Gewiss ist die Ungewissheit

Soso, der Publikums-, aber vor allem Thomas Schaaf Liebling Nelson Valdez wird also von der Staatsanwaltschaft bedrängt. Besoffen im Gibson auf der Zeil, pöbelnd, körperverletzend und sich der Polizei widersetzend. Na sieh mal einer an. Hieß es von bestimmten Ewigtreuen unter den Fans nicht, die ganzen Verwerfungen innerhalb des Kaders von Eintracht Frankfurt seien von der #lügenpresse erfunden, es sei eine Kampagne? Tja. Wohl doch nicht alles so tutti gewesen im Erfolgsteam 2014/2015, was? Die mehrfach wiederholten und verschärften Aussagen von Aufsichtsratschef Wolfgang Steubing, die Zwischentöne in vielen Interviews während der Vorbereitung, die monatelang auf dem Platz sichtbaren Missstände – zum Glück verdrängt das Gehirn des Fußballfans die Dinge sehr schnell, zumal dann, wenn man derat böse danebenlag mit seinen Vorwärtsverteidigungs-„Analysen“.

Spilled milk.

Was ist wichtig dieser Tage? Die … interessanten … Vorgänge rund um den neuverpflichteten Serben, der Linksaußen Takashi Inui beim Fehlermachen zusehen soll. Da bleibt der Spätverpflichtete, nur Tage vor dem Pflichtspiel-Beginn, nochmal eine Weile im Heimatland um Erledigungen zu machen. Jo mei, ist halt auch der erste Serbe, der jemals in die Bundesliga gewechselt ist. War nicht abzusehen das ganze. Und wenn er dann in Frankfurt ist, also seit jetzt, darf er nicht trainieren. Wegen Versicherung und so. War auch nicht abzusehen. Das sind dann so Dinger, wo ich persönlich, dumm und unwissend wie ich bin, einfach Fragen habe. So welche wie: Wieso kann ein Filip Kostic (Serbe, Linksaußen) Mitte August 2014 zu Stuttgart wechseln, sofort trainieren und wenige Tage später sein erstes Pflichtspiel absolvieren, jener Gacinovic in/für Frankfur aber nicht? Ist aber unbedeutend.

Viel wichtiger ist das gelungene Senioren-SpielerTrainerdebüt meinerseits am vergangenen Wochenende. 2:0 im Derby, gegen den letztjährigen Meister. Tschaka! Mit einem gepflegten 3-3-3-1-System samt Manndeckung des gegnerischen Spielmachers, der bereits nach 20 Minuten frustriert auskeilte. Dazu der Führungstreffer via Standard. Das war dann doch, ohne in Eigenlob zu zergehen, ziemlich nah an meiner Definition von perfektem Fußball. Lässt man jetzt noch den Zusatz Kreislia A aus der Gesamtschau raus, bin ich quasi DAS Talent am Trainerhimmel.

Jedenfalls bin ich äußerst gespannt auf den Eindruck, den die Eintracht am Samstag in Wolfsburg hinterlässt. Das Ergebnis, ich persönlich sehe einen Punktgewinn als ebenso möglich wie nötig an, ist dabei nur eine Facette. Nach den oft im Halbzeit-Rhytmus schwankenden Leistungen gegen maue Vorbereitungsgegner und einem ähnlich schleppend angelaufenen Pokalspiel im fünftklassigen Bremen, steht nun seit Ende der vergangenen Saison der erste wirkliche Gegner auf dem Feld – und somit die Frage im Raum, wie Eintracht Frankfurt grundsätzlich zu spielen gedenkt. Wird ein Plan erkennbar sein? Eine Struktur? Oder geht der wirre Konfus-Kick Schaaf´scher Prägung weiter? Auf Letzeres deutet in der Tat wenig hin, was viel wert ist. Am Ende zählt aber, und das ist die Crux, auch für Trainer Armin Veh samt Team nur das Ergebnis. Und wenn es im Mai 2016 nicht Rang 9 sein sollte – was eine super Platzierung wäre – wird es zumal aus der Ferne so aussehen, als ob der Trainer- und Kurswechsel nichts gebracht habe. Doch das sollen sie dann ruhig dichten, die Jungs in den Fernab-Redaktionsstuben in Hamburg, München und Berlin. Erstmal lautet die Devise sowieso: Rang 15, den Klassenerhalt erarbeiten.

Los geht es, liebe Leute, am besten mit einem Eigentor von Ricardo Rodriguez. Sagen wir in der 91. Minute?!

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2 Kommentare

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2 Antworten zu “Gewiss ist die Ungewissheit

  1. Anonymous

    Rang 9 ?
    Immer nur pessimistisch sein. (Lebenseinstellung?)
    Nur nicht mal von mehr sprechen. 4 oder 5 Rang!
    Gott sei Dank denken nicht alle SGEfans so. Mal nach fragen in München.
    Hätten die Münchner auch so gedacht, würden Sie wahrscheinlich auch heut noch um Rang 9 spielen.

    • Interessant. Sonst bekommt man als Autor stets die Rübe abgeschlagen, wenn man mal ein Ziel ausgibt, das über den Klassenerhalt hinausgeht.

      Wohl noch nicht häufig hier zu Gast gewesen, fürchte ich. Schade.

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