Fässchen-Fußball

Immer häufiger wundere ich mich, wieso ich mich noch über Dinge wundere. Etwa darüber, wie schmerzfrei Fernsehsender wie Sport1 sind, stundenlang Hallenfußball zu übertragen, bei dem sich alte, ergraute, untersetzte, dicke, bisweilen fassrunde Männer gegenüberstehen. Die Geschwindigkeit, in der all das abläuft, ist so weit weg nicht von dem, was allsonntäglich zwischen 12 und 17 Uhr in den unteren vier, fünf Spielklassen Deutschlands gezeigt wird.
Doch dann bekomme ich mit, dass sich SGE-Fans bei EintrachtTV neben allem PR-Müll tatsächlich ein Testspiel von Eintracht Frankfurt gegen Eintracht Braunschweig anschauen. Auch wenn ich dazu eigentlich viele Fragen hätte, habe ich dann doch keine mehr.

Zu einem 3:3 rang sich die Mannschaft also durch, nach 1:3 Rückstand gegen den (im Vorbereitungsstand zwei Wochen zurückliegenden) Zweitligisten bis zur 70. Minute, als dann Marco Fabian binnen zwei Minuten zweimal traf. Dass der etwas mehr Fußspitze in die Tür bekommen haben soll, als in den Vortagen, soll dem Vernehmen so ziemlich das Positivste an dem Vorbereitungsspiel gewesen sein. Ist ja auch was. Dass die einstmals stabile Defensive offenbar ziemlich eingebrochen bleibt, nunja … man will ja keine Meisterschaften gewinnen.

Erst am nächsten Wochenende gegen Wolfsburg zählt es. Völlig egal, ob es vorher ein 10:0 und ein 5:0 gab, oder ein 0:4 und ein 3:3. Das Messer muss den SGE-Spielern nun 17 Mal zwischen den Zähnen stecken, vor allem aber müssen sie spielerisch irgendetwas Gewolltes entwickeln und ebenso planvoll umsetzen. Die Fortsetzung des Schaafschen Zufallsfußballs führt nämlich nur in eine Richtung: nach unten.
Ein Remis ist gegen Volkswagen-City von den Vorzeichen her jedenfalls möglich, nein, muss möglich sein. Die Investorentruppe war in der Hinrunde keine Übermannschaft, hat einige Probleme, nun noch einen wichtigen Spieler verletzt verloren (Bas Dost) und kann ebenfalls – wie kaum ein Team – in Tritt, im Rhytmus sein. Wenn nicht am Anfang einer Halbserie, wann sonst soll man als Mittelklasse-/Unteres-Drittel-Mannschaft gegen Spitzenteams punktemäßig etwas holen können?!

Ausreden haben sie in Frankfurt jedenfalls genügend formuliert, Schüsse vor den Bug genug bekommen. Kredit haben sie überhaupt keinen – für was auch? Sollte die Arbeit in der Vorbereitung nicht gefruchtet haben, nicht die nötigen Imulse/Kräfte freigesetzt, personelle wie psychische Veränderungen herbeigeführt haben, ist der Abstieg in die zweite Liga lange vor dem 34. Spieltag schon besiegelt worden. Das, so behaupten böse Zungen, soll für den Karriereplan manch eines Funktionärs in diesem Klub nicht mal das worst-case-Szenario sein. Klingt düster? Ist es.

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