Monatsarchiv: November 2015

Gottvertrauen statt Strebsamkeit

In der Vergangenheit hätten mich Sätze, wie die, die Vorstandschef Heribert Bruchhagen und Trainer Armin Veh nun äußern, fassunglos gemacht. Heute, da dieses Eintracht Frankfurt als ein Witz enttarnt ist, bin ich darüber amüsiert. Jetzt also, im Übergang von November zu Dezember 2015, kommt das Eingeständnis, dass man – angeblich schon länger erkannte (aber nicht handelte) – eine zu langsame, zu behäbige Mannschaft (Veh) herumlaufen hat. Kurz: Ohne ihn so zu nennen, wird der Kardinalsfehler der Kaderzustammenstellung eingestanden. Qualitätsproblem? Absolut.

Nun meine x-te Gebetsmühlen-Frage: Und das bleibt ohne (personelle) Konsequenzen? Ich rede nicht vom sowieso zwingend erforderlichen Nachlegen in der Winterpause, und zwar wahrlich nicht nur auf 1,2 Positionen. Ich rede von Verantwortlichkeiten innerhalb des Klubs für so eine sportliche und auch strukturelle Entwicklung. Es gibt doch streng genommen, ohne groß rumzulabern und auf Meta-Ebenen zu philosophieren, nur zwei Gründe dafür. Nummer 1: In Saisonvorbereitung wie Training ist sehr vieles falsch gemacht worden. Dafür gibt es allerdings den meisten Überlieferungen zufolge kaum Anzeichen, mit Ausnahme des seit jeher nach menschlichem Ermessen lächerlich geringen Trainingsumfangs (im Schnitt 90 Minuten pro Tag) und der mauen Testspielgegner-Auswahl. Nummer 2: Der Sportdirektor hat einen schlechten Job gemacht, indem er die – selbst Laien bekannen – Schwachstellen nicht behob. Linkes Mittelfeld, rechte Verteidigung, damit haben andere und ich mittlerweile das Internet vollgeschrieben. Doch dabei bleibt es nicht. Im zentalen Mittelfeld hat man zu allem Überfluss den verkehrten Spielertypus verpflichtet. Man hatte dort bereits Typ Kante (Medojevic, Flum), und wen kauft man ein? Stefan Reinartz, Typ Kante. In Abgrenzung zu flink, zu filigran, zu fein, zu fußball-aufbauerisch.

Man kann meinetwegen die Auffassung vertreten, dass Sportdirektor Bruno Hübner in erster Linie die Spieler verpflichtet, die der Trainer haben möchte oder zumindest gutheißt. Ist das so, hätte Hübner also keine eigene Auffassung/Strategie, wäre das der – nicht minder furchterregende – Beweis der mangelnden Fachkenntnis. Man führt halt aus. Grund: Man macht im Klub, als Sportdirektor, als Vorstand, als Aufsichtsrat dem Trainer / den Trainern keine noch so zarten Vorgaben. Ein vages Saisonziel vielleicht, aber weder inhaltlich noch personell gibt man dem Coach zu verstehen, dass er der Ausführende eines größeren Ganzen ist, zu sein hat.

Wieso watscht das so oft als Beispiel herangezogene Mainz 05 die Eintracht immer und immer wieder ab, wieso stehen die Rhein-Hessen tabellarisch nie wirklich weit von der (angeblich) viel potenteren Eintracht entfernt? Das ganze mit wechselnden Trainern, wechselnden Spielern … Alles Zufall? So hätten es die Anhänger der Bruchhagen-Doktrin, die hier später noch Thema sein wird, zwar gerne. Falsch ist sie trotzdem, egal wie sehr man sich an diesen Glauben klammert. Richtig ist, dass in Mainz bessere, fachlich kompetentere Arbeit geleistet wird, und zwar auf allen Ebenen. Vom ebenfalls gerne beäugten Mönchengladbach, das ja tatsächlich jahrelang in etwa auf Augenhöhe mit Frankfurt gastierte, muss man gar nicht erst reden. Oder vom FC Köln. Doch anstatt auf die best-practice-Beispiele zu verweisen, sich daran zu orientieren, setzt man in der Bruchhagen-Logik auf die Vermeidungs-Strategie, man schaut nach Bremen, Stuttgart, bis zuletzt Hamburg, denen geht es ja noch schlechter. Mit so einer Sicht auf die Dinge, ist alles immer gut; irgendwo findet sich stets jemand, etwas, das noch schlechter (dran) ist, noch schlechter arbeitet als man selbst. Urteil: Ein Gebilde ohne Strebsamkeit, das ist Eintracht Frankfurt.

Vorgelebt wird das vom Kopf des Fisches. Der Vorstandsvorsitzende entzieht sich immerhin konsequent der Realität. Er gibt den großen Steuermann, der alles schon gesehen, alles schon erlebt hat und die seit Monaten andauernde Misserfolgsserie zur Nicht-Krise deklariert: bitteschön, noch Fragen im so erwartungsschwangeren Umfeld?

