Seinen Platz gefunden

Es ist eine Binse, dass die Tabelle mit jedem Spieltag aussagekräftiger wird bzw. das sie das Leistungsvermögen der Bundesligisten mit jeder gespielten Woche realer darstellt. Wäre diese Liga zwischen den Großkopferten und dem Rest nicht so eng beisammen – mit einem Sieg/einer Niederlage kletten/fallen Teams um bis zu einem halben Dutzend Positionen – kann man in Bezug auf Eintracht Frankfurt nach dieser recht ernüchternden englischen Woche nur feststellen, dass die Mannschaft genau dort steht, wo sie hingehört. Irgendwo im Nirgendwo, sagen die einen. Im gesicherten Mittelfeld, die anderen. Manch einer stört sich am Mittelmaß, andere wissen das zu goutieren. Glas halbvoll, Glas halbleer – die immerselbe (Mentalitäts-)Frage des menschlichen Daseins.

Neutrale Orientierung bietet im Fußball letztlich nur die Zielsetzung der Vereine. Eintracht Frankfurt hat sich eine ambitionierte vorgenommen. Europa soll es dann schon sein, das Liebäugeln mit den Rängen 6 und 7 ist vernehmbar gewesen, nur in diese Richtung sind Aussagen von Spielern (vor dem Berlinspiel Marc Stendera) und Funktionären (Axel Hellmann) zu interpretieren. Eine realistische Maßgabe, eine Vision sowieso, das muss bei Eintracht Frankfurt anno 2015 wirklich mal drin sein; ewiger Klassenkampf, das ist bei einem 35+Millionen-Etat irgendwann wirklich nicht mehr vermittelbar. In einem Atemzug mit den Bordeaux-Porto-Nikosia-Träumen wird aber auch stets die Schwierigkeit aufgrund der Ausgeglichenheit der (Mittelfeld-)Bundesliga genannt. Ebenfalls richtig. Und doch ändert diese Problematik nichts daran, dass eine Mannschaft auch mal in Fahrt kommen muss. Am besten dann, wenn die Gelegenheit dazu vorhanden ist, die Ausgangssituation es hergibt. Etwa, nachdem man siegte, spielerische Sicherheit gefunden hat und drei Gegner auf Augenhöhe auf dem Spielplan stehen hat. Das war der Rahmen vor der englischen Woche, die man nun mit schmalen zwei von neun möglichen Punkten beendet hat. Gegen den nach dem 5. Spielzag 10. (Hamburg), 4. (Schalke) und 11. (Berlin) – die SGE war seinerzeit 8.
Da ich ein Freund davon bin, Ergebnisse primär nach Spielplan (Form des Gegners), sekundär nach Spielverläufen (dem gegen einen Gegner möglichen) und erst tertiär nach Vereinsnamen einzuordnen, resümiere ich: Das sind mindestens zwei Punkte zu wenig, auch unabhängig vom Streben nach Rang 6 oder 7. Eines der Spiele, und zwar das gegen Berlin zuhause, muss ein Team gewinnen, dass zumindest irgendetwas mit dem Kampf um besagte Plätze zutun haben will. Mehr noch: Ein ab der 10. und bis zur 70. Minute so unbedarft auftretendes Team wie Hertha BSC sollte eine Mannschaft schlagen, die nicht in den Abwärtssog geraten will.

9 aus 21 ist, da müssen wir nicht lange drum herum reden, in Ordnung. Ein Fehlstart ist das nicht. Eine Berufung zu höherem aber ebenso wenig. Es ist das, was Eintracht Frankfurt eben ist: Mittelmaß. Die Vorsilbe grau oder solide – Optimisten wählen die eine, Pessimisten die anderen – spare ich mir bewusst.

In den kommenden Tagen wird über die bevorstehenden Gegner gesprochen werden. Darüber, ob es ab sofort nicht eher schwerer denn leichter für die SGE wird. Bis dato hat man als Gegner gehabt, den nun Tabellen…

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Als nächstes geht es auswärts gegen den 8. (Ingolstadt) und zuhause gegen den 14. (Mönchengladbach). Ein Sieg, ein Remis und man hält die Tabellenregion, wird eher auf einen einstelligen Rang kletten. Zwei, ein oder gar kein Punkt, und wir reden von Stagnation oder Abrutschen ins untere Drittel. Der Herbst hat begonnen, liebe Mitfans. Wir haben schon einige kühle, schroffe Oktober, speziell November erlebt. Ob uns das diesmal erspart bleibt? Das Ingolstadt-Spiel ist jedenfalls früh zu einer Partie geworden, die über die Temperatur in Frankfurt entscheidet.

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