (bisher) Verletzten als solche auch anerkannt, glaube ich an diese Personalwahl:

——————– Weidenfeller —————-
Chandler——– Russ — Reinartz—— Oczipka
————– Hasebe—— Flum ————-
Aigner —————-Stendera ————— ???
——————- Seferovic ————–

Wie bereits gesagt: Der linke Flügel und der Sturm sowie die Innenverteidigung, falls man Reinartz nicht auf seiner gelernten DM-Position sieht, sind die großen Unbekannten. Die Rechtsverteidigerposition ist demgegenüber eher „kann“ als „muss“, ähnlich sieht es im Tor aus; da könnte man sportlich natürlich auch weiterhin problemlos auf Kevin Trapp setzen.

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Auf geht’s, Bruno

Ist das zäh! Nach allem, was ich zu wissen glaubte, war für die Woche nach der Trainervorstellung mindestens ein Ver- und ein Zukauf bei Eintracht Frankfurt geplant. Dann kam die Turtelei zwischen Paris St. Germain und Kevin Trapp dazwischen, so dass sich alles – wieder mal und typisch SGE – verzögert. Es geht hier, das darf man nicht unterschätzen, um die Frage nach der unmittelbaren Transferausrichtung des Klubs. 10,11,12 Millionen Euro mehr oder weniger zur Verfügung zu haben, das macht selbst in Zeiten der astronomischsten Mondpreise einen Unterschied.

Spätestens jetzt ist jedenfalls der Beweis erbracht, wie sehr die Investorenvereine das Macht- und Gestaltungsgefüge des Fußballs verschoben haben. Fakt ist, dass Klubs ohne Investor in spätestens fünf Jahren, eher früher, nicht mehr in der Bundesliga spielen, bzw. mittelfristig überleben werden können. Schöne neue Welt.

Weg von der Meta-Ebene, hin zum Eintracht-Kader: Takashi Inui, Jan Rosenthal und der für vier Wochen verletzte Vaclav Kadlec stehen im Schaufenster. Könnte, wenn es gut läuft, so irgendwas um die vier Millionen Euro einbringen, dieses Spielerpaket. Die Summe also, die man in etwa für Rückholaktion X.0, die Rede ist von Sebastian Jung, kalkulieren kann.
Eben deshalb kommt es ja so sehr auf den Mammon aus der Stadt der Liebe an. Davon wird abhängen, wie viel Geld die SGE für die weiterhin vier, fünf dringend (!) benötigten Qualitätsspieler benötigt. Wie schon unzählige Male geschrieben, liebe Leser, diesmal ist nix mit Breite, nix mit Perspektive, nix mit Resterampe; jetzt braucht es – zumal angesichts der Ausfälle von Alexander Meier und Bamba Anderson – Könner.

Wer hin und wieder in das U21-Turnier rein-zappt, sieht da schon den einen oder anderen hoch-interessanten Spieler. Doof halt, dass jeder Amateurmanager á la 1860 München dieser Tage vor der Flimmerkiste sitzt und eben jene Leute gegen den Fall treten sieht. Davon abgesehen: Bringt der Eintracht auch nichts, zwei, drei Anfang-20er zu verpflichten, die die Bundesliga, bzw. deutschen Fußball erst noch kennenlernen müssen. Erstmal muss man noch auf ein, zwei Funktionierer setzen – Stefan Reinartz sollte da ein gutes Beispiel, eine Blaupause sein. Gerade was den Sturm angeht, ist das mit den Experimenten bei Frankfurt in den letzten Jahren in der ersten Bundesliga all zu oft gescheitert.
Drei erfahrenere, gestandere Kicker á la Reinartz, dazu noch zwei aufstrebende, aber nicht mehr gar so grüne Spieler – das wäre meine favorisierte Mischung bei der Kaderplanung. Carlos Zambrano spielt in meiner imaginären Planung übrigens keine Rolle mehr, da sehe ich die Notwendigkeit, einen weiteren Innenverteidiger zu holen. Ohnehin wird es speziell auf dieser Position Zeit, dass wenigstens mal ein Name gerüchtet wird. Reinartz soll IV zwar können, aber ich bin ja seit jeher ein Verfechter davon, Spieler im Normalfall nur auf ihren gelernten, ihren Hauptpositionen einzusetzen: also defensives Mittelfeld im konkreten Fall. Das jüngste Beispiel, wie Nebenpositions-Spielereien oder taktische Kniffe ausgehen, hat man ja unter Thomas Schaaf gesehen, Takashi Inui auf der Zehn …