Die Blog- und Fan-Kollegen von SGE4ever leisten dieser Tage zur Satuiertheit, zur nimmergefähredeten Zufriedenheit mit dem status quo, auch ihren PR-mechanischen Beitrag. Etwa in ihrer Folge-Analyse zum Mainz-Spiel und der „derzeitigen“ Situation. Dort wird den Lesern unbeirrt die viel zu hohe Erwartungshaltung, die Bruchhagen-Dialektik verkauft. Im Nebensatz wird eine gefühlte Realität geschmiedet. Im Kern geht es also um jene brutal hohen Ansprüche – die eigentlich wie viele genau vertreten, bis auf eine Minderheit von Fantasten?! – mal irgendwo zwischen 6 und 10 statt zwischen 13 und 17 zu rangieren oder wenigstens mal wie ein ambitioniertes Bundesligateam zu spielen, nicht wie ein (bestenfalls) Klassenerhalts-Minimalist! Es ist zum Haare raufen, wie ewigtreu verblendet und unmündig devot, geradezu unterwürfig manche aus der Fan-Schar durchs Leben zu gehen scheinen. Man hat sich, wie der ganze Verein, ans Verlieren gewöhnt. Und wahrscheinlich finden das viele sogar irgendwie geil, so als Nische der Trotzigen. Gemäß der bockigen, mit den Füßen aufstampfenden Maxime: Jetzt stehen wir erst recht dahinter!

Niemandem kann an einer Hexenjagd, an einem Personalienaustausch als Selbstzeweck gelegen sein. Aber wie kann, wie will man nicht erkennen, dass systematisch Fehler gemacht werden, die wiederum in diese immer wiederkehrende sportliche Sackgasse führ(t)en? Fragen kann man viele und regelmäßig stellen, nur sind die befragten Verantwortlichen zu inhaltlich aufschlussreichen Antworten nicht verpflichtet – das weiß ich aus meiner beruflichen Laufbahn nur zu gut. Deshalb, und das ist ja das mediale Ärgernis, haften Einordnungen so häufig etwas stark Subjektives an – so auch diese meine Blog-Beiträge. Natürlich ist das, was ich hier analysiere, bemängele, lobe nicht die Wahrheit. Es ist eine Wahrhaftigkeit, die sich aus Wahrnehmung, Prägung und Wertung der Faktenlage ergibt.
Und diese Mixtur sorgt für Einschätzungen meinerseits. A) dass Heribert Bruchhagen mindestens zwei, drei Jahre zu lange wirkt, gewirkt hat – er aber als Person gleichsam in der aktuellen Situation, auch schon vor Eintreten der aktuellen Situation nur eine lahme Ente ist, wenngleich eine ärgerliche. Sein Duktus der Zufriedenheit hingegen, der offenbar in der Blutbahn vieler in der Anhängerschaft fließt, ist hingegen durchaus ein dauerhaftes und bestehenbleibendes Problem. So oder so: Bruchhagen ist ganz unabhängig vom Verlauf dieser Saison erledigt – ich würde ihm, uns ein versöhnliches letztes Amtsjahr wünschen, jedenfalls keinen neuerlichen Abstiegshorror.
B) dass Trainer Armin Veh entlassen werden muss, sollten bis zur Winterpause nicht mindestens 18 Punkte – und somit 50% der für den Klassenerhalt nötigen Zähler – geholt worden sein. Mit diesem Kader, der seiner Meinung nach sein bester SGE-Kader und zumal der teuerste in der Vereinsgeschichte war/ist, muss wenigstens das, zumal angesichts des wirklich dankbaren Spielplans (Darmstadt und Bremen zuhause) möglich sein. Auch Mainz, Hoppenheim und ein alles andere als formidables Leverkusen waren zuvor keine unlösbaren Punkte-Aufgaben. Diese Realität zugrunde gelegt, gibt es keine Argumente für das Festhalten am Trainer, sollte dieses wirklich schon fast kleinsmöglich ausgebbare Minimum nicht erreicht werden.

C) dass Sportdirektor Bruno Hübner, der aus überschaubaren finanziellen Mitteln (wieso muss das eigentlich auf Gedeih und Verderb so bleiben mit dem faktisch ja schlicht falschen Kirchenmaus-Dasein?) etwas wenigstens Ambitioniertes machen muss, diesen Spagat offensichtlich nicht schafft. Aus wenig viel zu machen, was Mitte der 2000er halbwegs regelmäßig gelang, gelingt ihm nicht. Millionentransfers enden als Fehleinkäufe, voreilig gelobte Neuzugänge entpuppen sich als Eintagsfliegen, die anderswo Aussortierten kommen nicht voran und zu allem Überfluss wird auf den falschen Positionen eingekauft / nicht eingekauft.

Eine Auflistung aller vom Sportdirektor getätigten Transfers seit dem Wiederaufstieg in die 1. Bundesliga:

Lukas Hradecky
Heinz Lindner
David Abraham
Stefan Reinartz
Mijat Gacinovic
Luc Castaignos

Timo Hildebrand
Timothy Chandler
Aleksandr Ignojvski
Makoto Hasebe
Slobodan Medojevic
Haris Seferovic
Nelson Valdez

Alexander Madlung
Johannes Flum
Jan Rosenthal
Tranquillo Barnetta
Tobias Weis
Joselu

Kevin Trapp
Carlos Zambrano
Marco Russ
Bastian Oczipka
Martin Lanig
Stefan Aigner
Takashi Inui
Srdjan Lakic
Dorge Kouemaha

Eine Bewertung der Einzelnen, ob gelungen oder nicht, überlasse ich den Lesern. Meine persönliche Einschätzung auf die Gesamtheit bezogen, ist eine ziemlich schlechte. Welcher der oben genannten Spieler hat sich dauerhaft durchgesetzt? Von sich sich selbst oder gar das Team (am besten dauerhaft) verbessert, ganz zu schweigen?

Bis heute sind die Erstliga-Aufsteiger, die bisweilen zuvor Erstliga-Absteiger waren und denen bis heute nachgetrauert wird (Sebastian Rode, Pirmin Schwegler), gespickt mit den Neuzugängen aus der ersten Wieder-Oberhaus-Saison quasi konkurrenzlos die besten Spieler oder wenigstens am häufigsten eingesetzten Kicker dieses Teams. Oczipka, Zambrano, Russ, Aigner, Meier.

