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Überraschung, Überraschung, Eintracht Frankfurt hat das Kicker Sonderheft zur Seite gelegt und in Mexiko nach Neuzugängen gestöbert, geräuschlos einen Transfer eingetütet. Marco Fabian soll der zentral offensiv spielende Mittelfeldmann, der auch auf den Außenbahnen spielen können soll (das man ja zuletzt von jedem Eintrachtstürmer behauptet), heißen.

Man hat sich bei der SGE damit zwar zu einer Wundertüte entschieden. Jedoch gelten mexikanische Fußballer als ebenso gut ausgebildet wie diszipliniert. Dass so wenige in Europa spielen, liegt an den in Mittelamerika mitunter absurd hohen Gehältern. Wenn sie aber über den Atlantik wechseln, sind sie zumeist gute, mindestens solide Vertreter ihres Landes. In Frankfurt erinnert man sich gerne an Innenverteidiger Aaron Galindo, der einen sehr guten, weil ruhigen, zweikampfstarken und technisch versierten Job verrichtete. Leider spielte er zu kurz am Main.

Ob die zentral offensive Position die nötigste Verstärkungs-Position wäre, sei mal dahingestellt. Unabhängig von dieser Bewertung deutet der Transfer jedoch auf das Umsetzen der spielersichen Befreiungsaktion an. Man will das tote Kombinationsspiel zurück ins Leben holen.
Fabian hat seine meisten Profispiele auf den Außenbahnen absolviert, daher ist dieser Transfer sehr sinnvoll. Neben einer mittigen Option als Zehner oder Zentral-Offensiver im 4-2-3-1, fungiert er als Druck-Macher, Konkurrent zum schwächelnden Stefan Aigner auf der rechten Seite, mehr noch als Planstelle für die faktsiche Vakanz auf links (Fabian ist allerdings Rechtsfuß). Plant man also mit ihm auf links, spricht vieles für ein 4-2-3-1, da er dann mit dem starken Fuß nach innen ziehen und abschließen könnte. In diesem System sind die Außen nämlich weniger Flankengeber (wofür sie ihren starken Fuß auf der jeweils richtigen Seite benötigen) als Sturm-Unterstützer.
Fabian ist jedenfalls flink (1,70 Meter) und nicht torungefährlich. In 199 Ligaspielen traf er 46 Mal, bereite 23 Mal vor. Das ist recht ordentlich für einen offensiven Mittelfeldspieler. Auffällig: Er sammelt(e) viele Gelbe Karten: 52 Stück, dabei zwei Mal Gelb-Rot und einmal die glatte Rote. Das ist recht viel für einen Offensiven, zumal einen Kreativen. Könnte aber von Cleverness zeugen, je nachdem in welchen Situationen er sich die Verwarnungen abholt(e). So oder so erweitert Fabian die Möglichkeiten des Trainers enorm. Er scheint ein Spielertyp zu sein, der bislang sichtbar gefehlt hat.

Eine Wiederkehr der bereits unter Thomas Schaaf gescheiterten Raute ist angesichts dieses Offensivtransfers, vor allem gekoppelt mit dem Stürmermangel ausgeschlossen. Selbst wenn man noch einen Stürmer verpflichtet, wären es nur eben dieser und Haris Seferovic, auf die man zählen könnte. Luc Castaignos, der ohnehin keinen guten Eindruck hinterlassen hat, trainiert erst ab Mitte/Ende Februar wieder, Vaclav Kadlec wurde verkauft, Luca Waldschmidt ist noch nicht tauglich.

Bedenklich ist, dass man die Rechtsverteidigerposition wohl nicht (mehr) als Baustelle betrachtet. Dort, wo personalunabhängig faktisch größte Probleme herrschen, hofft man auf eine Erstarkung von Timothy Chandler. Jenem Spieler, der schon im Vorjahr nur das eine oder andere Hochlicht hatte, der Qualität seines Vorgängers Sebastian Jung aber deutlich hinterherhinkte. Über den Zentralspieler Makoto Hasebe und den redlichen Aleksandr Ignjovski bzw. deren RV-Qualitäten muss man nicht weitere sprechen.

Der zweite Schritt ist jedenfalls getan. Der erste, ein Sieg gegen Bremen, steht allerdings noch aus. Und dieser Schritt ist deutlich wichtiger.

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