Zentrale Frage im Abwehrzentrum

Innenverteidiger David Abraham fehlt gegen Stuttgart gelbgesperrt, ebenso Abwehrlückenbüßer Makoto Hasebe. Mit einem Schlag ist die Defensive von Eintracht Frankfurt, die ohnehin spät in der Hinrunde zu wackeln begann und seitdem zumindest viertelstündige Warmlaufphasen braucht, personell wie qualitativ porös geworden.

Marco Russ, das kündigte Trainer Armin Veh bereits an, solle neben Carlos Zambrano in die Innenverteidigung rücken. Das ist durchaus logisch und schadet der zentralen Defensive „nur“ geschwindigkeitstechnisch; Abraham ist dahingehend, als einzig wirklich schneller Spieler im Kader, jedoch durch niemanden zu ersetzen. Die Position durch die Russ-Rückversetzung entstehende Vakanz im defensiven Mittelfeld (das nun aber flinker besetzt werden könnte) wäre – gerade gegen den VfB und deren Daniel Didavi – mit Hasebe sehr gut besetzt gewesen. Perdu.
Personall gibt es für die SGE natürlich Möglichkeiten, doch der qualitative Abbruch ist ziemlich groß – und wird dadurch verkompliziert, dass der geeignetste Kandidat zugleich der wahrscheinlichste Rechtsverteidiger-Ersatz ist: Aleksandr Ignjovski. Er müsste dann Außen gegen Filip Kostic ran; aufrung der Galligkeits-Qualitäten Ignjovskis kein allzu schlechtes Match-Up aus Eintracht-Sicht. Timothy Chandler wäre die Option auf der rechten defensiven Außenbahn, falls Veh den Zweikämpfer Ignjovski eher Ausschalt-Chancen im Duell mit Didavi einräumt. Resultat: Es müsste der seit eineinhalb Jahren eher enttäuschende Chandler gegen Kostic spielen. Ungut.
Somit wird sich für den Trainer vor allem die Frage nach der Besetzung des defensiven Mittelfelds (von einem 4-2-3-1-System ist auszugehen) stellen. Mit Slobodan Medojevic stünde ein ziemlich unberechenbarer Ersatz bereit, dessen Stärken man in nun eineinhalb SGE-Saisons nicht wirklich benennen kann. Seine Schwächen schon eher: die Ballbehandlung und die Ballbehauptung. Immerhin wäre der Serbe einer, der dann auf der Position zum Einsatz käme, die er gelernt hat – keine Flickschusterei. Sechser-Nebenmann Marc Stendera anzuweisen, nicht minder auf Didavi zu achten, ergo einen defensiveren Part als eigentlich vorgesehen zu spielen, kann in keinem Fall schaden.

Zu diesen Ansätzen gibt es für den Trainer nur eine Alternative: Kaan Ayhan, dessen Stärken in der Innenverteidigung liegen, der aber – typisch Eintracht – auch als Möglichkeit im a) defensiven Mittelfeld und b) Rechtsverteidiger gesehen wird. Dieses Gedankenspiel kann das oben Gesagte nochmals durcheinander wirbeln. Denn es geht ja genau um die Triangel der drei Positionen IV, RV und DM. Im Prinzip geht es also um Ayhan, sowieso um den Sinn seiner Verpflichtung. Denn: Wozu hat man den Schalker verpflichtet, wenn nicht für eine Situation, in der ein Stammspieler wie David Abraham ausfällt? Oder wird aus Kaan Ayhan ganz schnell Koan Ayhan? Wer die Fan-Foren von S04 zu dem Spieler durchliest, weiß Bescheid: Innenverteidiger könne er gut, im defensiven Mittelfeld fehle es ihm an Gedankenschnelligkeit und als Rechtsverteidiger gehe er gar nicht, weil – Überraschung, Überraschung – ihm das Tempo, die Flinkheit fehle. Kurzum: Von der reinen Veranlagung und Positionierung her, müsste Ayhan neben Carlos Zambrano ins Abwehrzentrum rücken, Russ – all seinen ballbetreffenden Schwächen um Trotz – eines weiter vorne bleiben und Ignjovski Rechtsverteidiger spielen.
Das Szenario Haris Seferovic wieder als Stürmer in die Startformation zu nehmen, Alexander Meier als zentral Offensiven, Marco Fabian auf Linksaußen und Huszti als zweiten Sechser auflaufen zu lassen, erscheint demgegenüber als sehr unwahrscheinlich. Das ist erstens zu viel Kader-Karussell und zweitens ist speziell Huszti und speziell neben einem 6er-Nebenmann Marc Stendera kein überaus zweikämpfendes Ekelpaket(s-Duo), schon gar nicht defensivtaktisch geschult genug.

Um also das schwache Wortspiel gepaart mit einer ausgelustschten Shakespeare-Floskel nochmal ans Textende zu stellen: Kaan Ayhan oder Koan Ayhan, das ist für Veh die Frage.

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2 Kommentare

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2 Antworten zu “Zentrale Frage im Abwehrzentrum

  1. F. N.

    Koan Ayhan wird die Antwort lauten und ab 1.7. ist er wieder Schalker

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