Nichts gegen ein Korsett, schon gar nicht gegen Vereinstreue, auch nicht gegen ein Bekenntnis zur eigenen Jugend (konterkarierend zur U23-Abmeldung), aber wo sind letztlich diejenigen, die diesen paar Qualitätsspielern Druck machen, sie im Bedarfsfall wenigstens ersetzen könnTen, geschweige denn, die an ihnen vorbeidrängen? Weit und breit ist dort niemand in Sicht. Womit, mit welchem Akteur im Handlungsapparat Eintracht Frankfurt hängt das zusammen?

Figuren wie Arabien-und-Genussschein-Vermarkter Axel Hellmann und Vereinsmeier-Streichler Peter Fischer spielen natürlich gerade im intern kürzlich verschobenen Machtverhältnis Rollen, zumal tut das Aufsichtsrats-Chef Wolfgang Steubing, dessen Loyalitäten allerdings fatalerweise dem Duo Veh/Hübner gelten.
Vielleicht tut man Hübner aber sogar, aller schwachen Transferbilanz zum Trotz, unrecht. Gebe man ihm mehr Geld (was das weiterhin recht maue Scouting nicht ändert) … aber auch das müsste in erster Linie der Aufsichtsrat, also maßgeblich Steubing, forcieren. Wie man es dreht und wendet, müsste ein Personal- oder eben Vereinspolitik-Schwenk vom obersten Gremium kommen und durchgesetzt werden. Geschieht das nicht, ist das einzige Konzept von Eintracht Frankfurt (weiterhin): Gottvertrauen.

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Die Regentschaft der Unfähigen

Die Worte, die nun kommen, mögen verletztend sein. Persönlich beleidigend eventuell sogar. Von daher bitte ich, an dieser Stelle aus dem Text auszusteigen, wenn das für jemanden moralisch problematisch sein sollte.

Was für einer ist dieser Axel Hellmann eigentlich, wo greift manch solche Typen ab? Da stellt sich dieser Funktionär, geprägt vom Vereinsmeiertum Eintracht Frankfurts hin und äußert Kritik am Verhalten der Fans in Mainz. Weil die Zuschauer irgendwann, nachdem sie die x-te Vorführung der Mannschsft erleben mussten, still(er) waren. „Eintrachtuntypisch“, „der Zeitpunkt war nicht in Ordnung“, „die Unterstützung von den Rängen hätte man gebraucht, um Wind in die Segel zu kriegen“, „der Block muss stehen wie eine Wand.“ (alles Zitate aus der Frankfurter Rundschau)

Endlich! Seit Wochen war die Stille, das Abwenden, die zur Schau gestellte Kritik überfällig. Diese gleichsam verblendete wie devote Haltung der meisten Anhänger, dieser ebenso elende wie infantile Dauer-Singsang – dass es überhaupt so lange gedauert hat, bis das ein Ende hat, ist bemerkenswert und sagt viel über die Engelsgeduld, die Un-Ambitoniertheit dieses Umfelds aus.

Das sei der falsche Zeitpunkt, solle man nicht machen sowas. Pfui, sagt Hellmann also. Was glaubt ein Typ wie Hellmann eigentlich? Wann , wenn nicht jetzt, wenn nicht schon seit Wochen? Glaubt der, man müsse den Spielern, dem Klub irgendwie dankbar sein? Dankbar dafür, jährlich Hunderte bis Tausende Euro, von Zeit und Nerven ganz zu schweigen, in diesen Diletantenstadl tragen zu dürfen? Hat der sie noch alle?

Aber zum Glück ist an allen Pleiten ja die Presse schuld. Natürlich.

Seit Jahren, und eben nicht erst 2,3,4,5 davon, ist das Treiben der SGE eine Verarsche. Es ist akzeptierte, personalpolitsch folgenlose Underperformance. Und zwar auf allen Ebenen.
Spieler dürfen zufrieden sein, Rang 15 bedeutet schließlich Erstklassen-Zugehörigkeit. Die Fans sollen gefälligst mit der reinen Existenz dieseskluns zufrieden sein. Als reiner Selbstzweck. Trainer können machen, was sie wollen – ohne Order, Befehl, Vorgabe, Vision von oben. Es ist doch ganz offenkundig kein Problem mit Armin Veh. Unter Thomas Schaaf war das so, unter Michael Skibbe ebenfalls. Dem armen Christoph Daum mag man da gar nicht nennen, der hatte nie eine Chance.

Jahrelang wurde den Eintracht-Fans das Gift der Ambitionslosigkeit eingeimpft. Und nicht nur ihnen. Die verordnete Leistungsgedanken-Lähmung, die unter Todesstrafe stehende Formulierung einer Erwartungshaltung, die über das Überlebenwollen hinausgeht. All das zeigt sich in Umfeld wie Mannschaft.
Wenn jemand weiß, dass es in Ordnung ist, gegen bspw Leverkusen zu verlieren, wenn Misserfolg folgenlos bleibt, wie leistungsbereit ist der dann? Selbst die größte Eigenmotivation erlischt, wenn jemand nur lange genug so einer (Wohlfühl)Atmosphäre ausgesetzt ist. Es wird Gründe haben, wieso so gut wie kein Eintrachtspieler der vergangenen 10 Jahren anderswo in der Liga einen Stich machte. Jermaine Jones und Sebastian Rode, ja, weil die eine Einstellung, Mentalität mitbringen. Die wollen nicht (immer) verlieren. Man erinnere sich an das Rode-Interview zum Bayern-Training, in Abgrenzung zum Treiben im Stadtwald.

