Die Definition von Wahnsinn

Ich frage das jetzt nochmal, nur mit dem Abstand eines Schlusspfiffs, Trainingslager-Endes und Rückflugs: Wieso hat ein Vorbereitungsspiel, egal wie schwach, gegen einen starken Gegner mehr Aussagekraft als ein, egal wie starkes, gegen einen schwachen Gegner? Ich könnte mich jedenfalls nicht entsinnen, dass man rundum Eintracht Frankfurt durch einen 8:1 Sieg gegen Hübenwiedrübenhausen in ein Maß an Euphorie verfallen wäre, wie man sich bei einem 0:4 gegen Dortmund in Trauerflor kleidet.

Hat denn wirklich jemand, spätestens so ab November 2015, daran gezweifelt, dass diese Saison eine wird, in der diese Mannschaft bis zum Schluss (mit) untendrin stehen würde? Angesichts von 17 Punkten aus 17 Spielen ergibt sich ja schon rein rechnerisch nur der logische Schluss, dass der Abstiegskampf bis zuletzt und erbittert geführt werden wird. Aldiweil 34 Punkte aus 34 Spielen nicht für den Klassenerhalt reichen werden. Ich bilde mir ein, bei der Lektüre in Zeitungs-Kommentarspalten, Blogs und Foren totz dieser Vorzeichen nicht wenige Eintracht-Anhänger zu lesen, die … beleidigt überrascht … wirken.

Dabei sollte es doch in dem Moment, als klar war, dass von den drei/vier seit nunmehr eineinhalb Jahren größten Problempositionen (LM, RV, ST, mit Abstrichen DM) drei personell nicht neu besetzt werden, jedem gedämmert sein: Eintacht Frankfurts Funktionäre haben den von ihnen gegen Ende der Hinrunde so oft zitierten „Reset-Knopf“ gar nicht erst gefunden, geschweigedenn gedrückt.

Letztlich hat man sich nur für die bislang total tote linke Offensivseite zwei neue Optionen geschaffen, von der die eine (Huszti) zwar spielerisch/technisch/standardkönnerisch durchhaus helfen kann und wird, aber eben nicht geschwindigkeitstechnisch (weiterhin und angesichts der Saisonphase bis zum Saisonende Hauptproblem). Die andere Möglichkeit (Fabian) ist allen Überlieferungen zufolge ein ähnlicher Vielleicht-irgendwann-mal-Durchstarter – und dazu Huszti’esk kein Schneller – wie die Nummer drei im linken Bunde (Gacinovic). Dieses Resultat war kalkulierbar.

Kurzum: Die SGE geht so ziemlich mit demselben Personal, und wohl auch denselben spielerischen und grundlagenbasierten Problemen in die Rückrunde, wie sie die Hinrunde bestritten hat. Die Definition von Wahnsinn ist es, immer wieder das Gleiche zu tun und andere Ergebnisse zu erwarten. Das hat Albert Einstein mal gesagt. Kluger Mann. Bei Eintracht Frankfurt liest man aber offenbar genauso wenig in Büchern, Zeitungen und Zeitschriften, wie man die richtigen Schlüsse, geschweigedenn die richtigen Handlungen aus jedweden Entwicklungen zieht.
Der Klassenerhalt wird (neben Lukas Hradecky) einzig an Alexander Meiers Form gepaart mit seiner Torquote sowie am Leistungsvermögen samt Scorerpunkten von Stefan Aigner hängen. Da ist es egal, welche anderen acht Jungs sich als Feldspieler versuchen.

Konzept von Eintracht Frankfurt 2015/2016, wie schon 2014/2015, 2013/2014 und so vielen anderen Jahren der Tristesse: Klassenerhalt über individuelle Klasse und das Prinzip Hoffnung.

Beängstigend wird es, wenn man in einem Testspiel gegen einen schwachen Gegner eine schwache bis schlimme Leistung abliefert – so, wie die SGE im Sommer gegen Landesligist Eintracht Stadtallendorf. Mein Bauch sagte mir da schon etwas voraus … ich hörte nicht darauf. Und jetzt lese ich, dass die Eintracht am Wochenende noch ein Testspiel vereinbart hat. Gegen einen Zweitbundesligisten; eine Mannschaft also, die nicht nur personell schwächer ist, sondern die nochmal zwei Vorbereitungswochen hinten dran ist. Gewinnt die SGE so einen Kick nicht, und zwar hoch samt ansprechender, flüssiger Leistung, droht es richtig finster zu werden. Jedoch wird man außer dem Ergebnis nichts erfahren – doch, nichtssagende Bilder vom gewohnt kritischen EintrachtTV und über Twitter – und das darf einen tatsächlich beunruhigend. Weitaus mehr, als gefühlte 0:10-Schlappen gegen Borussia Dortmund in der Wüste.

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Ein Kommentar

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Eine Antwort zu “Die Definition von Wahnsinn

  1. #nurdiesge und so. 😉

    Was mir wirklich (du hast es vor einigen Tagen glaube ich auch bereits erwähnt) dann noch den Rest gegeben hat, war die Aussage, dass der mexikanische Wunderknabe „noch Zeit brauche“. Hmm. Warum holt man ihn dann für so viel Geld (also „so viel“ aus Sicht von Sparstrumpf-Herri) in der Winterpause?

    Und noch was ganz anderes, total offtopic: Als fleißiger Leser von den Eintracht-Artikeln u.a. bei BILD (die das Spiel offenbar mitspielen) fällt mir auf, dass immer öfter in der Berichterstattung Eintracht (ohne „die“ davor) benutzt wird. Geht offenbar von Problembruno aus. Gefällt mir gar nicht. Und es ist zwar nur Marketing und betrifft nicht den Kern des Vereins, aber warum muss dieser Trampel eigentlich so viel kaputt machen?

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