Ein Kontinuum

Die naheliegenden Verknüpfungen leistet das Gehirn nicht mehr, in Zeiten, in denen alles schnell gewusst und ebenso schnell vergessen wird. Thomas Schaaf, kurzzeitig Trainer bei Eintracht Frankfurt, war ja hauptsächlich Übungsleiter in Bremen. Jenem norddeutschen Verein, gegen das die SGE am Samstag drei Heimpunkte holen muss, um perspektivisch nicht abzusteigen.
Er, Herr Schaaf, wird dann zu seiner Haltung und zu seiner kurzen Zeit am Main befragt. Es könnte das erste Mal sein, dass er sich nach seinem Rücktritt äußert. Er würde das, nicht zun Unrecht, mit einer gewissen Genugtuung tun. Wie sein Fazit, seine Prognose aussehen würde, dürfte klar sein. Auch, wo seine Sympathien liegen. Aber wen interessiert das schon? Schaaf ist Vergangenheit, sowohl was seine Trainerzeit in Frankfurt als auch sein fußballerisches Handwerk anbelangt. Verklären muss man aus seiner Amtszeit nichts, schlußendlich – und das gehört eben auch zur Wahrheit des 9. Platzes – retteten ihm mit dem famos aufgelegten Alexander Meier und Stefan Aigner zwei Spieler den Bobbes, die er eigentlich aussortieren wollte.

Was genau brächte also die Debatte pro/contra Schaaf/Veh? Sie ist einzig Ausdruck gekränkter Egoismen. Fakt ist, dass Eintracht Frankfurt in dieser Saison vor dem Abstieg steht. Mal wieder. Sie steht unter Veh dort, wo sie unter Schaaf in der Hinrunde auch stand – bis eine kurze Siegesserie bis Weihnachten die Situation und letztlich auch die Saison rettete. Veh ist von dieser Serie jedoch ungleich weiter entfernt, wie er es von einer passabel ausgehenden Saison als solcher ist. Wenn man so will, steckt die Eintracht in einem Kontinuum des Misserfolgs fest. Gibt es keine Siegesserie, gibt es keinen Klassenerhalt. Werder Bremen war nun wochenlang genauso mies wie Eintracht Frankfurt – wenn man so einen Gegner, der sich in seiner Schlechtigkeit wahrlich auf Augenhöhe befindet, vor heimischem Publikum nicht schlägt, kann man die rot-schwarze Truppe tatsächlich ruhigen Gewissens vom Spielbetrieb abmelden.

Eine neuerliche Pleite der SGE scheint angesichts der Ankündigung des Trainers, man wolle „offensiv spielen“, weil man sich andernfalls „verraten“ würde, aber durchaus möglich. Wie gut das mit den Kombinationen klappt, ließ sich ja jetzt eine Halbserie lang begutachten. Zehn Tore in zwei Spielen, sonst quasi Dauer-Ebbe. Und es ist ja nicht so, dass Frankfurt viele Chancen ausgelassen hat. Sie erspielten sich gar kaum welche. Offensive also. Na dann. Ich bin – ohne Sarkasmus – jedenfalls optimistisch.

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Ein Kommentar

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Eine Antwort zu “Ein Kontinuum

  1. Piotr

    http://www.kicker.de/news/fussball/bundesliga/startseite/641551/artikel_unterschrift-am-montag_fabian-wird-frankfurter.html
    Da ist der erste Winterneuzugang; 3,5 Mio für einen zentralen Offensivspieler. Kann jemand was zu dem Kerl sagen?

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