Einzelkritik vs. VfL Investorenburg

Lukas Hradecky: Hielt nichts, weil er nichts halten konnte. Ein guter Reflex nach einer Bogenlampe, ein, zwei Mal gut bei hohen Bällen zugepackt. Bemerkenswert – und großer Unterschied zu Vorgänger Kevin Trapp: Er eröffnet das Spiel mit schneller Reaktion via Abwurf und Abroller. Das ist sehr gut.

Carlos Zambrano: Gute Leistung, ohne große Mätzchen. Auch das von vielen abermals so moralisch überlegen bewerte Foul gegen Kevin de Bruyne war – ja, ich schreibe das jetzt – erste Sahne. Es war in der Situation nötig, es war ein taktisches Foul, es war folgerichtig gelb. Wo ist das Problem?

David Abraham: Eine leistungsmäßige Achterbahn, mal schnellen Fußes zur Stelle, mal mit stellungsspieltechnischen Aussetzern.

Makoto Hasebe: Gute Leistung als Rechtsverteidiger, hatte mit Kevin de Bruyne relativ wenig Probleme, hielt ihn zumindest in Schach. Äußerst unglücklich beim Slapstick-Stadel vor dem 0:2, da tritt er als Letzer in der Fehlerkette mit der Picke ein Luftloch. Sieht doof aus, das Problem, der Auslöser entstand aber über links – eingeleitet durch Hradeckys Heber auf Oczipka, der dann wiederum den Ball zum Einwurf vertendelt.

Bastian Oczipka: Beim 0:1 nicht eingerückt, was das Tor ermöglichte, beim 0:2 einer von mehreren Düpierten im Slapstick-Stadel. Eine starke Grätsche Mitte der zweiten Halbzeit, Ein strammer, guter Schuss in der Offensive sowie zwei, drei merkwürdige Chip-Flanken. Verfällt da einer wieder in überwunden geglaubte Muster?

Marco Russ: So lala. Beschränkte sich auf die einfachen Dinge, das ist ok. Aber ohne echte Bindung zum Spiel, machte keine groben Fehler, setzte keine Impulse.

Stefan Reinartz: Gute Übersicht, ruhig am Ball – jedoch zu viele lange Bälle. Hatte Probleme mit der Standfestigkeit, rutschte häufig weg und verlor dadurch drei Bälle. Man erkennt aber bereits, dass da ein guter Fußballer verpflichtet worden ist.

Takashi Inui: Keine Aktion nach vorne, teilnahmslos, wirkungslos. Defensiv lief er mit. Am ersten Spieltag zur Halbzeit ausgewechselt zu werden, kann man als Zeichen werten.

Stefan Aigner: Gewohnt im Modus des Duracel-Häschens, war stets anspielbar, ging weite Wege, schmiss sich rein. In den Kombinationen oft unglücklich. Ohne zwingende Szene vorne.

Haris Seferovic: Wild, unwirsch, ohne Übersicht. Lezteres gekrönt Mitte der zweiten Halbzeit, als die Eintracht fünf auf vier läuft und er mit dem Ball unmotiviert in einen Verteidiger rennt anstatt das Spiel schnell zu machen, die Kugel zu passen. Sein Einsatz stimmt, seinen Körper setzt er gut ein; aber wenn er den Ball hat, wird es, wird er unkontrolliert.

Luc Castaignos: Schwer einzuordnene Leistung. Nicht so vollumfänglich präsent, aber in Ansätzen ist sein Können durchaus zu erkennen; gerade die ersten ein, zwei Schritte und in puncto Übersicht gab es zwei, drei gute Szenen.

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Aleksandr Ignovski: Überraschend eingewechselt hielt er defensiv seine Seite gut dicht, bissig wie man ihn kennt. Mit dem Ball am Fuß jedoch keine große Hilfe für das Team, kam nur in einer Situation mal auf die Grundlinie und flankte dann okay.

Joel Gerezgiher: Hatte das 2:2 auf dem Fuß; war einer der Kategorie „kann man schonmal machen“. Ansonsten war es mehr ein Bundesliga-Luft-Schnuppern als ein effektiv frisches, freches Auftreten, was aber ok ist.

Luca Waldschmidt: Ein Kopfball in des Keepers Arme, sonst relativ unauffällig.

