Auf geht’s, Bruno

Ist das zäh! Nach allem, was ich zu wissen glaubte, war für die Woche nach der Trainervorstellung mindestens ein Ver- und ein Zukauf bei Eintracht Frankfurt geplant. Dann kam die Turtelei zwischen Paris St. Germain und Kevin Trapp dazwischen, so dass sich alles – wieder mal und typisch SGE – verzögert. Es geht hier, das darf man nicht unterschätzen, um die Frage nach der unmittelbaren Transferausrichtung des Klubs. 10,11,12 Millionen Euro mehr oder weniger zur Verfügung zu haben, das macht selbst in Zeiten der astronomischsten Mondpreise einen Unterschied.

Spätestens jetzt ist jedenfalls der Beweis erbracht, wie sehr die Investorenvereine das Macht- und Gestaltungsgefüge des Fußballs verschoben haben. Fakt ist, dass Klubs ohne Investor in spätestens fünf Jahren, eher früher, nicht mehr in der Bundesliga spielen, bzw. mittelfristig überleben werden können. Schöne neue Welt.

Weg von der Meta-Ebene, hin zum Eintracht-Kader: Takashi Inui, Jan Rosenthal und der für vier Wochen verletzte Vaclav Kadlec stehen im Schaufenster. Könnte, wenn es gut läuft, so irgendwas um die vier Millionen Euro einbringen, dieses Spielerpaket. Die Summe also, die man in etwa für Rückholaktion X.0, die Rede ist von Sebastian Jung, kalkulieren kann.
Eben deshalb kommt es ja so sehr auf den Mammon aus der Stadt der Liebe an. Davon wird abhängen, wie viel Geld die SGE für die weiterhin vier, fünf dringend (!) benötigten Qualitätsspieler benötigt. Wie schon unzählige Male geschrieben, liebe Leser, diesmal ist nix mit Breite, nix mit Perspektive, nix mit Resterampe; jetzt braucht es – zumal angesichts der Ausfälle von Alexander Meier und Bamba Anderson – Könner.

Wer hin und wieder in das U21-Turnier rein-zappt, sieht da schon den einen oder anderen hoch-interessanten Spieler. Doof halt, dass jeder Amateurmanager á la 1860 München dieser Tage vor der Flimmerkiste sitzt und eben jene Leute gegen den Fall treten sieht. Davon abgesehen: Bringt der Eintracht auch nichts, zwei, drei Anfang-20er zu verpflichten, die die Bundesliga, bzw. deutschen Fußball erst noch kennenlernen müssen. Erstmal muss man noch auf ein, zwei Funktionierer setzen – Stefan Reinartz sollte da ein gutes Beispiel, eine Blaupause sein. Gerade was den Sturm angeht, ist das mit den Experimenten bei Frankfurt in den letzten Jahren in der ersten Bundesliga all zu oft gescheitert.
Drei erfahrenere, gestandere Kicker á la Reinartz, dazu noch zwei aufstrebende, aber nicht mehr gar so grüne Spieler – das wäre meine favorisierte Mischung bei der Kaderplanung. Carlos Zambrano spielt in meiner imaginären Planung übrigens keine Rolle mehr, da sehe ich die Notwendigkeit, einen weiteren Innenverteidiger zu holen. Ohnehin wird es speziell auf dieser Position Zeit, dass wenigstens mal ein Name gerüchtet wird. Reinartz soll IV zwar können, aber ich bin ja seit jeher ein Verfechter davon, Spieler im Normalfall nur auf ihren gelernten, ihren Hauptpositionen einzusetzen: also defensives Mittelfeld im konkreten Fall. Das jüngste Beispiel, wie Nebenpositions-Spielereien oder taktische Kniffe ausgehen, hat man ja unter Thomas Schaaf gesehen, Takashi Inui auf der Zehn …

Wäre dieser ganze vor einiger Zeit mal koloportierte Kooperations-Krempel nicht so ein Witz, könnte man ja mal den Dauerverliehenen John Guidetti von Manchester City herbeiholen. Es gibt jedenfalls Stürmer, die weitaus seltener treffen und dennoch ein größeres Standing besitzen #lordbendtner. Wobei man ja auch klar sagen muss, dass diese England-Exporte, gerade die Wanderpokale á la Lucas Piazon oder diese ganze ehemalige Hamburger-Chelsea-Gang, alles andere als Qualität in die Kader brachten (die Älteren erinnern sich: es gab im Stadtwald mal einen Mohammed Abu, bis dieser ebenso prompt verschwand, wie er gekommen war #yusuffayaffa)

Ebenso ablösefrei, für das dünnbesetzte Frankfurter Linksmittelfeld, wäre der Schweizer Marco Schönbächler vom FC Zürich. Doof halt, dass da Mönchengladbach mit dem Schweizer Lucien Favre schon vorgefühlt zu haben scheint, ebenso Hertha BSC Berlin, das ja bekanntlich ebenfalls in Frankfurt als finanziell enteilt (siehe Mitchell Weiser) angesehen wird.