102 Punkte gibt es pro Saison zu holen. In Frankfurt gelten 36 bis 40 als in Ordnung. Das ist weit weniger als die Hälfte. Wie war das in der Schule, womit bekam man noch eine 4?

Und in diesem Setting kommt ein Typ wie Hellmann um die Ecke und fordert – dass da sich einer überhaupt noch was zu fordern, zu sagen traut! – die ebenso verhängnisvolle wie unnütze, weil blinde Unterstützung. Etwas, das bis dato ja ganz offensichtlich nichts gebracht hat. Nein, es geht um die Wohlfühl-Atmosphäre, an der möchte man unter den Bossen nicht gekratzt wissen. EintrachtTV, Twitter-Account, Facebook und Co. werden das ihren Lemmingen schon einbimsen. Es könnte ja sein, dass von Journalisten zunehmend Fragen gestellt werden, Dinge weniger gutgläubig eingeordnet werden, Grundsätzliches in Frage gestellt wird – sowas würde das Bild der Strahlkraft-Eintracht, des mondän-leidenschaftlichen Genuss(schein)-Klubs endgültig als Zerrbild, Illusion, eben als Schein entlarven. Eintracht Frankfurt ist ein maroder, löcheriger Kahn, der links und rechts von Schlauchbooten überholt worden ist. Schadensminimierung als Klib-Maxime, als Vision einer – bestenfalls noch – grauen Maus.

Rausgeworfen werden müssten da fast alle in den SGE-Führungspositionen. Der Eine babbelt so ein bleedes Zeug, der andere ist eine lahme und veraltete Ente, der nächste verpflichtet eine Griepe nach der nächsten … Doch wo freundschaftliche Bande alleine nicht hält, verhindert noch die strukturelle Inkompetenz ein Durchgreifen. Wer würde den großen Schnitt denn durchsetzen wollen? Aufsichtsrats-Chef Steubing müsste das tun – doch dessen Verhältnis zu Trainer Armin Veh und Sportdirektor Bruno Hübner ist ja bekannt. Hellmann ist offenbar nicht bei Sinnen oder es fehlt im Oberstübchen Elementares, und der andere Vorstand, Präsident Peter „Pseudo-Fanseelenstreichler“ Fischer … lassen wir das, es ist eben alles weitaus näher dran an einem Hasenzucht- als an einem professionellen Sportverein. Die Summen mögen andere sein, das Treiben ist es offensichtlich kaum.

Leute, unsere Emotion zur Eintracht zwingt uns, einem Rudel Unfähiger nachzulaufen. Tut das nicht mehr, werdet mündig, stimmt mit den Füßen und (leisen) Stimmen, mit Transparenten und Pfiffen ab. Vielleicht kommen wir dann ja irgendwann mal in den Genuss davon, dass Fachleute in Frankfurt ihr Werk verrichten. Es gibt sie ja da draußen, man muss sich nur im Umkreis von 50 Kilometern, geschweige denn darüber hinaus umschauen. Will man aber nicht, kann man aber nicht.

Der Baum steht jedenfalls schon total in Flammen, es verbrennt sich derjenige nicht, der sich (emotional) vom Brand entfernt. Ihr seht ja, wie ihr, wir wir erst sportlich, dann verbal abgewatscht werdet/werden.

Ein Nicht-Sieg gegen Darmstadt, was meint ihr, was dann abgeht rundum den teuersten Eintracht-Kader aller Zeiten?! Liegt aber alles nur an der toal übersteigerten Erwartungshaltung und der bösen bösen Öffentlichkeit, den Medien und Internet-Kommentatoren. Die Umkehrung des Verursacher-Prinzips, es ist hip geworden.

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Verlieren mit Ansage

Eine Pleite, deren Entstehung 24 Stunden vorher vom Mainzer Trainer angekündigt worden ist. Eintracht Frankfurt wurde vom Gegner überrannt; überrannt insofern, als dass die SGE-Defensive bei fast allen Angriffen überlaufen wurde.

Speziell das 2:0 hat von Entstehung bis Vollendung die gesamte Fehlerhaftigkeit und die Mängel in der Frankfurter Saison zur Schau gestellt: Ein Spieler (Ignjovski) erobert via Tackling (fast) den Ball, die Kugel springt an das Bein des Gegenspielers, den nächsten Frankfurter Spieler (Hasebe) interessiert das alles recht wenig und der Mainzer Angreifer marschiert diagonal und ungestört ins Zentrum, ein Frankfurter (Gacinovic) grätscht waghalsig dazwischen, der Ball springt von dieser unkontrollierten Aktion zum ebenso gedanklich wie physisch schnellen Mainzer, wo wiederum kein Frankfurter (reaktions-)schnell genug ist – und das Spiel ist entschieden.

Die SGE-Slapstick-Show nimmt also kein Ende. Die Gegentore an sich sind zum Schreien amüsant gewesen, ebenso der Platzverweis und die Schlussphasen-Einwechslung von Lustlos-Vaclav-Kadlec, der dann ein Pünktchen retten sollte. Die Gelb-Rote-Karte für Alexander Meier kurz vor dem 0:2 setzt dem ganzen, eigentlich der ganzen Hinrunde ohnhein die Krone auf. Erst mit dem Mute der Verzweiflung, als man dann eben 0:2 hinten lag und irgendwann und aus dem Nichts dem Gegner einen Treffer rein-zufallte, gestaltete Frankfurt kurzzeitig noch so etwas wie ein Bundesligaspiel. Bezeichnend.
Ganz unabhängig von den Ergebnissen der Konkurrenz (Hannover ringt das total unschlagbare Ingolstadt mit einem Kraftakt gerade noch so nieder!), beobachten wir seit Wochen einen ganz heißen Abstiegskandidaten dabei, wie er sich unbeirrt seinen Weg ins Unterhaus stolpert.

