Pfui pfui pfui

Die Relegation, der größte Betrug am Sport, hat wieder einmal voll durchgeschlagen. Das Geld gewinnt, so simpel ist es im Regelfall. 5 von 7mal im Duell 1. vs 2. Liga. Aber es wird geschaut im Fernsehen und nur darum geht es. 2,4,6 vermarktbare Spiele mehr, das Premiumprodukt soll gemolken werden.

Kann mir eigentlich jemand schlüssig erklären, wieso der Abstieg aktiv und willentlich nach 34 Spielen auf dem Roulette- und Tagesformtisch entschieden wird, der 1,2, 3,4,5 und 6 aber nach 34 Spielen feststehen? Wieso keine Playoffs? Wieso kein Entscheid nach dem Entscheid?
Das alles, aber bloß keine 20er-Bundesliga … seltsam, Geldgeier der DFL, unlogisch und seltsam.

Schiedsrichter Manuel Gräfe hat den Hamburger SV indes aktiv (!) in der Bundesliga gehalten, Glückwunsch dazu. Sauberer Freistoßpfiff, wie er so viele Situationen gegen Karlsruhe ausgelegt hat.

Es ist elend. Die Wiederkehr des Immergleichen. Systemisch angelegt, strukturell gewollt.

Die Menschen da draußen haben sicherlich über Internet und Co vieles verlernt, aber eines ist immernoch vorhanden – und das ist das Gespür für (Un)Gerechtigkeit. Im Sport, in Politik, in Schule; in allen Bereichen des Lebens. Und weil das so ist, existiert Wut, Groll. Will wirklich jemand, außer den dappigen Kommentatoren im öffentlich-rechtlichen Elfenbeinturm, die Eskalation in Offenbach verurteilen? 38 Mal kickst du, bist Meister und dann heißt es: Ätsch, is nich.

Sorry, ich bin leidenschaftlich Eintracht Frankfurt Fan – aber die Relegation würde ich selbst für mein Team als Schande und unverdient ansehen. 16,17,18 runter, 1,2,3 rauf – fertig. Wozu kickt man eigentlich 34 mal? Das ist wie das unsägliche Radfahren: 200 Kilometer flach durch die Pampa strampeln um in 10 Kilometern den Berg hinauf das Ding zu entscheiden, 5,6,7 elend lange Stunden für … Vorhersehbares, am Ende siegen die Spezialisten. So auch in der Fußball-Relegstion: Geld gewinnt, wie auch immer. 5 aus 7 – merkt euch die Ratio.

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4 Kommentare

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4 Antworten zu “Pfui pfui pfui

  1. Ich widerspreche! Mir gefällt die Relegation und in meinen Augen stellt sie so etwas wie einen Spieltag 35 und 36 und gleichzeitig eine Bewährungsprobe für Aufstiegsapiranten dar.
    Als unsinnig und unfair erachte ich die Relegation aus der Regionalliga, da dort nicht einmal eine Meisterschaft einen Aufstieg garantiert. Auch wenn ich als Eintracht-Fan dem OFC keinen Aufstieg gewünscht habe, ist es schon absurd, dass sie nach eine hervorragenden Saison mit keiner Heimspielniederlage und sicherem Platz 1 nicht eine Liga rauf dürfen. Wer Dritter wurde, ist aber leistungstechnisch eben oftmals doch noch ein gutes Stück vom Meister entfernt. Viele Online-Medien (etwa SPON) argumentieren Contra-Abstieg etwa so: „Es geht hier um alles und nichts, eine gute Saison der Unterklassigen kann kaputt gemacht werden, eigentlich schlechte Teams werden noch belohnt, wenn sie gegen die unterklassigen Teams gewinnen, Randale sind ob der Dramatik vorprogrammiert“ etc. Fakt ist aber: „Finals“ und Spiele um alles und nichts gab und gibt es immer auch in der regulären Saison oder in Pokalen, egal ob um den Titel oder gegen einen Absturz. Das ist nunmal Sport. Das Randale-Argument ist auch unsinnig: Beim OFC gab es Vorfälle, bei Kiel (verpasster Zweitligaaufstieg) oder beim KSC nicht, jedenfalls nicht vor laufender Kamera. Es kommt also stark auf die jeweilige Fankultur und den Umgang mit Misserfolgen an.
    Ich bin für eine Aufstockung der Bundesligen auf 20 Vereine. Das wäre auch die einzige sinnvolle Methode, um vielleicht eine Spielansetzung/Uhrzeit mehr anzubieten (wie Sky und Co. das immer fordern), ohne den Spielplan komplett kaputt zu machen wie in Spanien oder England. In diesem Modell würden drei Teams direkt absteigen und der viertletzte könnte gegen den vierten der zweiten Liga spielen, gleiches gilt für zweite und dritte Liga. Durch drei erste Ligen mit 20 Teams ließe sich die Regionalliga wieder auf 4 Staffeln herabsenken und jeder Meister könnte direkt in die dritte Liga aufsteigen (und hier keine Relegation).
    Noch abschließend zum HSV: Ja, natürlich haben die unfassbar viel Geld in den Sand gesetzt, natürlich haben die Misswirtschaft betrieben. Deshalb werden sie es auch verdammt schwer haben, da unten wieder rauszukommen. Vielleicht erwischt es sie aber doch irgendwann. Nur eben dieses Mal nicht. Man sollte aber ein mögliches Verpfeiffen des HSV nicht mit der Diskussion um eine Relegation vermischen – wenn dann eher eine kritische Diskussion darüber führen, wie Schiedsrichter-Fehler noch besser vermieden werden können, unabhängig vom Turnier.

  2. Jermaine Jones Junior

    Ende der 1980er Jahre hat unsere SGE doch selbst zweimal von den Relegationsspielen profitiert !

    • Das macht es nicht besser. Auch dort hätte es Frankfurt verdient, runterzugehen. So, wie jeder andere Klub, der 16.17.18. wird nach 34 (!) Versuchen.

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