Adieu, mon capitaine

Kevin Trapp soll vor einem Wechsel zu Paris St. Germain stehen. Informationen der „Frankfurter Rundschau“ zufolge, geht es um eine Ablösesumme von bis zu 12 Millionen Euro. Einen Ersatz für den ablösefrei abgewanderten Felix Wiedwald als Nummer zwei hat man bereits: Heinz Lindner, Österreicher von Austria Wien.

Kurze Einschätzung: Natürlich müsste man Trapp für solch einen Beitrag verkaufen. Das abzublocken können sich nur ein halbes Dutzend Vereine in der Bundesliga leisten. Eintracht Frankfurt zählt nicht dazu. Bemerkenswert kurzsichtig ist nur mal wieder, dass man Trapp – „ein Gesicht des Vereins“ (Bruno Hübner), Kapitän (Thomas Schaaf) – erst, nach Hängepartie, via Millionengehalt an den Verein bindet, langfristig, um ihn dann (was absolut erwartbar gewesen ist) beim quasi erstbesten ernstzunehmenden Angebot doch ziehen zu lassen.
Der Verkauf wäre ebenso nötig wie sinnvoll, jedoch zeugt es abermals von geringem strategischen, perspektivischen Denken bei der SGE, Stichwort Felix Wiedwald. Man hatte einen möglichen und für gut genug befundenen Trapp-Nachfolger im Kader. Klar, der wollte dann irgendwann in seiner Karriere auch mal spielen, eben in Bremen, wo es ihm (früher) möglich wurde als in Frankfurt. War es so schwer vorherzusehen für die Herrn Funktionäre in Frankfurt, dass Trapp Begehrlichkeiten wecken würde? Hier im Blog und anderswo haben das Leute schon damals während der Vertragsgespräche, nach der Unterzeichnung angesprochen. Wenn wir Nichtswissenden das schon ahnen, was macht man dann in den Klub-Büros den lieben langen Tag eigentlich so?

Schauen wir mal, wann der Wechsel-Vollzug gemeldet oder das trappsche Treuegelübte abgelegt wird. Jedenfalls stehen die ersten als solche zu bezeichnenden Transfererlöse in der Post-Bossmann-Urteil-Zeit für Eintracht Frankfurt an. Fühlt sich ja fast so emotional packend an, wie ein Titelgewinn, nicht?

Update (17 Uhr): Laut tschechischen Medien geht in Paris die Tendenz wohl doch eher zu Petr Czech von Chelsea London.

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9 Kommentare

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9 Antworten zu “Adieu, mon capitaine

  1. Jermaine Jones Junior

    Modeste zum FC. Ganz schlechter Stil von Hoppenheim. Hätte mir gewünscht, Alexander Rosen würde uns entgegenkommen, nachdem sie uns Schwegler zum Schnäppchenpreis weggeschnappt haben und Joselu dank uns gewinnbringend verkaufen durften. Vor einem Jahr, Alexander Rosen zur Presse: „Gehen Sie davon aus, dass er (Joselu) wieder zurückkehrt“. So ein mieser schleimiger Dummkopf. Ohne die Millionen von Hopp wäre der Deal nie zustande gekommen. Möchte mal sehen, mit welchem Erfolg Rosen einen „normalen“ Klub managt. Maulheld.

  2. Olli

    Da geistern aktuell ja ein paar Namen durch die 4-Buchstaben Gerüchteküche. Westermann, Nicolai Müller und Almeida.
    Während ich mit Westermann noch sehr gut leben kann sind die anderen beiden doch (hoffentlich) eher Nebelkerzen. Immerhin wird diesen Sommer der Helmes (leider) mal nicht auf dem Wunschzettel stehen (gute Besserung!).
    Aber bevor auch nur irgendein Neuzugang vermeldet wird möchte ich die Unterschrift von Madlung sehen!!!

