Verzweifelt zum Status quo

Eintracht Frankfurt ist nach dem nächsten Unentschieden gegen eine biedere bis schwache Mannschaft so gut wie abgestiegen. Gegen eine B-Elf des FC Ingolstadt konnte die SGE froh sein, nicht schon 0:2, 0:3 zurückzuliegen, bis der Mut der Verzweiflung erst zu einer Druckphase, die nach Monaten des Ausbleibens mal wieder als solche bezeichnet werden konnte, dann zum Ausgleich, dann zum Audi-Platzverweis und zu 2,3 vergebenen SGE-Großchancen geführt hat. Alexander Meier wird sich im Krankenbett winden, wenn er sieht, wie grottenschlecht ein Haris Seferovic, wie schülerhaft ein Luca Waldschmidt agiert. Es bleibt dabei: Ohne Meier ist Eintracht Frankfurt nichts wert.
Wie man es dreht und wendet, ist das Remis viel zu wenig im Abstiegskampf. Jetzt kommen sie ja erst, die guten Fußballmannschaften. Jene, gegen die es okay (gewesen) wäre, mal hier, mal da einen Punkt zu hamstern. Aber so ganz ohne Sieg gegen die direkte Konkurrenz, gegen die machbaren Mannschaften die Klasse halten zu können? Die wochenweise Wahrung des Status quo? Nein, das wird nicht reichen. Der Relegationsplatz ist ohnehin das Maximum des Erreichbaren, aber an diesem Punkt kommt eben der Restprogrammfaktor ins Spiel.

Und Trainer Armin Veh? Mit der Startaufstellung kann er nur seinen Rauswurf provoziert haben wollen. Das lahmste Mittelfeld im Profifußball bot er auf, der Immerspieler Huszti durfte abermals 90 üble Minuten diletieren. Und Spielmacher war Marco Russ, der bezeichnenderweise als Defensivspieler das eine (Abseits?)Tor schoss. Marc Stendera, der zum Glück ausgewechselt wurde als das Spiel noch theoretisch zu gewinnen war, und Haris Seferovic sind nichts anderes als Ärgernisse. Im Gegensatz zu Marco Fabian, der wieder einmal zeigte, dass er den Ball haben will, damit etwas machen kann und sich nicht versteckt. Cojones hat in diesem Team nur dieser flinke Mexikaner. Und der Torwart natürlich, Hradecky ist schon klasse. Dazwischen: viel Mitläufertum, viel Gewürge, viel Luftangehalte. Und kein Sonny Kittel, das einzige Lichtlein der vergangenen Tage.

Aber was macht man denn mit dem Trainer nun? Sagt ihr es mir. Der Spielbeginn war in Ordnung, aber nach dem Stendera-Slapstick drei Meter vor dem Tor (kurz nach dem berechtigten Handelfmeter), war der Stöpsel – wie so oft – gezogen. Trabend in den Abstieg, hieß es dann bis zur 60., 65. Minute. Plötzlich entfachte das Team ein Feuer,das man lange nicht mehr gesehen hat.
Veh erreicht das Team wohl noch. Und gegen eine B-Elf von Ingolstadt reicht es zum minimalstem Minimum. Aber das ändert nichts daran, das dieses neuerliche Remis zu wenig ist; die Ergebnisse sind entscheidend, zumal nach so vielen bereits vergangenen Spielen. Man unentschiedet sich entschieden in die zweite Bundesliga. In der Spielklasse, die für Funktionäre wie Bruno Hübner und – Überraschung, Überraschung! – Horst Heldt wie gemacht ist.

Also, was nun? Veh raus und Markus Gisdol, der dem Vernehmen nach ja bereitstehen soll, rein? Diese Ratlosigkeit hörte man nach Abpfiff ja auch im Stadion: unentschlossene „Armin raus“-Rufe. Tja. Weder Spiel, noch Ergebnis noch Entscheidungsweg sind Fisch oder Fleisch. Status quo eben.

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25 Kommentare

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25 Antworten zu “Verzweifelt zum Status quo

  1. Pohl

    Der Albernheit halber.Wie wäre es denn mit Tommy Oral?Der ist nun zu haben, und hat ja dem Vernehmen nach auch Angebote aus dem Inland.

    Der braucht nicht mal umzuziehen.Die zweite Liga kann er auch.Eintracht Frankfurt kennt er aus dem FF, der Joel Gerezgiher hat ihm den Eintracht-Code, wie Verein und Mannschaft so ticken, verklickert.Darüber hinaus war er ein Jahr lang erfolgloser Magath-Eleve beim Quälix auf dem Inselreich.

    Den Übergang in Liga 2 schurt dann der Alexander.

    Ein neuer Vorstand?Roland Koch hat doch immer noch nix Gescheites zu tun.Ahnung hat er auch keine vom Metier,wie damals beim Bilfinger,also passt das doch.

