Zimmer frei

Ungewöhnliches geschieht dieser Tage am Main. Die Offerte, zweistellige Millionenbeträge werden kolportiert, vom Pariser Investorenklub für Eintracht Frankfurts Torwart Kevin Trapp scheint verbrieft. Ein angeblich ebenso hohes, aber abgelehntes Angebot für Haris Seferovic sollte es zuletzt geben, wohl von Borussia Mönchengladbach – was angesichts des favre´schen Spielsystems aber äußerst verblüffend wäre, zumal der nun de facto dorthin gewechselte Josip Drmic viel besser in eben jenes passt. Dazu die recht klare Ansage, dass das Kapitel Takashi Inui
– endlich – erledigt zu sein scheint, man die Option bei ihm nur zog, um nun von möglichen Interessenten noch ein paar Hunderttausend Euro erhaschen zu können. Vaclav Kadlec, das war schon vor Armin Vehs Rückkehr klar, würde kein Spiel mehr für Frankfurt machen. Aus Dänemark soll es angeblich ein 2,5-Millionen-Euro-Angebot für ihn geben. Das wäre finanzielle Schadenbegrenzung; ein Transferverlust von rund 1,5 Millionen. Bitter, aber glimpflich.

Dir Krux: Bevor die SGE keinen möglichen Deal mit Paris macht, wird es mit Verstärkungen nicht vorangehen. Dafür sind die im Raum stehenden Summen zu weitreichend, würden den Handlungsspielraum zu sehr beeinflußen, um Kaderplätze voreilig zu verplanen. Zwei Namen, die unmittelbar mit der Entscheidung pro/contra Trapp zusammenhängen, dürften Carlos Zambrano und Sebastian Jung sein.
Während die Geduld des Fans beim Peruaner, der gerade bei der Copa America im Schaufenster steht, schon lange erschöpft und er auch aufgrund dessen nicht mehr als unersetzlich wahrgenommen ist, wird sich bei Jung vor allem die Kauf- statt Ausleihfrage stellen.

Indes soll man angeblich an Rechtsverteidiger Jean Zimmer (21) von Kaiserlslautern interessiert sein. Das dann aber ziemlich sicher als gleichwertigen Konkurrenten zu Timothy Chandler; für Jung wäre angesichts dessen kein Platz mehr. Eine Verpflichtung Zimmers, der auch im rechten (Aigner-Position) und im linken (vakant) offensiven Mittelfeld spielen könnte, hätte jedenfalls Charme. Ob er unwesentlich billiger zu haben wäre (Vertrag bis 2018) als Jung (ebenfalls Vertrag bis 2018), ist schwer zu sagen. Geht es nach den völlig fiktiven Annahmen eines Springer-Verlag-Fußballportals, spricht man bei Zimmer von 1,2 Millionen, bei Jung von 6,5 Millionen Marktwert. Wären das Richtwerte, Kennzahlen, ist die Entscheidung leicht.

Unabhängig wiederum davon, gilt es nach wie vor, vor allem die Problemzonen zu besetzen. Das sind vor allem das linke Mittelfeld und die Innenverteidigung. Drei Neue wird man alleine für diese Positionen verpflichten müssen, dazu fehlt ein qualitativ hochwertiger Stürmer (und bitte nicht auf die Idee kommen, Rouwen Hennings zu kaufen, der jetzt nach vielen Anläufen halt einmal eine Rückrunde lang geknipst hat!); und das ganz unabhängig von Alexander Meiers längerfristigem Ausfall. Je nachdem, was nun mit Millionenmann, Gesicht und Kapitän Trapp geschieht, steht auch noch die Verpflichtung eines Torhüters an. Den Ösi-Heinz hat man ja bereits unter Vertrag genommen, dazu hechtet sich ziemlich sicher Roman Weidenfeller auf die Pole-Position, was eine mögliche Trapp-Nachfolge angeht. Der Name Fabian Giefer, Ex Düsseldorf, dann auf der Gazporm-Bank, bevor verletzt auf der Schalker Tribüne, ist auch schonmal genannt worden.

Und irgendwie habe ich das Gefühl, dass bei uns auch zum dritten Mal der Name Niklas Bendtner hochploppen wird. So als Leihgeschäft. Begründung: „Naja, der Alex wird ja erst in Richtung Herbst/Winter richtig fit sein, und wir brauchen für ihn ja auch Ersatz … aber das war nicht das Ende unserer Transferaktivitäten“. Wie gesagt, rein spekulativ, ich weiß da auch nicht mehr als jeder andere, ist nur mal dahergeschrieben.

Wie ist das eigentlich mit diesem Bernd Legien, Chefscout? Der Ösi-Heinz geht ja wohl auf die Markus-Weißenberger-Connection zurück; Stefan Reinartz war Kicker-Sonderheft … wen, welchen kreativen Kniff werden wir Herrn Legien zu verdanken haben? Gespanntes Warten.

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Ein Kommentar

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Eine Antwort zu “Zimmer frei

  1. Jermaine Jones Junior

    Bruno Hübner meinte im Fall Seferovic wohl einen italienischen Klub als Bieter.

    Edit: Die Vorstellung daran, Weidenfeller als neuen Torwart zu verpflichten, turnt mich dermaßen an. Man sagt ja nämlich: Entweder „Junger/unerfahrener Torwart und erfahrene Abwehr“ oder „erfahrender Torwart und junge/unerfahrene Abwehr“. Aber in der SGE-Konstellation hieße es: „sehr erfahrener Torwart mit unfassbarem Charisma und Top-Innenverteidigern“. Geil, geil, geil.
    Weidenfeller, ein echter „Typ“ aus der harten Generation. Anti-Hipster, leicht assi, ähnelt ein bisschen Jean-Claude van Damme. Türsteher-Aura. Übrigens Ex-Lauterer. Würde locker bis 40 spielen. Passt nach Frankfurt. Und zur Eintracht.

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