Denn das Schlimmste ist ja, dass es am Willen, am Einsatz nicht hapert. Die wollen. Sie können nur nicht mehr als das, was man da sieht. Eintracht Frankfurt fehlt jedewege Quirligkeit, nach vorne hat man nur eine gewisse physische Wucht, jedoch keinerlei Tempo. Kombiniert wird zwischen den Spielern sowieso nicht, wer, mit wem auch? Eine Horde Arbeiter (Ignjovsi, Medojevic, Hasebe, Seferovic) versucht, den Rasen zu malträtieren. Spielerische Mittel, Handhaben gibt es in diesem Team nicht. Das mutet momentan genauso unbeholfen an, wie unter Thomas Schaaf – mit dem Unterschied, dass vergangene Saison gar nicht Fußball gespielt werden sollte und deshalb kaum etwas außer Zufallskick zusammenging. Dieses Jahr soll Fußball gespielt werden, aber weil das nicht geht, weil die Mannschaft es offenbar nicht kann, sind alle ebenso verzweifelt wie frustriert und ratlos. Das Resultat ist das Resultat.

Hat jemand eigentlich mal darauf geachtet, wie der Mainzer Trainer den Seinen von der Seitenlinie im ersten Durchgang Dampf gemacht hat, in den fünf Minuten, wo die Eintracht mal … nunja … nicht unterlegen war? In Frankfurter Reihen, auf der Bank, wird stoisch ungläubig auf das Treiben hinabgeschaut. So lebt man Ratlosigkeit aus.

Verstehen muss man das nicht. Wieso Trainer Armin Veh, wenn er schon wie vor Wochen (zurecht) den Abstiegskampf ausgerufen hat, dann nicht konsequent auf „hinten dicht“ geht. Die Defensive stand lange weitgehend in Ordnung; jetzt scheint auch diese zitterig zu sein. Mit diesem Konstrukt, das nach vorne keine zwingende Torchance mehr bringt, die eine, die es pro Spiel mit Mühe und Not gibt, vergeigt, dafür aber defensiv wackelt – damit kannst du tabellarisch nur in einer Region landen; und zwar in der unterhalb von Rang 15. Descendre, wie der in diesen Tagen omnipräsente Franzose sagt.

Aber hey, was schreibe ich? Neues sowieso nicht. Es ist ja auch schon klar, wie es weitergeht. Die Verletzten! Die Erkrankten! Der unmenschliche Druck! Die Erwartungshaltung! Der bärenstarke Gegner! Mündend in dem Gelöbnis, jetzt so richtig hart zu arbeiten. Die volle Konzentration gilt dem Darmstadtspiel. Durchhalteparolen und Ausreden, gepaart mit dem Starkreden einzelner Spieler – und dem Verweis auf das Nicht-Aufgeben, man hat den überrangenden Mainzern ja immerhin das 1:2 rein-ge-zufallt. Haben die Macher von EintrachtTV, dem Twitter-Account und Strahle-Sportdirektor Bruno Hübner wieder was zutun; ist ja auch alles gar nicht wild, hat ja keiner Fehler gemacht, geschweigedenn das jemand für diese zur Rechenschaft gezogen würde – bald gibt es dann Pizza. Ob auch bald wieder irgendjemand bei einer Pressekonferenz ´nen Schrieb vorliest, wie sehr man sich gegen Kritik verwahrt?

Übrigens spielt die Zweite (!) Mannschaft von Mainz 05 in der 3. Liga ganz oben mit. Die Profis stehen in Liga 1 vor Eintracht Frankfurt. Letzterer Klub meldete seinen Unterbau ab. Um 800 000 Euro pro Jahr zu sparen. Das alles nur mal für das Gesamtbild. Für ein Bild, für das ja auch Leute verantwortlich sein könnten. Aber nicht in Frankfurt, dort geschehen solche Sachen einfach. Oder man ist sich in den Fehlentscheidungen aufgrund von gegenseitigem Unvermögen so einig, dass eine Krähe der anderen kein Auge aushackt, aushacken kann. Die im Funktionärsreigen glauben nämlich vermutlich sogar an das, was sie da tun. Egal, wie oft ihnen der Schädel gegen die Wand gehauen wird.

Hübner raus, neuer Sportdirektor rein – und dieser installiert dann wiederum sowohl einen neuen Trainer, als dass er auch auf dem Transfermarkt zulangt und diesem ganzen bräsigen Mist, der seit Jahren veranstaltet wird, ein Ende setzt. Ich Phantast! Bei Eintracht Frankfurt geht alles beutlich diletantisch weiter. Immer.

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Abkippend

Der Mainzer Trainer sagt es ihnen, den Frankfurtern, frech ins Gesicht – weil er wohl weiß, dass der Gegner selbst bei Wissensvorsprung in der Konsequenz nichts unternehmen wird können. Ziel sei es, „mit schnellen und flinken Spielern vorne die Schleichwege finden.“

Schon jetzt kann man vor dem geistigen Auge sehen, wie De Blasis, Muto und Clemens die ebenso turmhohen wie trägen Eintracht-Slalomstangen umkurven. (Ungenügende) Geschwindigkeit, das ist ja nun in der Gebetsmühle hier dutzendfach wiederholt worden, ist das Grundproblem von Eintracht Frankfurt. In der Defensive kurioserweise fast noch weniger als in der Offensive, im Spielaufbau.
Dass mit Marc Stendera,der ja nun wahrlich ebenfalls kein Tempo-Bolzer ist, der einzig Offensivdenkende und vor allem Offensivhandelnde im Mittelfeld ausfällt, passt ins Bild dieser Saison.

