Zentner fallen auf den Rasen

Hab ich doch gesagt: Ich bin gegen Weder Bremen optimistisch Der überlebenswichtige Sieg ist geglückt, in einem Spiel der vergebenen Torchancen auf beiden Seiten.

Für die Schrotflinte Haris Seferovic war es trotz des Sieges irgendwie ein Tag zum Vergessen. Ein Stürmer, der so viele Großchancen vergibt, wie er, ist ja eigentlich kaum tragbar. Allem Kampf, allem Rackern zum Trotz. Es waren in dieser Partie drei „Deckel-drauf-Möglichkeiten“, die alleine er vergab. Dagegen fällt etwa jene von Bastian Oczipka, zumal noch als Außenverteidiger, gar nicht ins Gewicht. Seferovic hat schon zuvor, etwa gegen Hannover, unmöglich zu vergebende Großchancen versemmelt. Ihm tut die Winterpause hoffentlich besonders gut. Bekommt er seinen Abschluss in den Griff, kann er die nötige Hilfe für das Team sein.
Geistesgegenwärtig war er indes in dem einen Moment, der den Sieg letztlich bedingte. Die Erarbeitung zur Vorlage des 2:1 durch Stefan Aigner – der heute gefühlstechnisch wohl das genaue Gegenteil von Seferovic erlebt haben dürfte – war stark, war in puncto Konzentration und Technik das, was es an 34 von 34 Spieltagen braucht.

Alexander Meiers prompter Ausgleichstreffer nach dem Halbvolley-Tor von Claudio Pizarro, der gefühlt immer gegen Frankfurt trifft, ist grundsätzlich entscheidend gewesen für den Gewinn dieser drei Punkte. Nicht auszudenken, was in den Köpfen der Spieler und Fans im Stadion losgewesen wäre, wenn es mit einem Rückstand in die Halbzeit gegangen wäre. Immerhin war Frankfurt die ganze Zeit spielbestimmend, speziell in den ersten 15, 20 Minuten – in der Zeit jedoch brachte die SGE nichts Zwingendes zustande. Ein Distanzschuss von Seferovic, sonst kam keine Gefahr auf.
Das änderte sich mit dem 1:1, danach – und vorab sowie in der Folge der Hilfe von 3,4 sehr starken Paraden von Lukas Hradecky – erspielte sich die Eintracht ein in Abschlüssen zählbares Übergewicht. Aber eben ohne das Spiel zu entscheiden.

Eines ist sichtbar und für Trainer Armin Veh über das Ergebnis hinaus wichtig gewesen: Die Mannschaft legte einen Einsatzwillen an den Tag, der vorbildlich war. Den Willen konnte man der Mannschaft ja selbst in den vielen schwachen Partien der Vergangenheit meist nicht absprechen, es mangelte am Spielvermögen. Und genau das war gegen Bremen anders. Irgendwann legte sich ein Schalter um, da waren plötzlich die monatelang verschollenen Kombinationen, war Passspiel zu sehen. Resultat war, dass Bremen arge Probleme mit Frankfurt hatte.

Klar: Speziell in der ersten Halbzeit galt für die SGE die Maxime „hinten va banque, vorne hilft der liebe Gott“. Mehr als einmal hatte Bremen die Chance, ein Tor zu schießen. Bezeichnend, dass Pizarros Schuss, letztlich ein Verlegenheitsschuss, ins Tor ging und nicht etwa eine Doppelchance von Ujah.

Insgesamt ist dieser Sieg kein unverdienter. Es war ein Ritt auf der Rasierklinge, was aber zu erwarten war. Die Eintracht wollte dieses Spiel gewinnen, mehr als Bremen, die mit einem Zähler recht zufrieden zu sein schienen. Für Frankfurt ist nun der – in der nach wie vor sportlich schlimmen Situation – bestmögliche Fall eingetreten: Eine ruhige, fokusierte Vorbereitungswoche ist von einem endspiel-artigen Sieg gekrönt worden, die größten Wackelspieler haben eine gute, sehr verbesserte Leistung gezeigt (Hasebe, Aigner), das Team nimmt ein gutes Gefühl in die Winterpause mit; und ein erster Neuzugang, auf den noch 2,3 folgen müssen, ist gesichert. Diese Voraussetzungen müssen genutzt werden, um in der Rückrunde 20 Punkte zu holen. Beginnend mit dem Spiel beim (bären)erstarkten Augsburg, wo ein Remis trotz aller schwachen Bilanzen gegen den FCA und deren verbreiterte Brust drin sein muss.

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4 Kommentare

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4 Antworten zu “Zentner fallen auf den Rasen

  1. Ich stimme dir in allem zu – nur sollten wir den 18. Spieltag zuhause gegen Wolfsburg nicht schon vorher abschreiben. 😉

    • Oh,ich ging original von Augsburg als 1. Gegner aus 😀 danke!

      • Jermaine Jones Junior

        Wobei, nachdem ich Stuttgast vs Wolfsburg gesehen habe -inklusive der verpassten Mega-Torchance von Sebastian Jung-, dann muss ich sagen, muss man vor denen keine Angst haben. Letzte Saison hätten wir die im Rückspiel auch beinahe besiegt. Und wer weiß, mit welchen Top-Neuzugängen wir im ersten Spiel eine kleine Sensation schaffen.

      • Im Prinzip war die SGE ja bereits im Hinspiel dieser Saison absolut konkurrenzfähig, ein Punkt war da schon gegen die Radkappen drin. Das zählt(e) ja noch zu den wenigen Partien, wo Eintracht Frankfurt Mut machte. Nach einer Unterbrechung wie der Winterpause geht es ein Stück weit ja wirklich für alle bei 0 los/weiter, von daher muss zuhause gegen Wolfsburg etwas geholt werden. Alleine schon, weil in Augsburg nie etwas geholt wird.

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