Marco mit Magie und Mankos

Getauft habe ich in „Magic Marco“ – und das, obwohl der mexikanische Mittelfeldspieler Marco Fabian gegen den FC Augsburg keine große Szene, schon gar keine spektakuläre hatte. Er wollte einfach den Ball haben. Immer. Egal ob in der Zentrale, auf den Flügeln oder in der Defensive. Und genau darin liegt das bei Eintracht Frankfurt seit vielen Jahren im positvsten Sinne Nichtgesehene und dringend Benötigte: Plötzlich ist ein Spieler in dieser Mannschaft, der geil auf die Kugel ist und das Selbstbewusstsein (weil Können) besitzt, mit eben dieser etwas Sinniges anfangen zu können. Marco Fabian ist Anspielstation, Antreiber, stets in Bewegung und ein Ballmagnet. Die Mitspieler konnten ihn, den sie stets suchten, gegen den FCA permanent finden. Einfach, weil er überall auf dem Feld herumlief, kaum eine Lücke zwischen zwei Augsburgern, in der sich nicht die SGE-10 anbot.

Doch so magic Marco in seinen ersten 135 Bundesligaminuten auch gewesen ist, noch zu oft muss man ihn noch „Manko Marco“ nennen. Immer wieder streut er eine gewisse Lässigkeit, laxe Abspiele ein. Er will, er hat den Ball und verfuddelt die Bälle nicht schwachbrüsitig im Stil eines Takashi Inui, aber die letzte Konsequenz und Konzentration fehlt ihm immer mal wieder. Zumal: Zum Abschluss kommt er nicht, er kommt erst gar nicht in die Position für einen Torschuss. Als Zehner in einem 4-2-3-1 wie gegen Augsburg ist das aber nötig.
Denn Alexander Meier spielt diese Position so, dass er die jeweilige Strumspitze in puncto unmittelbare Torgefahr unterstützt, im 16er für Unruhe sorgt und somit dafür sorgt dass sich die Defensive nicht auf den einen Zentrumsstürmer fokussieren kann. Doch nun, da Meier – wie wie von Thomas Schaaf entwickelt – als Sturmspitze aufgelaufen ist, ist genau das der Malus im SGE-Spiel. Augsburgs Verteidigung konzentrierte sich voll auf Meiers Abschlussstärke, doppelte ihn sehr konsequent – weshalb er kaum zu gefährlichen Torraumszenen kam. Prompt fehlt es der Eintracht an Torschuss-Optionen, jedenfalls an effektiven Goalgettern. Man könnte sagen: Schießt Meier nicht das Tor / die Tore, erzielt es / sie keiner. Und das droht zum Problem zu werden, jedenfalls dann, wenn sich nicht zügig ein Mitspieler in Zielsicherheit übt. Fabian kommt da eine entscheidende Rolle zu, ebenso dem agilen, willigen aber im Strafraum zunehmend zappeligen Stefan Aigner. Auch Neuzugang Szabolts Huszti muss ab sofort mehr zeigen, effizienter werden, speziell in Sachen Torschussvorlagen und eigenen Abschlüssen, von den bislang schwachen Standards ganz zu schweigen, muss mehr kommen. Nur, wenn diese vier Offensivspieler – plus einen auch nicht gerade vor Abschlussstärke strotzenden Marc Stendera – kollektiv und regelmäßig zum Toreschießen in der Lage sind, kann der Klassenerhalt gelingen.

Marco Fabian, um den Bogen zu schließen, ist eine Hilfe. Eine große bisweilen, und das nicht nur, weil er ein feiner Fußballer ist. Nein, der Mittelamerikaner ist deutlich weiter, qualitativ eine ganz andere Hausmarke, als seine Mittelfeldmitspieler. Läuft alles so, wie wir Eintracht-Fans es uns erträumen, steht mit Fabian (endlich) ein Spieler im Kader, der die Qualitätslücke zwischen Alexander Meier und dem dann folgenden langen Nichts schließen kann.

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