Als einer der Wenigen würde ich ja sogar eine (ablösefreie) Verpflichtung von Linksfuß Marcell Janßen, den ich zwar nie und nimmer für einen Nationalspieler halte und hielt, bejahen. Wenn man schon Heiko Westermann, Ivo Ilicevic, Gojko Kacar oder Maximilian Beister aus Hamburger Qualitätsfabrikation nicht haben kann/möchte … 😉

Dieser Tage weiß ich jedenfalls nicht, ob mich die Stille im Frankfurter Stadtwald beruhigen oder besorgen soll. Damals, in grauer Vorzeit als Bruno Hübner noch Sportdirektor in Wiesbaden war, verpflichtete die Eintracht gerne mal Spieler, die so gar nicht auf der Agenda standen, schon gar nicht jene, die im Kochtopf der Gerüchteküche brodelten. Da kamen sie dann, quasi aus dem Nichts, die Aleksandr Vasoskis, Aaron Galindos und Nikos Liberopoulos‘. Irgendwann später kamen dann plötzlich wirklich nur noch die, die Tage und Wochen vorher als Neuverpflichtungen spekuliert wurden.
Okay, verleugnen darf man es nicht, dass auch vor Hübner schon Granaten den Weg an den Main fanden, wo man sich fragt, wer und wieso denen jemals ein Eintracht-Funktionär (Heribert Bruchhagen) einen Vertrag geben konnte. Léonard Kweuke, Nikola Petkovic, Ricardo Clark – das war alles nochmal eine andere, beängstigendere Kategorie als die dürftigen Caios, Mantzios und Korkmätze.

Genug der Vergangenheitsbewältigung. Für den Moment gilt es erstmal zu hoffen, dass die SGE nicht auf one-Halbrunden-Wunder Rouwen Hennings vom KSC reinfallen, das mit dem Reinhold Yabo scheint ja ebenfalls nicht mehr so wirklich mit Herzblut verfolgt zu werden.
Jean Zimmer, der kleingewachsene Außenspieler von Kaiserslautern, der hätte hingegen meinen Segen. Und diesen Havard Nielsen, der jetzt eineinhalb Saisons in Braunschweig als Leihspieler unterwegs war, den könnte man sich als Kadlec-Ersatz auch mal ranziehen. So richtig teuer wird der Skandinavier nicht sein, dafür aber vielversprechend.

Daneben würde ich Lionel Messi, Andrea Pirlo und Jerome Boateng nehmen. Los, Bruno, mach.

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5 Kommentare

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5 Antworten zu “Auf geht’s, Bruno

  1. Olli

    Björn, was wäre denn deine, finanziell realistische (auch gerne mit 2-3 Mio. Schulden), Wunsch-Start-Elf und Aufstellung für die nächste Saison. Verletzte inbegriffen.

  2. Staniii

    In 2-3 Wochen können wir dann die folgendes
    von BH lesen: In der letzten Augustwoche kommt
    noch mal Bewegung rein.

  3. Jermaine Jones Junior

    Alexander Ignjovski ist kürzlich stolzer Papa eines Mädchen geworden (herzlichen Glückwunsch).
    Aber da hat er natürlich eine Karte gezogen, bei der ein Verkauf absurd und unmenschlich erscheint.

    • Olli

      Alex hat noch Vertrag. Heißt: Alex geht nur, wenn er einen neuen Verein findet, zu dem er selber will und eine Ablöse gezahlt wird, die der Eintracht passt. Wenn er nicht gehen will, dann bleibt er halt, wenn auch eventuell auf der Bank. Sollte aber Jung kommen, dann ist eigentlich Alex oder Chandler zuviel. Komische Situation aber ich bin sicher das er nächste Saison seine Einsätze bekommen wird. Wenn auch eher eingewechselt oder als Ersatz bei Sperre und Verletzung anderer.

      Aber bevor wir Alex verkaufen sollte jemand anderes gehen: Medojevic. Zudem sind wohl Inui, Kadlec, Rosenthal und Valdez mit ins Schaufenster gestellt worden (mir fällt gerade der Ausverkauf der Offensive auf). Flum wird sicher auch ein Kandidat sein falls ein entsprechendes Angebot vorliegen sollte. Bei Madlung hoffe ich ja noch inständig auf eine Unterschrift nach einem intensiven Gespräch mit Veh!

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