Sollte auch noch Carlos Zambrano, die einzig verlässliche Feldspielergröße in der Hinrunde, ausfallen, beginnt der Ulk diesmal schon vor dem sich-selbst-reinschißen eines Gegentores á la Leverkusen. Dann kommt man in den Genuss einer doppelten Flickschusterei, da Notlösung Stefan Reinartz sicher ausfällt. Der Genuss heißt dann wahrscheinlich David Kinsombi, der einst kurz vor der Auflösung der U23 für die U23 verpflichtet wurde. Aus Mainz, übrigens. Wird so eine Geschichte sein, um die sich am Samstag wieder Geschichten ranken. Oder aber Makoto Hasebe rückt in die Innenverteidigung und Timothy Chandler auf die Rechtsverteidigerposition. Wie man es auch dreht und wendet: Ziemlich grotesk wäre das ganze.

Aber es gibt ja vorne jetzt wieder Schrotflinte Haris Seferovic. Der macht das schon. Und sei es nur mit Facebook-Posts.

Vier Punkte will Sportdirektor Bruno Hübner aus den Spielen gegen Mainz und Darmstadt haben. Und das nur, um sich die akuten Abstiegssorgen vom Leib zu halten. Von einer Spielzeit 45-Punkte-plus, also jenem seriösen Mittelfeldplatz, ist auch das als Zwischenziel meilenweit entfernt. An die 20-Zähler-Marke herankommen, wenn nicht mal das erreicht würde, müsste (Konjunktiv!) man fragen, wieso gewisse Entscheidungsträger überhaupt weitermachen dürften.
Im Normalfall endet die Partie in Mainz Unentschieden; die Tendenz geht im Vorfeld, und das nicht mal so sehr wegen den angesprochenen Personalien, in Richtung SGE-Niederlage. Abkippendes Remis, sozusagen.

Bei 0:0 beginnt das Spiel ja schonmal. Vorne muss eben der liebe Fußballgott helfen. (Nur) dann kann auch tabellarisch positiv Zählbares herauskommen.

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Pfeiff ab

Wie es um das Zutrauen in Eintracht Frankfurt bestellt ist, zeigen die Reaktionen auf die Trainerentlassung eines Abstiegs-Konkurrenten. Der VfB Stuttgart hat sich vom größten Blender seit Michael Skibbe getrennt, das sorgt in der SGE-Anhängerschaft für Unmut. Jeder hoffte darauf, dass Alexander Zorniger wenigstens bis zur Winterpause weitermachen dürfe. So hätte man als Eintracht-Fan die Gewissheit gehabt, jedenfalls nicht schlechter zu stehen als auf diesem immer und immer wieder angepeilten 15. Tabellenplatz.

Zu spät, Zorniger darf Stuttgart nicht weiter totreiten. Das ist schade. Denn nun ist es eine Frage von 2,3 Spieltagen, bis der VfB an Frankfurt vorbeizieht. Der Kader der Stuttgarter ist ansich nämlich (mal wieder) kein schlechter, und wenn sie mal nicht mit 10 Mann am gegnerischen Strafraum zu stehen haben, verlieren sie auch nicht ständig. Das wird sich tabellarisch zu ihren Gunsten auswirken – zum Leidwesen der Eintracht, die derzeit neben Hoppenheim das schlechteste Team der Bundesliga ist. Uninspiriert, mutlos, vor allem aber spielerisch auf einem unterirdisch verzagten Niveau. Frustration aller Orten.

Wie soll man diesem Kollektik auch irgendetwas zutrauen? Die Spieler sind derart außer Form, der Trainer derart desillusioniert, die Funktionärsriege derart diletantisch, dass für einen guten Ausgang der Hinrunde wirklich viel (Gutes) zusammenkommen müsste. 7 Punkte gegen Mainz, Darmstadt und Bremen, dann wäre man zwar nicht mal im Soll (Ziel war oberes Mittelfeld), aber aus dem Gröbsten raus. Dass es diese 7 Punkte gibt, ist aber höchst unwahrscheinlich. Mit 4 wäre vermutlich jeder, der es mit der SGE hält, zufrieden. Wahrscheinlich wären sie selbst im Team, im Klub damit zufrieden, was – wie so oft – viel über die Haltung in diesem Kollektiv aussagt. Die Hinrunde sollte man abpfeiffen, jetzt, wo es tabellarisch noch für die Erstligazugehörigkeit der SGE reichen würde.

Das einzig Positive ist – wieder mal – die Tatsache, dass die sportliche, spielersiche, tabellarische Misere sehr früh eingereten und wenigstens verbal realisiert worden ist. Dass das in Handlungen mündet, sprich Transfers, wird niemand bezweifeln. Doch wen die Funktionärsriege um Bruno Hübner im Winter, wo es traditionell die ganz Guten zu holen gibt, verpflichten will, verpflichten wird, kann man schon erahnen.
Vermutlich ruhen deren Hoffnungen tatsächlich auf Sebastian Jung, der nach 1,5 Jahren ohne Spielpraxis die Eisen aus dem Feuer holen soll. Würde nicht mal wundern, wenn die darüber hinaus noch Niklas Bendtner, sozusagen als VW-Duo, bis Saisonende ausleihen. Und den maladen Sidney Sam lotsen sie auch an den Main, jede Wette. Das werden sie dann sein, die drei von der Tankstelle, die die Punktlandung auf 36 Zählern hinbekommen sollen.

