Das Warten auf die Reaktion

Ist das trist! Länderspielpausen sind das bekloppteste im Fußballkalender. Immer. Seit zig Jahren. Und es ändert sich nichts. Klar, wieso auch? All jene, die sich auch in „Fan-Hotels“ eines Typen namens „Mallorca-Jens“ einmieten, fahren auf #diemannschaft und diesen ganzen Käse ab. Konsumenten braucht der Konsum. Es gibt schließlich Leute, die tingeln diesem Ensemble, von dem sie im Saisonspielplan 75 Prozent auspfeifen, bis nach Georgien und sonstwo hinterher. Schizophren. Wobei, nein, die pfeifen gar nicht. Sie singen ja nicht mal. Ist immer wieder gut zu hören bei all den Länderspiel-Leckerbissen, die pro Jahr im Fernsehen und in den dann hoch emotionalisierten Stadien serviert werden.

Als ob nicht in 90 Prozent der Fälle schon mit dem Lostopf klar wäre, wie eine WM-/EM-Qualifikationsgruppe endet. Und für die restlichen 10 Prozent „Überraschung“ muss sich der Eintracht-Frankfurt-Fan immer und immer wieder vom Bundesliga-Alltag verabschieden? Wie elend.
Jedes Bundesligamittelfeld-Duell zwischen Frankfurt und Mönchengladbach birgt mehr Emotion, mehr Strahl- und Bindekraft als sich das Sammelsurium der Glattgebügelten anzuschauen. Nicht, dass bei den besagten Vereinen die Badboys, die Outlaws, die Charakterköpfe spielen würden. Aber wenigstens kann man guten Gewissens behaupten, dass man die Seinen nicht heute hochjazzt und morgen niederbuht.

Bastian Oczipka singt sich indes via Bild-Boulevard in #diemannschaft. In der Form zwischen dem 30. Spieltag der Vorsaison und den ersten vier Partien der laufenden Runde, könnte man das sogar ernstnehmen. Angesichts der Realität ist es jedoch … nunja, aller Worte sind zu viel geschrieben.

Wenig aufschlussreich ist auch das Interview von Alexander Meier in der „Frankfurter Rundschau„. Netter Mensch, ehrlicher Typ, an Format gewonnen, die Klasse behalten – und inhaltlich das wiederholend, was seit den Übel-Kicks gegen Berlin und Ingolstadt alle Beobachter, viele Beteiligte schon mehrfach gesagt, analysiert haben: Chancen vergeigt, Tristesse, man könne und wolle es besser machen. So, wie jedes Jahr. Murmeltier-Style eben.

Das Heimspiel gegen Mönchengladbach ist auch deshalb so undankbar, weil wohl jeder Fan (zurecht) eine Reaktion, nein, Punkt(e) erwartet. Den erstarkten Gegner kann, will, darf niemand sehen. Das hat sich die Mannschaft aus Frankfurt selbst eingebrockt. Wer Punkt um Punkt liegenlässt, muss halt mal gegen einen vermeintlichen Besseren was Zählbares holen.

Sportdirektor Bruno Hübner hat ja schon die wilde These aufgestellt, dass die SGE gegen größere Teams eher in der Lage sei gut zu spielen und Punkte zu holen.
Kurioserweise mal wieder eine Aussage des Funktionärs, die mit der Realität nicht wirklich Schritt hält. Mag sein, dass sich die Truppe gegen die „Großen“ reinhängt, da vieles besser aussieht, das Motivationspendel mehr nach oben ausschlägt als bei der notwendigen Kärnerarbeit gegen so graue Investorengebilde wie Ingoldstadt. Aber effektiv mehr Punkte geholt hat Eintracht Frankfurt gegen Hübners Große nicht. Gegen Wolfsburg und Schalke setzte es nach passablen bis guten Leistungen Pleiten. Ausbeute: 0 Punkte. Die Bayern kommen in Kürze zum Gewinnen vorbei, Dortmund gibts erst in der Adventszeit und zwischendurch steht noch viel offenbar ungern getane Maloche auf dem Programm. Hannover, Hoppenheim, Mainz, Darmstadt …

Da wird ein Tausch Johannes Flum für Makoto Hasebe in der Startelf nicht reichen. Das Geschwindigkeits-Manko bekommt Trainer Armin Veh mit keinem personellen Wechsel in den Griff. Man hat schlicht niemanden verpflichtet.
Die Krönung der „wir kaufen keine schnellen Spieler ein“-Haltung, und das nur mal als Vorgriff auf das noch entfernte Darmstadt-Spiel, wäre ja ein Konter-Gegentor von Marcel Heller, der dann den vermeintlich schnellsten Eintracht-Defensiven David Abraham abhängt. Aber das wird eine andere Geschichte.
Vorher gibt es die Reaktion der Rot-Schwarzen gegen Mönchengladbach, das Unentschieden, das die Gemüter beruhigen soll.

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Ein Kommentar

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Eine Antwort zu “Das Warten auf die Reaktion

  1. Jermaine Jones Junior

    Um was wetten wir, dass Horst Heldt zum Anfang der neuen Saison Sportvorstand bei der SGE wird?

Diskussion

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