Schnelllebigkeit

Ordnen wir mal: Takashin Inui wird wechseln. Vacvlav Kadlec will wechseln. Slobodan Medojevic soll wechseln. David Kinsombi dürfte wechseln. Jetzt wird es da draußen sicher wieder viele geben, die das absolut überraschend finden. Und natürlich gibt es diejenigen, die ohnehin jeden Schritt von Eintracht Frankfurt ganz tutti finden.
Doch was genau ist bitte überraschend am (Quasi-)Aus für die oben genannten Spieler? Nichts, gar nichts. Es handelt sich, und das bisweilen seit Jahren, um Problempersonalien.

Inui spielte eine bärenstarke Halbserie, danach kam nicht mehr viel – er verschuldete in der Folge genauso viele Gegentore, wie er mit vorbereitete.

Kadlec ist, nach gutem Start, in eine Mixtur aus Leistungsloch und Ungnade gefallen. Wohlgemerkt nicht nur unter Trainer Armin Veh, auch Thomas Schaaf verzichtete auf die Aufstellung des Tschechen. Integrationsprobleme, Sonderling-Dasein im Team, werden als Gründe gerüchtet. Und das nicht erst seit kurzem.

Medojevic ist von Beginn an ein seltsamer Transfer gewesen, ein teurer zudem. Sportlich war der Serbe, ob nun halb- oder ganz gesund, keine Hilfe, es bleiben sogar eher bisweilen folgenschwere Fehler in Erinnerung.

Kinsombi wurde nur Wochen vor der Entscheidung zur Schließung der U23 eben für die U23 verpflichtet. Und so spielte er, wenn er denn spielte, auch (ohne Wertung ist das gemeint). Unvergessen im Profibereich sind seine Probleme gegen Hannover 96, wo er binnen kürzester Zeit mehrfach überlaufen, überspielt, übersprungen wurde.

Genau deshalb ist die Entscheidung, nicht länger auf diese Spieler zu setzen, absolut richtig. Jedoch wird sie zu einem zu späten Zeitpunkt getroffen. In allen Fällen konnten Beobachter davon ausgehen, dass diese Spieler den großen Schritt nicht, nicht mehr machen würden. Zumindest nicht in Frankfurt. Die Spielweise etwa eines Inui war in Bochum so, ist in Frankfurt so, wird auch in Eibar oder beim TSV Osaka so sein. Man weiß, was man (nicht) bekommt, wenn Inui spielt. Sollte man zumindest. Nach drei vollen Spielzeiten. Medojevic ist schlicht ein Fehlkauf, da gilt es, einen möglichst großen Teil der rund 2 Millionen Transfereuro von irgendeinem anderen Klub reinzuholen. Kadlec hingegen ist, kurz nach Caio, Korkmaz, Fenin und Bellaid das nächste millionenschwere Missverständnis von Eintracht Frankfurt. Wie man schon befürchtete, als es die wochenlange Hängepartie um „Wunschstürmer“ gab. Der Klub, natürlich auch der Spieler, sollte sich einen Gefallen tun, und eben dieses Missverständnis beenden. Und zwar, bevor Kadlec noch mehr zu Caio-2.0 mutiert, zu dem Spieler, in den alle Welt ein Können hineininterpretiert, dass er schlicht nicht zu haben scheint.

Nun werden natürlich nicht alle vier Spieler verkauft. Inui, ja, das scheint festzustehen. Kadlec, das dürfte mit der Entscheidung pro/contra Startelf am Wochenende fallen. Bislang weigerte man sich in Frankfurt jedenfalls beharrlich, auf dem Transfermarkt nochmal aktiv zu werden. Nach dem miesen Auftritt gegen Augsburg sollten aber unabhängig von möglichen Abgängen die Alarmglocken schrillen. Auf Linksaußen kann nicht ewig herum-gedoktort, werden. Dafür war die Vorbereitung da Die offenbar ganz schön schepp gelaufen ist, jedenfalls was die Aufstellung auf dieser speziellen Position anbelangt. Auch im Sturm sind sowohl Luc Castaignos als auch Haris Seferovic in der laufenden Punktrunde einiges schuldig geblieben – und im Mittelfeldzentrum fehlt das Tempo, die Dynamik, die auch mit dem technisch feinen, aber behäbigen Marc Stendera nicht ins Team kommen wird. Baustellen gibt es genug, Kadlec, Inui und die anderen hin oder her.

Kevin Großkreutz, so wurde ja bereits geäußert, ist als Qualitäts-Pusher nicht finanzierbar. Noch so eine „Überraschung“. Dass der Name Sidney Sam in den kommenden Tagen nochmal aufploppt, wenn einer der Genannten tatsächlich verkauft worden ist, würde nicht wundern.
Auf die Jungen setzen, was derzeit als favorisierte Lösung angesehen wird, scheint hingegen mehr Verzweiflungs-Tat als Überzeugung zu sein. So, wie schon die einst von Heribert Bruchhagen ausgegebene Marschroute „junge, deutsche Spieler aus der Region“ nur eine inhaltsleere, kurzlebige und der Finanznot geschuldete Stanze war.

Am Wochenende laufen somit zwei Fristen aus. Die mit den Transfers und die mit der Geduld. Eine Pleite gegen Stuttgart, und auch im Magenbereich der Ewigtreuen wird etwas passieren. Aber wer sagt denn, dass man gegen die Schwaben nicht auch was holen kann?! 🙂

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Ein Kommentar

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Eine Antwort zu “Schnelllebigkeit

  1. Olli

    So, Inui ist Geschichte in FFM. Er wechselt auf eigenen (!) Wunsch und ablösepflichtig nach Spanien …. unterm Strich spart man sich wohl am ehesten das Gehalt.

Diskussion

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