Wäre dieser ganze vor einiger Zeit mal koloportierte Kooperations-Krempel nicht so ein Witz, könnte man ja mal den Dauerverliehenen John Guidetti von Manchester City herbeiholen. Es gibt jedenfalls Stürmer, die weitaus seltener treffen und dennoch ein größeres Standing besitzen #lordbendtner. Wobei man ja auch klar sagen muss, dass diese England-Exporte, gerade die Wanderpokale á la Lucas Piazon oder diese ganze ehemalige Hamburger-Chelsea-Gang, alles andere als Qualität in die Kader brachten (die Älteren erinnern sich: es gab im Stadtwald mal einen Mohammed Abu, bis dieser ebenso prompt verschwand, wie er gekommen war #yusuffayaffa)

Ebenso ablösefrei, für das dünnbesetzte Frankfurter Linksmittelfeld, wäre der Schweizer Marco Schönbächler vom FC Zürich. Doof halt, dass da Mönchengladbach mit dem Schweizer Lucien Favre schon vorgefühlt zu haben scheint, ebenso Hertha BSC Berlin, das ja bekanntlich ebenfalls in Frankfurt als finanziell enteilt (siehe Mitchell Weiser) angesehen wird.

Als einer der Wenigen würde ich ja sogar eine (ablösefreie) Verpflichtung von Linksfuß Marcell Janßen, den ich zwar nie und nimmer für einen Nationalspieler halte und hielt, bejahen. Wenn man schon Heiko Westermann, Ivo Ilicevic, Gojko Kacar oder Maximilian Beister aus Hamburger Qualitätsfabrikation nicht haben kann/möchte … 😉

Dieser Tage weiß ich jedenfalls nicht, ob mich die Stille im Frankfurter Stadtwald beruhigen oder besorgen soll. Damals, in grauer Vorzeit als Bruno Hübner noch Sportdirektor in Wiesbaden war, verpflichtete die Eintracht gerne mal Spieler, die so gar nicht auf der Agenda standen, schon gar nicht jene, die im Kochtopf der Gerüchteküche brodelten. Da kamen sie dann, quasi aus dem Nichts, die Aleksandr Vasoskis, Aaron Galindos und Nikos Liberopoulos‘. Irgendwann später kamen dann plötzlich wirklich nur noch die, die Tage und Wochen vorher als Neuverpflichtungen spekuliert wurden.
Okay, verleugnen darf man es nicht, dass auch vor Hübner schon Granaten den Weg an den Main fanden, wo man sich fragt, wer und wieso denen jemals ein Eintracht-Funktionär (Heribert Bruchhagen) einen Vertrag geben konnte. Léonard Kweuke, Nikola Petkovic, Ricardo Clark – das war alles nochmal eine andere, beängstigendere Kategorie als die dürftigen Caios, Mantzios und Korkmätze.

Genug der Vergangenheitsbewältigung. Für den Moment gilt es erstmal zu hoffen, dass die SGE nicht auf one-Halbrunden-Wunder Rouwen Hennings vom KSC reinfallen, das mit dem Reinhold Yabo scheint ja ebenfalls nicht mehr so wirklich mit Herzblut verfolgt zu werden.
Jean Zimmer, der kleingewachsene Außenspieler von Kaiserslautern, der hätte hingegen meinen Segen. Und diesen Havard Nielsen, der jetzt eineinhalb Saisons in Braunschweig als Leihspieler unterwegs war, den könnte man sich als Kadlec-Ersatz auch mal ranziehen. So richtig teuer wird der Skandinavier nicht sein, dafür aber vielversprechend.

Daneben würde ich Lionel Messi, Andrea Pirlo und Jerome Boateng nehmen. Los, Bruno, mach.

