Kriechend ans Ende

Das spielerische Nichts. Wer noch den Beweis erbracht haben möchte, dass Eintracht Frankfurt kein Willens-, sondern ein Fußballproblem hat, darf jetzt keine Fragen mehr haben. Man kriecht in den Abstieg.

0:0 und eine, mit gutem Willen zwei Torchancen in einem
Heimspiel gegen einen mauen, müden, matten Gegner aus Gelsenkirchen. Einem Team, dem die Verunsicherung bis zur Einwechslung von Max Meyer und Leroy Sane wie auf die Gesichter tätowiert stand. Doch auch wenn die SGE, weil sie erstmals seit Monaten Pressing spielte, vor allem in Abwehr und zentral defensiven
Mittelfeld ihr bestes Spiel seit langem machte – nach vorne geht nichts, Null, nada. Initiiert Marco Fabian nicht irgendetwas, geschieht nichts auf dem Feld. Einheitstempo (Trott) gepaart mit Durchsichtigkeit und Ungenauigkeit.

Huszti, Seferovic, Stendera … blass ist geschönt. Aber wie die ganze Saison schon, ist es unangebracht, sich an einzelnen abzuarbeiten. Die Mannschaft funktioniert spielerisch nicht, das kann auch vom sichtbaren Zusammenhalt nicht übertüncht werden. Keine Vertikalität kommt ins Spiel, kein Passspiel über 3,4 Stationen, sowieso keine Tempowechsel, die Standards sind eine Katastrophe. Es gibt insgesamt keinen Plan außer „irgendwie den Ball nach vorne bringen“, was gegen Schalke aber deren Einwechselungen von Meyer und Sane hieß: endgültig nur noch Langholz auf Meier oder Seferovic. Und wie oben geschrieben: diese Partie war noch eine der Besten in den vergangenen Monaten.

Nach zwei Heimspielen mit zwei Punkten, 0 Toren und ebenso viel Torgefahr gegen blasse Gegner ( HSV und S04) kommt die Mannschaft dem Abstieg näher.
Auch eine Entscheidung gegen / für den Trainer schiebt sich angesichts der „nicht Fisch, nicht Fleisch“-Spiele immer weiter auf.

Merke: Der Tod verrichtet sein Werk langsam, aber er verrichtet.

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9 Kommentare

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9 Antworten zu “Kriechend ans Ende

  1. angst und bange

    Volle Zustimmung.
    Gegen wen meint man drei Punkte holen zu können, wenn nicht gegen diese Schalker?
    Ich frage mich zudem, was trainieren die Buben die ganze Woche?
    Kein Spieler läuft in Freiräume oder erzwingt solche durch einfaches Kreuzen. Da ist offensichtlich kein Spielverständnis, kein Plan.
    Vielmehr laufen alle möglichen Anspielpartner scheinbar unkoordiniert vom Ballführenden weg ohne ihm eine Anspielmöglichkeit zu bieten oder Gegenspieler zum mitlaufen zu zwingen.
    Das ist für jede Kreisliga Abwehr zu durchschauen und zu verteidigen.
    Freistöße und Ecken bleiben weiterhin ungefährlich.
    Warum sind eigentlich 98 % unserer Einwürfe spätestens nach drei Sekunden beim Gegner?
    Herr Veh, kann man so etwas nicht eventuell trainieren?
    Schuster in Darmstadt, Hasenhüttl in Ingolstadt, Dardei in Berlin, Schmidt in Mainz und und und können es scheinbar.

    Was hindert sie mit ihrer riesigen Erfahrung?
    Weshalb darf Herr Oczipka weiterhin trotz katastrophalen Defensivverhaltens und miserablem Offensivspiels weiter wurschteln?
    Warum werden Standards nicht bis zum Erbrechen geübt?
    Wenn es spielerisch nicht läuft, könnten die Herren Berufsfußballer vielleicht noch eine Exttraschicht Standards anhängen, oder?!
    Raus aus der Wohlfühloase und trainieren!
    Nehmt Euch ein Beispiel an echten Sportlern, die teilweise neben einem Fulltimejob richtig (nicht nur an der Playstation) trainieren.

    Wenn es weitergeht wie bisher, steigen wir ganz gemütlich und wohlverdient ab.
    Danke dafür.

    • angst und bange

      Die Frage bezüglich des Trainings hat sich schon erledigt.
      Auszug aus einem Bericht bei sge4ever.de zur Pressekonferenz:
      „„Wir können nicht groß trainieren„, bedauerte Veh und kündigte ein Trainingsspiel an. Es gehe vor allem um die Regeneration, ein intensives Training wäre kontraproduktiv – auch im Hinblick auf die Tatsache, dass der starke Gegner zwei Tage mehr Pause gehabt hatte.“

      Das heißt dann also, wir ergeben uns bereits im Vorfeld unserem Schicksal. Da konnten wir wirklich nichts machen. Echt jetzt.
      Zudem ist Meier verletzt.
      Na dann. Diesmal sind also die Spielansetzung, bzw. die englische Woche und, das hatten wir aber schon, die Verletzten für unser schlechtes Spiel verantwortlich.
      Ausreden haben wir folglich genug. Wenn ich das schon wieder lese.
      Bleibt doch gleich zuhause!

      Übrigens heißt der Trainer der Hertha „Dardai“, nicht „Dardei“, wie ich fälschlicherweise schrieb. Für diesen und alle anderen Fehler im Text und den unausgegorenen Schreibstil bin aussschließlich ich verantwortlich, weil ich ich mich den ganzen Tag so furchtbar über die Handelnden meines Vereins aufrege.

  2. Helmut Sonneberg

    Sie sprechen mir aus der Seele, aber was sollen wir Anhänger tun.Wir Leiden! Wenn der Verein sich selbst zerfleischt und der in 26 Jahren erfahrene Trainer kein Konzept,keine Linie und kein System hat ,hilft nur ein Wunder. Und Trotzdem hoffen wir noch.

  3. anna

    omfg… heldt ante portas im hessischen „heimspiel“… bald regnets frösche…

  4. Werner

    Da Alles mit Allem zusammenhängt
    – Aufsichtsrat, Vorstand, Sportdirektor, Trainer, Mannschaft… in dieser Reihenfolge –
    bleibt auch keine Hoffnung.
    Die rasante Entwicklung des Fußballs in der Bundesliga wurde in Frankfurt, über Jahre, konsequent verschlafen.
    Entwicklungen von Taktik, Technik, Schnelligkeit, besonders Grundschnelligkeit (auch mental) haben in Frankfurt nicht nicht stattgefunden.

    Bei der Eintracht muss eine komplette Personalerneuerung her, in der Administration und auf dem Platz.

  5. Herr Schnitzelmann

    wenigstens eines kann man in Frankfurt sehr gut, sich selber absteigen…

  6. F.N.

    Nichts ist passiert, Hannover und Hoffenheim zeigen sich stark verbessert; ansonsten alles beim Alten. Tristesse pur

  7. Jermaine Jones Junior

    Am Ende der Saison werde ich weinen. Im Guten wie im Bösen. Es hat sich bisweilen sehr viel Frust bei mir angestaut. Und die Saison ist lange noch nicht zu Ende. Wie soll ich das durchstehen? Der Witz ist, dass ich mittlerweile einsehe (diesmal emotional), dass selbst Lucien Favre uns nicht retten könnte. Es hilft nur ein Wunder. Ich glaube ich werde morgen im Kölner Dom eine Kerze anzünden und beten.

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