    Auf Sicht dann noch eine Fusion mit den Kollegen aus Offenbach.Die wollen doch endlich raus aus der Regionalliga Südwest.Mal was Sinnvolles für unsere Hessische Heimat tun.

    Glück auf und Bembel Alaaf!

    lg
    Pohl

    • Jermaine Jones Junior

      Booooaaahhhh was ein Sarkasmus 😀
      Der Abstiegskampf hat dich aber in ein Schock-Zustand versetzt 😉

  2. Hungerdunger

    Gisdol, Luhukay, Keller….ich weiß nicht. Favre wäre mein Favorit. Etwas unkonventionell als Idee, aber wäre K. Toppmöller… ;-))

    • Oka

      „Sport1“ bekräftigt derweil, dass der zuvor schon genannte Kosta Runjaic im Fokus der Eintracht steht. Der 44-Jährige war bis Ende September 2015 beim Zweitligisten 1.FC Kaiserslautern tätig, wo er zurücktrat.
      von transfermarkt.de

      Der war doch auch im Gespräch als dann letztendlich Veh geholt wurde… Scheint eine Lösung zu sein.

    • Sebastian Weber

      So weg ist er!!!!!!!!!!

  3. Hungerdunger

    Auch ich glaube, dass das der Abstieg war. Veh sollte jetzt abgelöst werden, denn es braucht einen fähigen Psychologen und Motivator für die Endphase der Saison. Wenn M. Russ sagt, das Team steht zum Trainer, lügt er sich selbst in die Tasche. Der jetzige ist zu festgefahren mit seiner Aufstellung (Schnecken-Mittelfeld samt Harmlos-Sturm), es hat sich in den letzten Spielen nichts geändert. Daran sieht man, dass er einfach nichts mehr bewirken kann. Herri und Hübner sollten auch vorzeitig gehen.
    Man sollte jetzt den Neuanfang wagen. y

  4. anna

    letztlich ist es egal, welcher wechsel wann, wie und warum (nicht) funktioniert hat, ob er die spieler tatsächlich erreicht, vielleicht sogar das noch maximal mögliche aus dieser mannschaft herausholt und wie symphatisch veh grundsätzlich ist. die letzte patrone muss jetzt in den lauf. herri weiß das. veh ist spätestens montag geschichte. da sollte kein zweifel bestehen.

    gisdol? ach gott.. aber von mir aus. es ist fast egal, wer den messias gibt und zumindest für einen moment die reservebank ekektrisiert.

    • Tayfun Korkut wird gerüchtet. Und … Niko Kovac.

      Mich macht das alles ziemlich fertig 😀

      • Herri, der olle Sparfuchs, will doch nur, dass Alex Schur am Ende wie eine gute Idee aussieht. 😉

      • Jermaine Jones Junior

        Wie wäre es mit Stefan Effenberg? 🙂 Immerhin hat er mal bei „Wetten dass…?“ darauf gewettet, dass Eintracht Frankfurt Deutscher Meister wird. Die Wette hat er verloren. Seither trägt er den Spitznamen „Tiger“, weil er dessen Muster sich auf den Kopf reinfärben ließ.

    • Oka

      Korkut oder Kovac lasse ich mir noch gefallen aber Gisdol der schon in Hoffenheim nicht viel hinbekommen hat…

      • Jermaine Jones Junior

        Korkut? Bah nee… Das letzte, was die SGE braucht, ist ein Trainer ohne Menschenkenntnisse.

  5. Anonymous

    Ich verstehe auch nicht das Seferovic/Husti durchspielt und nicht die letzten 20 Minuten mit einem frischen Stürmer agiert wird?
    Warum wechselt Armin so ungern aus ???
    Ist die Bank so schlecht???
    und die ist nur für den Notfall? Falls sich jemand verletzt???

  6. Oka

    Ich denke auch, dass Veh uns vor allem Aufstellungs- sowie auswechselungstechnisch nicht gut tut. Hier Stimme ich voll und ganz zu und sehe einen Rauswurf positiv.

    Allerdings finde ich malst du alles sehr schwarz in den letzten Posts, mir hat es zwar auch ziemlich den Optimismus geraubt die Jungs da 60 min lang wie Falschgeld rumtraben zu sehen. Allerdings konnten wir alle feststellen, dass so ein Tor Wunder bewirken kann, die Jungs haben zwar uneffektiv und ungenau danach aufgespielt, jedoch wie befreit. Jede oczipka Flanke kam leider viel zu flach. Darauf lässt sich aber aufbauen. Außerdem habe ich mir nach dem Spiel unser rest Programm angeschaut und mit Hannover, hoffenheim und Darmstadt kommt uns die ganze direkte Konkurrenz ja noch vor die Flinte, in diesen Spielen müssen die Jungs dann endlich mal abdrücken.

