Japanese dreams

Bei der Großkreutz-Sache überkam mich dann doch das Lachen. Nicht, dass ich es für ausgeschlossen hielte, das Eintracht Frankfurt an dem Außenbahnspieler interessiert wäre. Selbst das unmoralische Mindestlohn-Gehalt, das er bei der SGE beziehen würde, hat nur für ein Grinsen gesorgt. Nein, der herzliche Lacher formte sich im Zwerchfell, als die Bedingung eines möglichen Transfers die war, dass jemand Takashi Inui kauft.

Leute, Takashi Inui. Der Mann, der bislang eine (!) starke Halbserie spielte und der pro Saison ebenso viele Tore verschuldet, wie er mit-vorbereitet. Der Lethargiker, der immer wieder Chancen bekommen hat und der nie auch nur ein Schrittchen nach vorne gemacht hat. Kein klar denkender Sportdirektor verpflichtet so einen; schon gar nicht, wenn er ihn in Kürze für umme bekommen kann. Da das Fußballgeschäft aber völlig absurd ist, weil ein Konglomerat von Angelernten die Szene beherrscht, liegt genau darin die Chance und Wahrscheinlichkeit. Klar denkende Manager? In irgendwelchen Ligen gibt es immer Fans in Funktion des Geschäftsführers, die bei jedem noch so fehlerbehafteten Fuddler zulangen.

Inui hat aufgrund seiner Dynamik, seines geringen Körperschwerpunkts, der Wendigkeit, der Flinkheit einige auch für Eintracht Frankfurt eigentlich unverzichtbare und gute Anlagen. Das Problem ist, dass er über diese grundsätzlichen Fähigkeiten nicht hinauskommt. Er spielt so, wie er immer gespielt hat, schon zu Bochumer Zeiten. Seine Entwicklungs-Kurve ist keine, sie ist eine Nulllinie. Wäre er überdies nicht das personifizierte defensive Sicherheitsrisiko, könnte man darüber sogar hinwegsehen, ihn als Joker, als Faktor von der Bank einplanen.
Der Saisonauftakt gegen den VfL Wolfsburg hat ja abermals gezeigt, gerade unter Trainer Armin Veh und dessen Flügelfokus: Die linke Frankfurter Seite ist im Rückwärtsarbeiten, im Beackern der Gegenspieler, im Stellungsspiel, im Zustellen der Räume/Passwege zu schwach. Beide Gegentore fielen über links, wobei Bastian Oczipka in den unmittelbaren Szenen wesentlich schlechter aussah als sein Vordermann Inui. Jedoch ist das quasi die logische Folge der Inui´schen Spielweise, die Oczipka stets in die Bredoullie bringt (wie schon in den Vorsaisons unter Veh, übrigens).

Nun also, da man täglich dem 31. August und damit dem Ende der Transferphase näher kommt, beschäftigt man sich – vermutlich nicht wenig und nicht zum ersten Mal enttäuscht von der Inui´schen Entwicklung – mit einem Spieler, der ihn theoretisch sofort und ohne Anpassungsstörungen ersetzen könnte: Kevin Großkreutz. Eine sportliche schlechte Wahl wäre dieser absolut nicht, er wäre einzuordnen in die Qualitätskategorie Makoto Hasebe / Stefan Reinartz. Sprich jener Könnensstufe, die tatsächlich dafür sorgen kann, dass Eintracht Frankfurt ein Kandidat für den Kampf um Rang 7 sein kann. Finanziell dürfte das jedoch kaum zu stemmen sein, gerade weil der 1.FC Köln offenbar ebenfalls um ihn buhlt und dieser aus Transfererlösen der älteren und jüngeren Vergangenheit mehr Möglichkeiten hat als die Eintracht (eigentlich absurd, oder?)

Der andere abermals und immer wieder gerüchtete Name ist Rechtsverteidiger Sebastian Jung. Nach Makoto Hasebes (meiner Meinung nach eigentlich absolut passablen) Vorstellung auf der Position, ist die Rückholaktion jedenfalls wieder stärker in den Fokus gerückt als das in den vergangenen drei, vier Wochen der Fall war. Wäre der Transfer sinnvoll? Timothy Chandler hat 2014/2015 eine mäßige, lange sogar eher maue Saison gespielt. In Nürnberg, mit schwächeren Mitspielern, sah das vorher besser aus. Er hat eine zweite Saison verdient. Das wird man in Frankfurt ähnlich sehen, man wird ihm und der Lösung Hasebe/Ignovski/Chandler als solcher bis zur Winterpause Zeit geben. Sollte da das Leistungs-Optimum nicht herauszuholen gewesen sein, dürfte Jung – der sich gegen Vierinha und auch Träsch nicht dauerhaft durchsetzen wird – sehr realistisch werden.

Erstmal aber gilt das Hier und Jetzt, das Sportliche. Die Eindrücke aus dem Auswärtsspiel in Wolfsburg waren gute. Bringt nur nichts, wenn es am Samstag zuhause gegen Augsburg keinen Sieg gibt. Den braucht es nämlich. Andernfalls sind sehr früh sehr viele Vorstellungen und Planspiele ins Reich der Fabel verwiesen.

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