Wenig Neues

Man musste halt, also hat man. 3:0 in der ersten DFB-Pokalrund gegen den Bremer SV, weiterkommen, um mehr geht es nicht.

Erkenntnisgewinne? Fingerzeige für den anstehenden Saisonauftakt? Wenige. Trainer Armin Veh scheint seine Ankündigung wahrzumachen und Talenten wie Luca Waldschmidt und Joel Geregzhiger eine Rolle, die weit über das Reservistendasein hinausgeht, zu geben. Auch am in der Vorbereitung eher matten Marc Stendera hält er offenbar fest, ob nun als dauerhafter Stammspieler oder nicht – es scheint jedenfalls so zu sein, dass Stendera doch nicht den schweren Stand haben wird, wie man angesichts der Vorbereitungseindrücke vermuten konnte. Und doch hat auch der Kick in Bremen den Eindruck nicht verwischen können, dass er im Team irgendwie nur mitschwimmt.

Sonstiges Erwähnenswertes? Luc Castaignos macht einen guten Eindruck, nimmt am Geschehen teil – hätte man in der Vergangenheit nicht schon so oft SGE-Stürmer gut starten und dann recht steil abfallen gesehen, könnte man mehr als anerkennend nicken. Siehe Haris Seferovic: Ihm fehlt bei allem Engagement die Klarheit, die Linie, sein ganzes Spiel ist weiterhin zu aufbrausend. Man sieht aber immerhin, dass mit ihm genau an dieser Wildheit gearbeitet wird – erinnert man sich etwa, wie Seferovic zwischen Dezember 2014 und Juni 2015 gespielt hat, erkennt man eine Verbesserung.
Im Gegensatz zu Takashi Inui, der seiner Spielweise im Guten wie Schlechten treu bleibt. Selbst gegen einen Fünftligisten verdaddelte er viele Bälle. Im Gegenzug brachte er den Schwung, bereitete ein Tor vor. 50 % gut, 50% schlecht – und das jetzt im vierten Jahr. Ist eben echt die Frage, ob man dieses Element, diese Verteilung weiterhin will, kann und braucht im Team. Von der neuen serbischen Wundertüte wird man so oder so keine Wunderdinge erwarten dürfen.
Makoto Hasebe spielt indes den Rechtsverteidiger manierlich, jedoch weitaus offensiver als ich erwartete. Zu offensiv, bin ich geneigt zu sagen.

Kurzum: Im Argen liegt das eine oder andere bei Eintracht Frankfurt noch, das ist sichtbar. Die entscheidende Frage ist aber, wie weit hinten man im Rennen um die Form liegt. Auch bei anderen Bundesligisten wirkt die Spielweise ja anfangs noch etwas hölzern, gerade gegen defensiv eingestellte Teams. Selbst Konzernklub Wolfsburg, der erste richtige Gegner für Eintracht Frankfurt seit Vehs Amts(wieder)antritt, ist noch nicht bei 100 %, auch nicht bei 95 % – und deshalb schlagbar. Ein Punkt, da lege ich mich fest, ist gegen den Vizemeister 2014/2015 keine Pflicht, aber möglich.

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3 Kommentare

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3 Antworten zu “Wenig Neues

  1. Olli

    3:0. Hattest du das nich irgendwann sogar (mal wieder) vorhergesagt?
    Aber wenn man sich anschaut, dass schon 2 Bundesligisten und der HSV raus sind, was will man mehr. Bisher ist kein Ergebnis höher als 5:0. Ein kontrolliertes Spiel was nur durch das marode Stadion in Gefahr war. Warum soll man gegen einen Gegener, der nach dem 2:0 abgefertigt war, bei dem Wetter mehr investieren als kontrolliert das dritte machen und nach Hause austrudeln? Trainingsspiel unter Wettbewerbsbedingungen.

    Ich habe das Spiel an sich nicht gesehen, aber gegen Heidenheim und Tokyo hat mir Stendera sehr gefallen. Waldschmitt gegen HDH auch. Die jungen haben richtig Bock aufs Spielen und sind ungeheuer motiviert. Sie haben halt in der Verbereitung Chancen, die sie in der Saison eher nicht bekommen werden. Genutzt haben sie sie aus meiner Sicht. Die Frage ist, was wird aus Stendera wenn AM14FG wieder fit ist?

    @Norddeutscher: Der Jung wird die Saison einmal am Main spielen, am 18. Spieltag – falls er da im Kader ist. Und das Pokalspiel wurde ja schon nach Oberneuland verlegt – das war schon ein „Stadionupgrade“.

  2. Der Norddeutsche

    Unterschreibe ich genau so. Reinartz absolut ein Gewinn, Hasebe stand sehr hoch. Vielleicht kann der Rechtsverteidiger vom VfL Wolfsburg doch noch an den Main gelotst werden. Saß wieder nur auf der Bank. Aigner war phasenweise blass, lag es am Tape? Das Spiel hätte doch auf Platz 11 am Weserstadion statt finden sollen. Das waren Gegebenheiten wie beim Hallenfußball.Noch ein Wort zu Carlos: Ich habe ihn in der 3. Halbzeit erlebt. Geduldig ließ er sich ablichten, unterschrieb er alle Autogrammwünsche. Er wirkte eher schüchtern. Kurz der harte und der Zarte.

    • Hasebe traue ich diese – wie irgendwie jede andere – Position absolut zu. Ich weiß nur nicht, ob die Marschroute so clever ist, auf der offensiven rechten (Aigner)Seite, dem RV die Anweisung zu erteilen, den Rechts-Offensiven teilweise zu überlaufen. Das mag gegen letztlich ungefährliche Amateure bedenkenlos sein, aber in der Bundesliga sehe ich da große Gefahren lauern. Zumal Hasebe, und das merkt man dann doch, die Zentrale gewohnt ist und das Flügelspiel eine ganz andere Herangehensweise bedeutet. Ich denke, dass Veh gut daran täte, Hasebe in der Formation 5,6 Meter tiefer zu stellen. Denn auf links droht ja bereits, wie von Veh als Außenspiel-Fanatiker, die Brachial-Offensive mit einem oft nach vorne ziehenden Ocizpka gepaart mit dem Ballverlust-Inui.

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