Feuriges Frankfurt

Die Anzeichen für einen Wechsel von Kevin Trapp zu Paris St. Germain verdichten sich, ist in den vergangenen Stunden (kostenlos für alle Konsumenten) ins Internet geschrieben worden. Es würde auch Zeit für einen Verkauf; und das nicht nur aus finanziellen Erwägungen heraus.

Kevin Trapp war bereits nach dem Aufkommen des Gerüchts, dem Ausbleiben jedweden Statements des Spielers, geschweige denn eines Dementis, sportlich/sportpolitisch nicht mehr vermittelbar. Schon gar nicht als Kapitän. Dass weder bei Eintracht Frankfurt noch Kevin Trapp selber Schwurbel-Worte um den Sachverhalt geschwungen haben, ist löblich. Der Klub, das ist fast eine Binse, kann auf so viel Geld nicht verzichten. 10,11,12 Millionen Euro sind im heutigen Profifußball zwar bereits Erdnüsse, jedoch wäre es für Frankfurt der erste veritable Transfer der Vereinsgeschichte. 116 Jahre wird es gedauert haben, so eine Summe zu erzielen. Mehr als ein Vierteljahrund seit Lajos Detari, rund 20 Jahre nach Bossmann und dem Einfallstor für die Megasummen.

Trapp wird nun, wenn er in Paris für drei, vier Jahre unterschreibt, mit Mitte 20 bereits finanziell alles und noch viel mehr für seinen Ruhestand und den seiner Kindes-Kinder gesichert haben. Glückwunsch dazu. Adieu.

Eintracht Frankfurt hingegen erhält die Chance, eine bislang wirklich einmalige, eine Mannschaft qualitativ spürbar aufzupumpen – mit dem Zwang, dass auch tabellarisch Ungeahntes – wir reden vom Europapokal – herausspringen müsste. Da das Gerüst dieses Teams passt, es auf einigen Positionen gut-qualitativ besetzt ist, eröffnen sich durch die etwaigen Transfermillionen (neben Trapp wird auch Kadlec früher oder später irgendetwas um die 2 Millionen Euro einbringen; Herr Valdez findet dank paraguayanischer Mithilfe bestimmt auch noch was in Südamerika) personell viele Möglichkeiten, mit drei Neuzugängen einer gewissen Größenordnung (schnelle Spieler! Auf Niveau wie Stefan Reinartz, bzw. dem Reinartz, den man aus Leverkusener Stammspieler Zeiten kennt).
Jetzt kann, jetzt muss Sportdirektor Bruno Hübner beweisen, dass die These stimmt, er sei bislang von internen Strukturen und handelnden Personen ausgebremst worden. Die Kirchenmaus kann nun kotzen statt kleckern.

Unabhängig davon, ob man tatsächlich mit Innenverteidiger Carlos Zambrano verlängern kann, verlängern wird, sind die Schwachstellen nicht kleinzureden: Innenverteidigung, linkes Mittelfeld, Sturm. Wie gesagt: drei höherklassige Kicker sind von Nöten. Zum Zweck, die offensichtlichen Lücken zu stopfen. Ginge es darum, den Kader insgesamt auf ein neues Niveau zu beamen, müsste nochmal dieselbe Zahl (ähnlich guter) Fußballer her. Und natürlich ein Tor-Trapp-Ersatz. Wohl wäre einem angesichts eines Duos Lindners Heinz und Balajevs Emil mit Sicherheit nicht. Österreich, Aserbaidschan – nix gegen die Jungs, aber soviel Fantasie kann der Fan kaum aufbringen, schon gar nicht in dem Land, dass seit Jahrzehnten so ziemlich die besten Keeper ausbildet.

Man ist gespannt auf den ersten Neuzugangs-Namen, der in Frankfurt kursiert, sobald Trapp in Richtung Eifelturm jettet. Positionsunabhängig. Das mit dem Langerak nach Stuttgart ist jedenfalls ein wenig doof. Dann muss der Weidenfeller ja doch die Dortmunder Bank wärmen. So richtig viel Auswahl gibt es da jedenfalls nicht mehr, egal welche Richtungsentscheidung (Älteren holen und Lindner 1,2 Jahre wiegen / eine auch perspektivisch klare Nummer 1 reinstellen) man wählt. Jaroslav Drobny, Fabian Giefer, Koen Casteels – emotionalisiert nicht so wirklich, oder? Zu Drobny könnt ich sogar trotz dessen 37. Lebensjahr noch ja sagen, bei Giefer wäre ich unsicher mit Tendenz bejahend, vor Casteels hätte ich ziemlich Angst. Möchte man sichs richtig riskant geben, holt man etwa aus Hoppenheim Marvin Schwäbe, den U20-Nationaltorwart. So oder so: Heinz Lindner wird sich im Kampf um die Nummer 1 einem Duell stellen können, indem seine Rolle offen ist. Einzig die Personalie Weidenfeller würde die Hierachie unter der Latte klären.

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3 Kommentare

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3 Antworten zu “Feuriges Frankfurt

  1. Herr Schnitzelmann

    Haha, die Eintracht mit Ihrem Superscouting verballert das mögliche Geld vom Trapperlös sicher wieder für Spieler Marke Caio oder die Ersatzbank von Hoffenheim. Würd mich auf jeden Fall nicht wundern, wenn die neuen Heilsbringer nicht zünden, egal wenn man da holt!

  2. Die Möglichkeiten, die ein solcher Wechsel bietet sollten weder unter- noch überschätzt werden. Es stimmt, die Eintracht kann nicht auf so eine Summe verzichten, dafür sind die sonstigen finanziellen Mittel nicht ausreichend genug.
    Aber auch 10-12 Millionen Euro können schnell verpuffen. Zwei drei Spieler à la Caio oder Kadlec verpflichtet und von der zweistelligen Millionensumme ist kaum noch etwas übrig geblieben, der Kader aber kaum verstärkt. Es hängt dann also sehr stark an Hübner und ggf. der Scouting-Abteilung etwas sinnvolles daraus zu machen.
    Eine schöne Woche wünsche ich!

  3. Florian

    Das mit Langerak ist wirklich blöd. Eigentlich genau so blöd wie Trapp jetzt zu veräußern, wo national eigentlich kaum Ersatz zu finden ist.
    Aber wenn wir schon romantische Rückholaktionen machen, dann hat ja vielleicht Jan Zimmermann noch mal Lust.

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