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Armin Veh: Der Fußball ist nach Frankfurt zurückgekehrt. Eine Idee, eine Herangehensweise ist zu erkennen gewesen. Die Spielanlage wirkte deutlich variabler als im Vorjahr unter Ex-Trainer Thomas Schaaf. Die Wahl, im defensiven Mittelfeld anfangs auf das Duo Reinartz/Russ zu setzen, war strategisch richtig, ob es ein Zukunftsmodell ist? Zweifelhaft. Es fehlte dort, im ganzen Mannschaftsteil Mittelfeld ein Antrittsstarker, das Tempo war lange Zeit nicht ausreichend. Die Systemumstellung im Laufe der Partie sorgte für mehr Verwirrung als dass es eine Hilfestellung war.

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6 Kommentare

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6 Antworten zu “Einzelkritik vs. VfL Investorenburg

  1. Jermaine Jones Junior

    Zwei Dinge möchte ich positiv anmerken, die Armin Veh seinem Vorgänger voraus hat:
    Erstens wurden endlich Spieler eingewechselt, als es nötig war Spieler auszutauschen.
    Zweitens ist die Mannschaft nicht eingebrochen und hat das Spiel nicht willentlich abgeschenkt. Ein Unentschieden oder gar ein strukturiert herausgespieltes Tor war zu jedem Zeitpunkt möglich.

    Reinartz war bester SGE-Spieler. Abraham hat beim 0:1 geschlafen, war nicht gedankenschnell genug. Das Thema „rechter Verteidiger“ nervt langsam. Hasebe hat einen guten Job gemacht, ist mir aber für diese Position zu schade (Sebastian Jung saß pikanterweise 90 Minuten auf der Tribüne). Was ging eigentlich in Inuis Kopf vor?

    Unterm Strich: Mit dieser Leistung gegen einen Titelanwärter brauch ich mir keine Abstiegssorgen zu machen. Das war rundum ein gut strukturierter Fußball, der im Laufe der Saison noch (viel) besser werden kann.

    • Olli

      Ja, auch ich habe mich mehrfach für eine Rückkehr vom Basti ausgesprochen. Aber diese Saison wird das nichts mehr werden. Zwar ist der Hasebe auf rechts verschenkt, aber bei dem Überangebot was wir gerade in der Defensive haben – und irgendwann kommt auch Bamba sicher mal für 5 Spiele zurück – kann man ihn da spielen lassen. Auch irgendwelchen Spekulationen, den Großkreuz vom BVB holen zu wollen, schenke ich keinerlei vertrauen.
      Lass Zambrano nächsten Sommer für 15 Mio auf die Insel gehen, ziehe Russ in die IV zurück, Hasebe kommt auf die 6 und Jung kommt aus Wolfsburg …. meine Prognose.

  2. Olli

    Okozaki für 11 Mio auf die Insel, Augsburg kriegt 20+ Mio. (abzüglich 10-15% an Fürth) für jemanden den ich noch nie gehört habe, jetzt soll Rüdiger für 15 Mio von Stuttgart nach Rom gehen ….

    Wer fühlt sich noch bei 9.5 Mio + X für Trapp verschaukelt?

    • Problem: Für Torühter bekommst du diese Summen eben nicht. Neuer mal ausgenommen, vielleicht. Trotzdem stimmt natürlich, dass rund 10 Mio. heutzutage schon wieder kein Geld mehr ist. Absurde Entwicklung. Ist doch klar, dass sich jeder Klub jetzt in irgendeiner Form zum Investorenklub macht. Ist ja verbandsmäßig auch so gewollt.

      • Matse

        Ter Stegen ist seinerzeit auch nur für 12 Mio. nach Barca gegangen. Ist bei denen sicherlich als Schnäppchen verbucht worden. Insofern müssten wir in der Tat, wie die anderen, die das schon erkannt haben, schnell Geld aus den zu vollen englischen Töpfen ziehen. Die zahlen eben momentan Mondpreise. Insofern ist die Überlegung vom Olli nicht die schlechteste.

        Ter Stegen wird beim nächsten Mal aber ungleich teurer. Laut Bild und dem Vizepräsidenten von Barca stehen da wohl 80 Mio. Ausstiegsklausel drin.

        Und vielleicht kauft Fulham oder wer auch immer noch den Inui für 25 Mio., weil er sich ein Spiel vom VfL Bochum aus 2011 angesehen hat.

    • Jermaine Jones Junior

      Abwarten. Premier-League-Fan Seferovic hat schon in der Vorbereitung anklingen lassen, dass er in (naher?) Zukunft eine neue Herausforderung sucht. Bei einem 3-Jahresvertrag, der im Sommer 2017 ausläuft, kann ich mir eine Ablöseeinnahme von 10 Mio. bis 15 Mio. Euro vorstellen.
      Zambrano würde ich dann eher im übernächsten Sommer verkaufen.
      Ich denke, dass die Bundesliga auf einem guten Wege ist, die Premier League auszumelken.

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