  3. detlef

    Erst Wiedwald abgeben, dann ein geiles Geschäft mit Trapp machen. Ja, spinn ich denn? Wie beknackt muss man dafür sein. Für die „Rundschau“ ist die Sache schon gegessen, und der neue Trainer kann es sich auch vorstellen. Aus sportlichen Gesichtspunkten ist es eine Katastrophe, bei der die Gremien des Vereins aber subito intervenieren müssten. Das tun sie freilich nicht. Wenn Trapp zu PSG geht, geht er nicht zu einem französischen Club, sondern zu Qatar. Er geht zu einem diskreditierten Verein, der Fangruppen aus den Pariser banlieues sponsort, so dass sie – welch Wunder – zu rabiaten Antisemiten mutieren, die die Mörder von Charlie Hebdo und vom jüdischen Supermarkt irgendwie cool finden. Mit denen darf sich unser Kevin für viel Geld anfreunden, und wenn er es gut macht, schafft er es bis zur WM 2022. Aber nicht für uns, sondern gegen uns. Der Ruf wird ihm doch sofort anhängen. Den Verdacht wird er nicht mehr los, wenn er das macht.

    Wenn die SGE solches kampflos, ja bereitwillig akzeptiert, dann kommt mir das vor wie ein Eintrittsgeschenk für das Sportimperium Qatar (PSG, FC Barcelona, FIFA). Kommt zu uns, investiert bei uns, Allah’u akbar, ist doch egal. Ist das der Hintergrund der merkwürdigen Vorgänge im Verein? Für mich war Veh ein guter Fußball-Trainer und Schaaf auch. Unterschiedliche Typen, unterschiedliche Spielphilosophien, warum nicht? Aber eins ist klar: Sportlich gesehen gibt es Null Argumente, wieso Veh jetzt besser sein soll als Schaaf. Also was passiert da?

    Eintracht Frankfurt ist der einzige Spitzenverein, der in der Lage ist, sowohl ganz oben wie auch ganz unten mitzuspielen. Wenn man sich daran gewöhnt hat, hat es Charme. Wenn wir uns aber an Qatar verkaufen, ist es aus damit. Dann herrscht hier Krieg. Die Krise ist nicht überstanden. Die hat sich bisher nur angekündigt.

    • Florian

      die Eintracht könnte es sich nicht leisten, diesen Deal nicht anzunehmen. Wobei ich Zement-Herri das glatt zutrauen würde.

  4. Sind das nicht nur so Marketing-Gags, den Kapitän als „Gesicht des Vereins“ aufzubauen? So etwas entscheiden dann im Zweifel doch ohnehin die Fans im Laufe der Jahre, Würde mich jedenfalls nicht zu sehr daran aufhängen. Schade, falls das mit dem Wechsel nicht klappen sollte. Nicht, weil ich Trapp nicht schätzen würde – im Gegenteil, er könnte ja verdientermaßen bei einem Top-Club spielen – aber auch „nur“ 9 Millionen Euro wären verdammt viel Geld gewesen. Mal sehen, ob da noch was passieren wird.

  5. Florian

    Trapp wird doch wohl nicht schwach werden? Kohle hin oder her, mit 24 wechselt man aber doch nicht in so eine Operettenliga. Will der nicht irgendwann noch Nationalspieler werden? Zu so nem Club kann man mit 34 auch noch wechseln – siehe Czech.

  6. Olli

    Mal zwei Fragen etwas Abseits der Eintracht:
    Jemand ne Ahnung was Bayern für Ulreich nach Stuttgart überweisen muss?
    Beißen sich jetzt ein paar in den Arsch, weil H96 den Gewinn für Joselu einstreicht?

  7. Olli

    Hätte man Wiedwald die Nr. 1 angeboten und zur Nr. 1 gemacht, hätte man Trapp im Winter faktisch verkaufen müssen. Mit einem Rest-Vertrag von 18 Monaten. Marktwert?

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