  7. Sebastian Weber

    Also nach dem Interview von Hübner gerade bei Sky, denke ich steht Vehs Beurlaubung fest. Das Spiel heute habe ich lange nicht so negativ gesehen wie du. Aber auch ich habe bis auf das aufbäumen gegen 10 Mann nicht sehr viel gesehen was für Veh gesprochen hätte. Wir haben wieder versucht Tore zu erzielen und uns nicht nur hinten eingeigelt, dafür waren Wir dann wieder anfälliger und hätten ohne Hradecky tatsächlich 0:2 hinten gelegen.

    Die zweite Halbzeit war dann besser, aber mein erster Aufreger über Veh kam kurz vor dem Tor, es steht 20 Minuten vor dem Ende 0:1 Zambrano muss raus, und wer kommt in diesem wichtigen Spiel in dem man sich hätte von unten absetzen und den Vorsprung auf das rettende Ufer klein halten können? ein defensiver Medojevic. Zambrano hat Veh bei der Hasebe Aktion, die für mich nach Kopfstoss aussah, informiert also konnte er das Tor nicht erahnen. Und dann hat man Kittel und Gacinovic auf der Bank und könnte den Druck nochmal erhöhen. aber man lässt Huszti durch spielen und geht eben mit nur einem Punkt nach Hause. Veh muss weg da hilft alles nichts.

    • Die Hübnersätze fallen mir schwer zu deuten. Nur in Kombination mit der Veh-Aussage, er wisse nivht, ob/wie es für ihn weitergeht, ist da wohl eine Tendenz klar …

      • Sebastian Weber

        Hier im Stadion machen hartnäckig Gerüchte die Runde, dass Veh gehen muss, egal wie das Spiel ausgeht. Spannender Tag. Das muss Carsten Schellhorn getwittert haben vor der Partie. Dazu die Veh Aussage und das drumherum reden von Hübner geben denke ich ein eindeutiges Bild. Wir werden im laufe des Abends oder morgen früh von Vehs entlassung hören

  8. Jermaine Jones Junior

    Eine mögliche Antwort: Veh sollte gefragt werden, ob er sich den Klassenerhalt WIRKLICH noch zutraut. Falls nein – und das wäre eine ehrliche Antwort – dann sollte er von sich aus gehen. Mein Gott, in dieser Situation gibt es keine ideale Lösung, aber es geht nicht um Armin Veh, dem es finanziell gut geht, sondern sportlich und betriebswirtschaftlich um die kapitalmarktorientiere Gesellschaft Eintracht Frankfurt Fußball AG.
    Heute habe ich mir eine Milchmädchenrechnung einer Boulevardzeitung durchgelesen. Der finanzielle Schaden würde bei einem Abstieg sich auf bis zu 70 Mill. Euro belaufen. Wenn Armin Veh glaubt, er würde es noch packen, dann überschätzt er sich. Dann, und nur dann muss er beurlaubt werden.

  9. Knoppy

    Was macht man mit dem Trainer? Das was glaube ich jeder von uns denkt: Raus mit ihm. Leider nicht Neues. Ich denke, dass Heri nach dem Gladbach Debakel ENDLICH gezwungen ist, seinen Rotwein Buddy mit einer fetten Abfindung wieder mal in den Zwangsurlaub zu schicken. Danach kommt das 6 Punkte Spiel gegen H96 mit wem auch immer an der Seitenlinie. Sollte Veh uns noch gegen H96 coachen, dann bin ich mir zu 100% sicher, dass wir nächste Saison uns u.a. auf 48 Fans von Sandhausen freuen dürfen.

    • Ich weiß nicht,ob ich das denke. Irgendwie schon, ja. Aber dann auch irgendwie nicht. Wie gesagt, Veh scheint das Team zu erreichen bzw. die machen und tun ja auf dem Feld. Sie können nur halt unsagbar wenig am und mit dem Ball. Wird das mit einem anderen Trainer, etwa dem kolportierten Markus Gisdol anders/besser? Diese psychisch so labile Truppe, ob die das verkraften würde? Ich bin da wirklich total unschlüssig. Mein Bauch sagt mir ja, Veh raus. Mein Kopf sagt mir, nein, wenn, kann dem Team die Rettung nur mit dem Trainer gelingen.

      • Jermaine Jones Junior

        Mein Bauch sagt mir, dass mir eine Trennung Leid tun würde. Der Aufstieg und die Teilnahme am UEFA-Cup sind mit ihm verbunden. Mein Kopf sagt, dass eine Abwechslung der Mannschaft gut tun würde. Ich glaube, dass ginge aber nur mit einem „harten Hund“. Als solcher gilt Gisdol, glaube ich.
        Mir hat die Trennung von Jörg Berger (Gott habe ihn seelig) damals in der Saison 1999/2000 auch weh getan, aber Felix Magath (den ich nie mochte) hat die Turn-Around mit straffen Methoden geschaft. Eine Analogie zu dieser Saison könnte man also wiederherstellen.

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