Dabei scheint es völlig egal zu sein, wer für Eintracht Frankfurt spielt. Es ist misserfolgsgeleiteter Einheitsbrei, der breite Akzeptanz in Klub wie Umfeld findet. Bis auf Dauernörgler, Schwarzmaler, Pechmarien, Quertreiber, Anti-Fans und Hetzer wie mich, regt sich ja offenbar niemand mehr dauerhaft über das ganze Treiben auf. Niederlagen wie gegen das 17 Punkte zählende Leverkusen werden wie gottgewollt, biblisch vorbestimmt hingenommen, mit dem Verweis auf unkompnesierbare taktische Umbrüche nach der Luc-Castaignos-Auswechslung erklärt. Widerspruchslos wird es hingenommen, dass die Verweigerungs-Haltung an der Verletzung eines Mannes, der in den vergangenen 3 Spielen 1 Minute (!) spielte, gelegen haben soll.
Dann darf Trainer Armin Veh auch noch den etwaig zu dünnen Kader anprangern. Einen Kader, den er vor einem Vierteljahr noch als den besten bezeichnete, den er in Frankfurt bislang hatte. Tja. Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern?

Ich verliere mich. Groteskerweise emotionalisiert mich das alles weitaus weniger, als aus Zeilen wie diesen hervorgehen mag. Gegen Leverkusen etwa fühlte ich mich vom 0:1 bestens unterhalten, das war immerhin eine Regung, in den Vorwochen gab es überhaupt keine mehr bei mir. 0:2, 0:3 – ja mei, das zieht alles an mir vorbei, wie Kinowerbung.

Bislang wurde den Eintracht-Sympathisanten wenigstens das andauernde Gelöbnis von Besserung erspart. Es ist Dienstagabend, und noch kam niemand auf die „Mund abputzen, weiter gehts“- oder die ebenfalls beliebte „wir müssen nach vorne schauen“-Rhetorik.
Am Freitag muss aber, das ist so sicher wie die Steintafeln des Moses, erstmal vor der Mainzer Stärke gewarnt werden. Und die wird man tags drauf ergebnistechnisch auch spüren, wenn sich zum Remis gebibbert oder in die nächste Pleite ergeben wird. Wäre der Herbst nicht so kalt, wäre es ein heißer Herbst. Zum Glück ist ja bald Winter, vielleicht gibt es da ja mal wieder irgendetwas Positives von Eintracht Frankfurt.

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Stillstands Gemeinschaft Eintracht

Das große Missverständnis gleich mal zu Beginn benennen: Am mangelnden Kampf(eswillen) liegt die Tristesse von Eintracht Frankfurt nicht. 57:43 Prozent Zweikampfquote weist die Statistik der Partie (war ein Heimspiel, das 5. von 6 sieglosen, wer es nicht bemerkt hat) gegen Leverkusen aus.

Mit welchem Resulat? Dass man, neben dem Ergebnis, völlig unterlegen war. Zweikämpfe, in die muss man eben auch erstmal kommen. Stichwort Geschwindigkeit. Leverkusen lies den Ball laufen, meist diese 2,3 Meter nach vorne pro Pass – und Frankfurt verschob zum Ball; auf den Fehler des Gegners passiv wartend, keinerlei Aktivität vorlebend. Das Defensive Mittelfeld ist praktisch nicht auf dem Feld, Offensive, gar Abschlüsse gibt es sowieso nicht mehr.
Da ist an spielerischen Mitteln so gut wie gar nichts (mehr) vorhanden in Frankfurt. Und da ist Leverkusen, allen Aufwärtstrend-Pflänzchen zum Trotz, nur ein weiteres Beispiel im dunkelgrauen Jahr 2015. Ein Gegner übrigens, der natürlich nominell besser besetzt ist, auf allen Positionen. Aber musste man vor einem bis dato 17 Punkte besitzenden Team (die SGE hat, man glaubt es ja kaum, 14) derart kuschen? Sich so ergeben, die Waffen – wieder mal – mit dem Anpfiff strecken? Spätestens mit der Castaignos-Auswechslung alles aufgeben? Bayer, lieber Armin Veh, nicht BayerN war der Gegner.

Schicksalsergeben präsentiert man sich in dieser Saison, als Eintracht Frankfurt. Es ist die sportgewordene Umsetzung der Bruchhagenschen Zement-Doktrin. Niederlagen gegen finanzkräftige Teams á la Bayern, Wolfsburg, Schalke, Leverkusen, in Kürze Dortmund? Normalfall, klar, aber als solcher wird er auch noch hingenommen. Schulterzucken. Man hat nicht mehr vor, etwas zu holen, also probiert man es gar nicht erst. Gegen Über-Teams wie Bayern und Dortmund ist das in Ordnung, sinnvoll, kann offenbar sogar zu Zählbarem führen. Aber Durchwursteln, irgendwie auf Rang 15 landen – das war Maßgabe auch vor diesem Heimspiel – erfordert selbst bei größtem Konkurrenz-Diletantismus bisweilen Siege. Das Spiel gegen Bayer beginnt bei 0:0, das 0:1 schießt man sich selbst rein; Slapstick pur (eigentlich mal aufgefallen, dass solche Absurd-Tore irgendwie nur gegen Frankfurt fallen?). Aber anstatt danach einen Hauch von jetzt-erst-recht oder irgendeiner Form von (fruchtbarer) emotionaler Reaktion, plätschert alles gewohnt langsam, träge, müde und lustlos dahin. Frustration ist die einzige erkennbare Regung – siehe Marc Stendera und Makoto Hasebe, die zwischen (Schiri) anmeckern und kindshaftem Aufstampfen wechseln. Lethargie und spaßbefreite Pflichtbewältigung erlebt man anno 2015/2016 von einem Verein, einer Mannschaft, der/die wieder mal underperformed.

