Wer die SGE trainieren darf

So, Leute, nächste Woche werden Entscheidungen fallen bzw. abgesegnet. Der neue Eintracht-Aufsichtsrat wird zusammentreten, sicher werden Trainernamen fallen, diskutiert und schlußendlich ein Favorit auserkoren.

Nach der mit drei, vier turbulenten Tagen abegschlossenen Saison, ist Ruhe eingekehrt im und um den Verein. Sommerpause. Alles kam zum richtigen Zeitpunkt, zumal es aktuell was die „Verzögerung“ bei der Trainerfindung angeht auch einen Plan zu geben scheint, kein Geeiere á la 2014.

Die Liste der tatsächlich gewünschten Kandidaten bei Eintracht Frankfurt soll indes sehr schmal geworden sein. Wie erwartet dürfte Schalkes Ex-Coach Jens Keller nach dem im Boulevard genossenen Rampenlicht raus sein, auch die Variante mit dem neuen Sky-Experten Armin Veh (im Tandem mit Alexander Schur) ist wohl endgültig keine mehr. Ob Tayfun Korkut vermarktbar wäre, dürfte sehr zweifelhaft sein. Der zuletzt immer seltener genannte Sascha Lewandowski – wo es auch eine Frage sein dürfte, ob man ihn verpflichten könnte ohne allzu sehr Thomas Schaafs „hinter-dem-Rücken-Verhandlungs-„Vorwürfe zu bestätigen – könnte sich intern ein Rennen mit André Breitenreiter liefern, der sich weiterhin öffentich weder pro SC Paderborn noch für einen Abgang geäußert hat. Nicht auszuschließen, dass diese Tatsache mit den Planspielen in Frankfurt zutun hat.

Klar ist, dass nicht wenige Übungsleiter mit den Hufen scharen, um Eintracht Frankfurt trainieren zu dürfen. Ja, dürfen. Als Tabellenneunter mit einem mittelmäßigen aber absolut passablen Etat, geringstmöglichen Umfelds-Ambitionen und – bis auf die schlicht unpassenden Coaches Trainerimitat Skibbe und Thomas Schaaf – Nibelungentreue in puncto internem Rückhalt, ist das Paket geradezu paradiesisch. Die jüngeren wie Lewandowski oder Breitenreiter werden jedoch vor allem eines fordern: mehr Risiko, mehr wagen, mehr erreichen wollen. Vertragstreue ist für sie wahrscheinlich sogar untergeordnet wichtig; vielleicht ein weiteres Indiz für den Mentalitätswandel, der auch innnerhalb des Klubs stattfinden wird mit dem Wechsel Bender auf Steubing und somit dem Wechsel Heribert Bruchhagen auf Mister X. ein Jahr später.

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4 Kommentare

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4 Antworten zu “Wer die SGE trainieren darf

  1. Jermaine Jones Junior

    Mein persönlicher Favorit bleibt Huub Stevens. Den Gentner darf er aus Stuttgart gerne mitnehmen. Wir suchen doch solch einen „Leader“ im Mittelfeld..

  2. Gernot

    Ist klar. Schaaf wurde rausgeekelt. Jetzt hat die Presse wieder viel zu schreiben. Die ganze Sommerpause lang. Negativ Schlagzeilen sind immer besser wie positive Schlagzeilen. Aber in keiner Zeitung hat man Namen von Spieler gehört die sich negativ über Schaaf geäusert haben. Irgentwie komisch. Nennen Sie doch mal paar Namen. Bin gespannt.

    • Ich bin mir nicht ganz sicher, wie Sie glauben, dass Medien ihren Job machen. Bitte erklären Sie es mir, da ich erst 7 Jahre in der Branche arbeite, würde ich es gerne erläutert bekommen.

      Meine Vermutung: Offenbar glauben Sie, dass die benannten Probleme ausgedacht sind. Darf ich fragen, wieso? Weil Sie denken, dass Redakteure nichts besseres zu tun haben als sich um irgendeinen Quatsch wie Eintracht Frankfurt bzw die Personalien zu kümmern? Was genau ist der Gewinn für die Journalisten, ob nun A,B,C oder D Posten A, B C oder D hat? Ego? Na klar. Für 3500, 4000 Euro brutto im Monat.

      Ein Thomas Kilchenstein, ein Peppi Schmidt haben es nach einem Vierteljahrhundert als tägliche SGE-Berichterstatter auch schwer nötig, sich zu profilieren. Sie sind näher dran an allem, als die Fans glauben und wollen. Information ist etwas anderes als Emotion, das kapieren viele nicht.

      Jemals gefragt, wieso (mind.) 4 verschiedene Zeitungen dieselben Infos verbreiten? Gleichgeschaltet, richtig? Vom großen Meister, der die Geschicke der (Unter)Welt lenkt.

      Spieler zitieren? Gehts noch naiver bei so etwas Brisantem? Derjenige Spieler würde nicht nur abgemahnt, er würde nie mehr einen Profivertrag bekommen. Also bitte.
      Aber wir kennen das Muster ja: Kritisch soll immer nur über die anderen berichtet werden, die da oben in der Politik, die da oben in der Wirtschaft. Nur das eigene Weltbild darf niemals infrage gestellt werden.

      Schaaf ist zurückgetreten. Wieso auch immer. Es gibt seine Sicht, es gibt andere. Eindeutig ist, dass es Probleme gab. Auch auf dem Spielfeld sichtbar, dazu schrieb ich, dazu schrieben andere 29,30
      Spieltage lang genug. Wer weiß schon, ob Schaaf nicht genau das spürte, dass er in Frankfurt nicht a la Bremen arbeiten würde können.