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Zimmer frei

Ungewöhnliches geschieht dieser Tage am Main. Die Offerte, zweistellige Millionenbeträge werden kolportiert, vom Pariser Investorenklub für Eintracht Frankfurts Torwart Kevin Trapp scheint verbrieft. Ein angeblich ebenso hohes, aber abgelehntes Angebot für Haris Seferovic sollte es zuletzt geben, wohl von Borussia Mönchengladbach – was angesichts des favre´schen Spielsystems aber äußerst verblüffend wäre, zumal der nun de facto dorthin gewechselte Josip Drmic viel besser in eben jenes passt. Dazu die recht klare Ansage, dass das Kapitel Takashi Inui
– endlich – erledigt zu sein scheint, man die Option bei ihm nur zog, um nun von möglichen Interessenten noch ein paar Hunderttausend Euro erhaschen zu können. Vaclav Kadlec, das war schon vor Armin Vehs Rückkehr klar, würde kein Spiel mehr für Frankfurt machen. Aus Dänemark soll es angeblich ein 2,5-Millionen-Euro-Angebot für ihn geben. Das wäre finanzielle Schadenbegrenzung; ein Transferverlust von rund 1,5 Millionen. Bitter, aber glimpflich.

Dir Krux: Bevor die SGE keinen möglichen Deal mit Paris macht, wird es mit Verstärkungen nicht vorangehen. Dafür sind die im Raum stehenden Summen zu weitreichend, würden den Handlungsspielraum zu sehr beeinflußen, um Kaderplätze voreilig zu verplanen. Zwei Namen, die unmittelbar mit der Entscheidung pro/contra Trapp zusammenhängen, dürften Carlos Zambrano und Sebastian Jung sein.
Während die Geduld des Fans beim Peruaner, der gerade bei der Copa America im Schaufenster steht, schon lange erschöpft und er auch aufgrund dessen nicht mehr als unersetzlich wahrgenommen ist, wird sich bei Jung vor allem die Kauf- statt Ausleihfrage stellen.

Indes soll man angeblich an Rechtsverteidiger Jean Zimmer (21) von Kaiserlslautern interessiert sein. Das dann aber ziemlich sicher als gleichwertigen Konkurrenten zu Timothy Chandler; für Jung wäre angesichts dessen kein Platz mehr. Eine Verpflichtung Zimmers, der auch im rechten (Aigner-Position) und im linken (vakant) offensiven Mittelfeld spielen könnte, hätte jedenfalls Charme. Ob er unwesentlich billiger zu haben wäre (Vertrag bis 2018) als Jung (ebenfalls Vertrag bis 2018), ist schwer zu sagen. Geht es nach den völlig fiktiven Annahmen eines Springer-Verlag-Fußballportals, spricht man bei Zimmer von 1,2 Millionen, bei Jung von 6,5 Millionen Marktwert. Wären das Richtwerte, Kennzahlen, ist die Entscheidung leicht.

Unabhängig wiederum davon, gilt es nach wie vor, vor allem die Problemzonen zu besetzen. Das sind vor allem das linke Mittelfeld und die Innenverteidigung. Drei Neue wird man alleine für diese Positionen verpflichten müssen, dazu fehlt ein qualitativ hochwertiger Stürmer (und bitte nicht auf die Idee kommen, Rouwen Hennings zu kaufen, der jetzt nach vielen Anläufen halt einmal eine Rückrunde lang geknipst hat!); und das ganz unabhängig von Alexander Meiers längerfristigem Ausfall. Je nachdem, was nun mit Millionenmann, Gesicht und Kapitän Trapp geschieht, steht auch noch die Verpflichtung eines Torhüters an. Den Ösi-Heinz hat man ja bereits unter Vertrag genommen, dazu hechtet sich ziemlich sicher Roman Weidenfeller auf die Pole-Position, was eine mögliche Trapp-Nachfolge angeht. Der Name Fabian Giefer, Ex Düsseldorf, dann auf der Gazporm-Bank, bevor verletzt auf der Schalker Tribüne, ist auch schonmal genannt worden.

Und irgendwie habe ich das Gefühl, dass bei uns auch zum dritten Mal der Name Niklas Bendtner hochploppen wird. So als Leihgeschäft. Begründung: „Naja, der Alex wird ja erst in Richtung Herbst/Winter richtig fit sein, und wir brauchen für ihn ja auch Ersatz … aber das war nicht das Ende unserer Transferaktivitäten“. Wie gesagt, rein spekulativ, ich weiß da auch nicht mehr als jeder andere, ist nur mal dahergeschrieben.

Wie ist das eigentlich mit diesem Bernd Legien, Chefscout? Der Ösi-Heinz geht ja wohl auf die Markus-Weißenberger-Connection zurück; Stefan Reinartz war Kicker-Sonderheft … wen, welchen kreativen Kniff werden wir Herrn Legien zu verdanken haben? Gespanntes Warten.

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