Aufprall in Arabien

Eine Busreise von unmenschlichen 2,5 Stunden – sowie nach drei dem Vernehmen nach nicht mehr sehr knüppelharten Vorbereitungstrainingstagen – ist diesmal also die Begründung für ein 0:4 gegen Borussia Dortmund, Bundesligist (selbe Spielklasse wie Eintracht Frankfurt). Ein Ergebnis, das nach dem Spielverlauf ebenso deutlich höher hätte ausgehen können/müssen, wie bereits das Punktspiel vor der Winterpause. Lukas Hradecky alleine verhinderte wieder mal Übleres. Zu dem Ergebnis samt Spielverlauf gesellen sich Eindrücke von Spielern, die einen um die nähere Zukunft samt langfristiger Perspektive der Mannschaft fürchten lassen müssen. Bastian Oczipka etwa scheint über Urlaub, Trainingsauftakt und Rückrundenvorbereitung kein Mü vorangekommen zu sein. Auf der ihm gegenüberliegenden Defensivseite versuchte sich ein sichtbar überforderter Neuzugang. Und vor ihm, nunja, dort fehlte es Marco Fabian in Manier eines Caio an Grundlagen des Bundesligafußballs. Einzig Makoto Hasebe im defensiven Mittelfeld wirkte sichtbar verbessert, da flackerte das Können wenigstens auf, das man aus der Vorsaison von ihm über 34 Spiele sah. Das Attribut „blass“ reift nach so einer Testpartie jedenfalls für manche Feldspieler schon zum Adelstitel.

Und trotzdem: Wenn etwa in der Vergangenheit (etwa 2014/2015 auch unter Thomas Schaaf) zurecht Konsens gewesen ist, dass Auftritte gegen schwache Testspielgegner (á la Kellnertruppen wie auf Norderney) nur Kokolores sind, sie weder echte Prüfung, noch Standortbestimmung, noch Motivationsschub sein können, sie also tatsächlich keine Form von Aussagekraft besitzen, kann jetzt nicht der Umkehrschluss gelten, dass Spiele gegen starke Vorbereitungsgegner (eine/mehr) Aussagekraft besitzen.
Die Klatsche gegen den BVB ist ebenso wumpe wie der recht klare Sieg gegen diese Arabien-Allstars wenige Tage zuvor.
Mein persönlicher Puls trumpft auf, wenn die SGE allen Trainingseinheiten zum Trotz Probleme mit, sagen wir Schweizer Zweitligisten hat – oder sich ein Landesligist wie Eintracht Stadtallendorf über weite Strecken als ebenbürtiger Gegner erweist (wie im Sommer 2015).

Augenöffner hatte Eintracht Frankfurt in den vergangenen Monaten jedenfalls mehr als genug, wenn sie es vor der Rückrundenvorbereitung, vor dem Abschluss-Auftritt gegen den BVB nicht gewusst und die richtigen personellen wie taktischen Schlüsse aus all dem gezogen haben, ist es jetzt sowieso zu spät, dann ist der Abstieg besiegelt. Euphorie verbat sich angesichts von kümmerlichen 17 Hinrundenpunkten und den oft gruselig-harmlosen Darbietungen gepaart mit der weit entfernten Mindest-Zielmarke von 36 Zählern sowieso. Jetzt nach dem Aufprall im arabischen Wüstensand weiß das hoffentlich auch jeder Fan wieder, kurzzeitgedächtig wie er naturgemäß ist.

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Ein Kommentar

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Eine Antwort zu “Aufprall in Arabien

  1. F.N

    Dortmund hatte bestimmt keine Anreise…und ein Trainingslager auch nicht in den Knochen . Manchmal ist es einfach besser nichts zu sagen als immer nur Phrasen von sich zu geben.
    Selbst Dortmunds dritte Reihe wirkte spritziger als die Hessen.
    Es lebe das Prinzip Hoffnung. Und vielleicht kann Hustzi im Ernstfall auch bessere Ecken schießen
    Bis Ende Februar wissen wir, wo die Reise hingeht

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