      Und nun ab zu EintrachtTV.

      Sorry dass es polemisch wurde, aber ich kann diese nasse, wohlfeile Medienkritik nicht mehr ab.

    • Oliver

      Schaaf hat diese Mannschaft die gesamte Saison über fast regelmäßig unter ihren Verhältnissen spielen lassen. Entweder durch eine falsche Taktik, Aufstellung oder (nicht vorgenommener) Wechsel im Spiel. Es gab zwei Phasen in der die Mannschaft ordentlich gespielt hat: In der Hinrunde ab dem Bayern-Spiel, als Schaaf kapituliert hat und die Mannschaft mal machen durfte was sie wollte – weil die Mannschaft es gefordert hat. Dann noch am Ende. Nachdem Valdez nach dem Meier Ausfall keine Alternative war, Kittel kaputt und Russ wieder fitt war Schaaf gezwungen wieder mit einer richtigen Doppel-Sechs zu spielen. Und auf einmal steht die Abwehr wieder ordentlich (ohne das das Spiel dabei wesentlich besser wird)?!?!?

      Platz 9 am Ende – das sieht nur gut aus, wenn man die einzelnen Spiele nicht analysiert oder gesehen hat. Die Tabellenplätze 5-10 (S04, Augsburg, Hoppenheim, SGE, Werder und BVB) haben an den Spieltagen 25-28 insgesamt nur 3 Siege eingefahren – das war das größte Schneckenrennen um Europa der Geschichte. Wir haben da nicht gut gespielt. Das Glück war nur, die anderen waren nur unwesentlich besser oder sogar noch mieser.

      Und das Spektakel der Hinrunde: das Grottenspiel in Berlin (0:0, sehr glücklich) ist nur unwesentlich weniger Wert als das 4:4 aus dem Hinspiel (was mehr geschossene Tore bewirken können siehe 1999). Lediglich das AM14FG am Ende noch 2 Buden macht hat ein bisschen an Jan-Aage und die typischen Eintracht Momente erinnert (siehe 1999 und Co.). Und dieses beschissene 0:0 ist einen Punkt mehr Wert als das 4:5 und 1:3 gegen Stuttgart. Selbst beim 4:0 gegen Paderborn hat man gesehen, was die Mannschaft alles nicht kann. Aber diese Mannschaft hat gezeigt was sie kann, wenn man sie nur lässt.

      Auch der Umbruch und die Verletzten lasse ich nicht wirklich zählen. Rode hatte die gesamte Rückrunde keinen Ballkontakt und hat keine Rolle mehr in der Mannschaft gespielt. Schwegler war am Ende auch nicht mehr Teil des Systems. Joselu wurde zumindest in der Hinrunde eindrucksvoll durch Seferovic ersetzt. Barnetta war etwas schmerzhaft wenn man die Saison über die „Wahl“ zwischen Inui und Piazon hat. Jung hat natürlich richtig rein gehauen. Aber unterm Strich war das mit den Abgängen nicht so sehr Umbruch wie man es glaubt. Valdez und Djakpa: ja, zwei heftige Verletzungen. Bei Djakpa Oczipka hat da ein bisschen Flexibilität gefehlt. Valdez war leider eigentlich belanglos durch Meier und Haris. Meier kann ja eigentlich auch nicht gefehlt haben so sehr wie die gesamte Saison gegen ihn gestänkert worden ist. Kittel ist tragisch aber belanglos für die Aufstellung. Russ … na ja, du wirst keine Saison verletzungsfrei durchkommen – passiert mal.

      Im Winter: Kadlec weg, Rosenthal weg, Lanig weg aber auf einmal wirds im Sturm ohne Meier dünn? Madlung wird völlig ignoriert was einen neuen Vertrag angeht (Anderson auch, nachdem er unterschrieben hatte) aber Inui will man mit allen Mitteln halten? Das ist absolut realitätsfern und macht mich wütend. Denn viele dieser Entscheidungen wird Schaaf hauptsächlich gelenkt haben.

      Schaaf hat einfach aus reiner Sturheit dieser Mannschaft eine Taktik aufzwingen wollen, die sie nicht konnte. Er konnte sich nicht eingestehen, dass Veh da ne ordentliche Mannschaft hinterlassen hatte die er nicht nach seinen Wünschen umformen konnte. Ich möchte ihm gar nicht den Einsatz und Willen absprechen. Schaaf ist sicherlich ein guter Trainer – auch außerhalb von Bremen. Aber eben nicht in Frankfurt, nicht mit dieser Mannschaft (sowas kennen wir aus Mitte der 90er mit einem späteren Tripple-Trainer). In der freien Industrie hätte man sich sicherlich innerhalb der Probezeit getrennt – weil man einfach nicht zusammen passt.

      Dieses doch teilweise unsägliche Ende kam wohl zustande, weil die Eintracht Schaaf nicht diskreditieren wollte um ihm einen halbwegs ehrenhaften Ausstieg / Abschied zu gewährleisten und Schaaf’s nicht einsehen wollte, dass er da nicht hin gehört.

      Ich bin froh das Schaaf weg ist. Die Art und Weise eher nicht. Aber da sind wir in Frankfurt auch andere Geschichten gewohnt.
      Am meisten werde ich wohl der Zeit nachtrauern, wo es um die aktive Kaderplanung und Spielerverpflichtung geht. Das macht mit Trainer etwas mehr Sinn.

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