Einzelkritik vs. VfB Stuttgart

Lukas Hradecky: Machtlos beim Abseits-Gegentor, ansonsten strahlt er viel Ruhe aus. Macht das Spiel schnell, via Abwürfe, womit so mancher Mitspieler arge Mühe gar.

Carlos Zambrano: Manches Mal stehengelassen, einige Male im Stellungsspiel nicht 100% da, war er doch nur einer von 2,3 Frankfurtern die auch in der ersten Halbzeit wenigstens etwas zuzusetzen hatten. Im zweiten Abschnitt ebenso gut wie schnörkellos – obwohl nun jeder Gegenspieler in seiner Nähe fällt.

Marco Russ: Hatte seine Mühe mit den gegnerischen Stürmern Ginczek und Harnik, säbelte einmal böse über den Ball. Die Auswechslung, ob nun verletzt oder nicht, war aus Geschwindigkeits-Defiziten heraus jedenfalls so oder so nötig.

Timothy Chandler: Bedenklich schwach, würde von Kostic regelrecht hergespielt. Jeder gegnerische Angriff lief über seine Seite, fast immer wurde es gefährlich. Verletzt oder nicht, seine Auswechslung war nötig, ein Transfer auf RV für den Klub sinnig.

Bastian Oczipka: Gute Leistung, schon in der ersten Halbzeit einer der wenigen Besseren. Ideale Flanke aus dem Lauf zum 1:0, defensiv auch in Ordnung. Eine wirre Szene in Halbzeit zwei, als er an der eigenen Eckfahne partout spielerisch lösen wollte, wo der lange Hieb die einzige Wahl war, da wurde es nach Ballverlust einmal eng.

Makoto Hasebe: Solide erste Halbzeit, obgleich dem VfB-Ansturm auch nicht gewachsen, leistete sich jedenfalls keinen Fehler á la Augsburg. Dann, als er auf die Rechtsverteidigerposition gesetzt wurde, reihte er Passfehler an Passfehler, einmal wurde es sehr brenzlig. Steigerte sich nach 10, 15 Minuten aber, hatte den bis dato überragenden Kostic im Griff.

Stefan Reinartz: Sinnbild für den Spielverlauf, begann verunsichert, wackelig, wurde wie seine Teamkollegen überrant und brachte kaum einen Pass an den Mann, versuchte zudem wieder zu häufig den langen Ball. Nach Wiederanpfiff verbessert, sein Tackling-Timing war entscheidend für das spielentscheidende 3:1, auch das 4:1 bereitete er direkt per feinem Pass vor.

Marc Stendera: Ideallösung auf Außen ist er nicht, ihm geht manches noch zu schnell und ihm fehlst selbst das gerade auf Außen nötige Tempo. Dennoch machte er ein passables Spiel, löste einige Szenen technisch gut, brachte eine größere Ballsicherheit ins Spiel als die bislang auf Links ausprobierten.

Stefan Aigner: Merkwürdige Partie, so recht war er wieder nicht ins Spiel integriert. Wurde deutlich seltener angespielt als gewohnt, schaltete sich auch zu spät in das nötige Doppeln von Kostic in der ersten Halbzeit ein. Erzielte ein reguläres Tor, das nicht gegeben wurde. Schade, aber kein Drama.

Haris Seferovic: Wie zuletzt weitgehend unsichtbar, was auch am mangelhaften Offensivspiel des ganzen Teams lag. Nicht mehr so wirr wie etwa gegen Augsburg, aber für Gefahr sorgt er bei allem läuferischen Einsatz nicht. Den Elfmeter nervenstark verwandelt, ein Verballern hätte das ohnehin weitgehend einseitige Spiel wohl endgültig nach Stuttgart kippen lassen.

Luc Castaignos: Ein Doppelpack quasi aus dem Nichts. Wie sein Nebenmann kaum zu sehen, wenn, dann im Abseits. Der für seinen Antritt gelobte Holländer bewies die Schnelligkeit zwei Mal, ging den steilen Weg – zuvor ließ er sich in einem Laufduell mit Ball am Fuß übel abkochen. Geschenkt. Er muss mehr machen, mehr am Spiel teilnehmen.

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David Abraham: Stabilisierte die Abwehr, wenn auch nicht ganz fehlerfrei. Dennoch wurde es auch vor dem dann entscheidenden 3:1 mit ihm in der Defensive ruhgier – was aber auch an den Temperaturen und dem Abbauen der VfB-Kräfte gelegen haben könnte.

Aleksandr Ignovski: Rackert unermüdlich in der Defensive, lässt da nicht locker und macht das gut. Er brachte Aggressivität rein, die die Mannschaft ein bisschen ansteckte, anstachelte. Darf allerdings in der Offensive nicht den Ball bekommen, verlor ihn einmal schülermäßig nach einer Ecke, was Verteidiger Abraham zum taktischen Foul (Gelb) zwang.

Luca Waldschmidt: Eroberte vor dem 4:1 den Ball, legte klug quer für den Steilpassgeber. Macht insgesamt einen guten Eindruck, einen wesetnlich unaufgeregteren als etwa Geregezhier zuletzt. Wird sich als Joker etablieren, hat 4-Millionen-Mann Kadlec überholt. Chapeau.

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Armin Veh: Drittes Spiel, dritte Aufstellungs-Korrektur in der Halbzeit. Man könnte sagen, gut, dass er die Fehler erkennt und handelt. Man könnte aber auch sagen, schlecht, dass er die Startelf vergurkt. Auf links bleiben die Probleme, rechts hinten ebenso. Das lässt sich nach allem, was man in 270 Minuten gesehen hat, kader-intern nur mit Notlösungen auffangen. Stendera war und ist kein Außen, Hasebe kein Rechtsverteidiger und insgesamt fehlt die Geschwindigkeit, sowohl die faktische in Laufduellen als auch im Aufbauspiel, in den Kombinationen.
In der ersten Halbzeit wurde die SGE schwindelig gespielt, die Leistung in Halbzeit 2 ist schwer zu bewerten. Das totale Überrenen konnte das Team stoppen, dann kamen Platzverweis/3:1 und in der Folge wurde das einst kochendheiße Spiel recht souverän, wenn auch zu passiv verwaltet.
Es liegt bis zum 12. September viel Arbeit, vor allem im flinken Zusammenspiel, vor dem Team. Und bis Montagabend sollte tunlichst personell nachgelegt werden. So viel Dusel, wie in Stuttgart wird der Eintracht nicht nochmal zu drei Punkten gereichen.

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Ein Kommentar

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Eine Antwort zu “Einzelkritik vs. VfB Stuttgart

  1. Olli

    Wir beide sind weder Schatzmeister noch Manager der SGE oder haben auf sonst einem Weg Einblick in die finazielle Lage von unserem Verein des Herzens. Aber mein Gefühl sagt mir, dass wir in dieser Wechselperiode das Budget weit überreizt haben. Da wird vermutlich der Nachschlag, der noch für Trapp kommen wird, schon verpulvert worden sein.
    Aber lass Kadlec, Medojevic und Kinsombi heute alle noch zu realistischen Preisen gehen. Wieviel würde an Ablöse und Gehältern frei werden? 6 Mio? Was würde alleine Jung kosten im ersten Jahr? 10 (8 + 2)?.
    Man kann ja mal bei Häßler und Littbarski anfragen, was die noch so verlangen. Die könnte man realistisch noch verpflichten mit unserem Budget.

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