Sobald Stuttgart diese Zorniger-Nummer beendet hat, wird es für Frankfurt richtig eng dort unten. Das wird nun, noch vor der Winterpause passieren. Hannover wird Frontzeck ebenfalls entlassen; vor allem aber im Winter massiv transfertechnisch aktiv werden. Derzeit ist die SGE jedenfalls nur weniger mies als Hoppenheim, Stuttgart, Bremen und Hannover sowie Augsburg. In Mainz am nächsten Wochenende wird das Eintracht-Grauen weitergehen, der obligatorische Punkt wird vielleicht irgendwie ergaunert. Dann wieder mit Schrotflinten-Seferovic statt Luc Castaignos. Als ob das einen Unterschied macht. Es ist völlig wumpe, wer bei Eintracht Frankfurt spielt. Das ist alles ähnlich fahrig und vor allem formlos, limitiert, langsam.

Die Kaderzusammenstellung, schon zig Mal geschrieben, ist eine Katastrophe. Der Sportdirektor Bruno Hübner müsste entlassen werden (hö hö hö). Die Vorbereitung samt Formfindung, das ist spätestens im November klar, eine wohlfühlatmosphärisch verkorkste. Trainer Armin Veh müsste jedenfalls mal in Frage gestellt werden (hö hö hö). Ändert aber (leider) alles nichts am Zustand, an den qualitativen Mängeln der Mannschaft. Völlig klar also, dass sich bis zur Winterpause einfach an den Glauben geklammert wird, man werde gegen Mainz, Darmstadt und Bremen schon irgendwie die noch nötigen 5,6 Punkte für eine Verbannung der akuten Abstiegsangst holen. Das auf-Abstand-Halten der direkten Konkurrenz ist das letzte verbliebene Saisonziel von Eintracht Frankfurt. opportun ist das, logisch. Muss man sich das im Stadion, am Fernseher, im Radio noch geben? Nein. Ergebnis checken, zur Kenntnis nehmen, weitermachen. Ist ja in etwa das, was die Mannschaft auch macht – mit dem Unterschied, dass sie 90 + 15 Minuten in kurzen Hosen auf einem Rasenplatz herumläuft und lediglich das Schlimmste zu vermeiden versucht. Einem Gutteil der Stadionbesucher, wohl auch der Fernseh-Fans ist es aber offenbar völlig wumpe, wie schlecht das Dargebotene ist.

Zufriedenheit. Und wenn es schon um einen selbst so furchtbar steht, zieht man sich am Leid anderer hoch. Häme für Stuttgart und Bremen, für Hopps Heim – weil die sind ja alle noch schlechter. Ätschi Bätsch. Ja, toll. Bringt das Eintracht Frankfurt einen Punkt mehr aufs Konto? Ändert das irgendetwas an der eigenen Untauglichkeit?

Beim (ja ja) Derby 40 Kilometer westlich am Samstag wird … ach, was soll schon werden? Frust pur oder angstmilderndes Aufatmen; am wahrscheinlichsten jedoch Stillstand. Passend zur Stillstands Gemeinschaft Eintracht Frankfurt.

5 Kommentare

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Super Unterhaltung

Ist. Das. Schlecht.

Jetzt fängt Torwart Lukas Hradecky auch noch mit Schwächeleien an; was für ein Abstoss und Aufbau vor dem jugendtölpelhaften 0:1 ! Und dann der Herr Abraham … herrje.

Ganz grundsätzlich war es ja so, dass Eintracht Frankfurt erst gar nicht nach vorne wollte, dann – spätestens mit der bezeichnenden Castaignos-Auswechslung – nach vorne nicht mehr konnte.

Das ist alles sehr sehr sehr dünn da in Frankfurt. Und fragil. Sportlichen Glaubensschüben folgen spielerische Talfahrten. Ob da überhaupt mal Luft drin war, die rausgehen konnte?

Da ist jedenfalls so viel Frustration im Gebilde, mehr als spielerische Elemente. Ständig wird gestikuliert, erzählt, gemeckert – aber auf den Platz bringen sie bis auf Verhinderungs-Ansätze nichts.

Pressing, Druck auf wahlweise Ballführenden oder Passempfänger? Kein Stück. Verschieben im Raum mit möglichst wenigen Zweikämpfen. Mehr ist das nicht (mehr). In die Winterpause taumeln. Und hoffen, beim umherfallen noch irgendwo 2,3 Punkte mitzunehmen.

Es gab eine Situation, so nach 20 Minuten, die jedenfalls bezeichnend für alles was Frankfurt nicht kann. Bellarabi schnickt sich an der Seitenlinie, in Bedrängnis, den Ball vom linken auf den rechten Fuß, legt ihn sich 2 Meter vor, erläuft ihn sich im Lauf“Duell“ und befreit sich aus der misslichen Lage.
Wann hat man so einen Anflug von Leichtfüßigkeit zuletzt in Frankfurt gesehen?

Alles wie immer. Eintracht Frankfurt führt sich selbst vor. Es geht immer nur drum, 15. zu werden. Und die Ergebnisse zeigen ja, dass man von den 5 schlechtesten Teams noch das wenigste Miese ist. Dürfte in der Wahrnehmung innerhalb dieses Vereins auf einer Stufe mit einer Meisterschaft stehen. Wohlfühlzone. Konsequenzenlos.

Lustlos in den Advent, aber ich schau mir das alles eh nur noch teilnahmslos an. Das 0:1 hat mich jedenfalls super unterhalten. Yay.

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