Die Theorie des Besserwerdens

Unausweichlich ist sie wohl gewesen, die Entlassung von Trainer Armin Veh als Trainer von Eintracht Frankfurt. Wie schon 2011 kommt die Entlassung nicht nach einer Niederlage, sondern nach einem Punkt…nunja…“gewinn“ (damals, gegen St. Pauli, geschah es nach einem geradezu absurden Sieg). Konstruierte Parallele, ja.

Es bleibt zu hoffen, dass das dieser Mannschaft nicht den entscheidensten Knacks gibt. Liest man die Äußerungen von Marco Russ, immerhin Vize-Kapitän, und Carlos Zambrano, auf seine Weise ebenfalls ein Anführer, darf man berechtigte Zweifel an einem nun eintretenden sportlichen, spielerischen Schub haben. Natürlich werden die Spieler mit dem Trainerwechsel professionell umgehen, sich auch den Anweisungen eines neuen Trainers fügen, diese so gut es geht umsetzen. Problem: Sie müssen angesichts des Tabellenstands und dem Restprogramm durchs Feuer gehen, so oder so, nun müssen sie es aber noch mehr nur für sich selbst als für einen Trainer, den sie – mutmaßen wir das mal – schätzen, tun. Technokratie statt treue Gefolgschaft. Ob das funktioniert?

Denn bei aller Kritik, die Armin Veh sich berechtigerweise gefallen lassen muss: Erreicht hat er die Mannschaft, jedenfalls die immerselben 12,13 Spieler noch. Eintracht Frankfurt hat weit mehr ein Qualitätsproblem als ein Trainerproblem. Und daran ändert logischerweise ein neuer Übungsleiter auch nichts. Der macht Marc Stendera, der aber ohnehin verletzt ist, nicht schneller. Er bringt Haris Seferovic nicht das Schießen bei und Szabolts Huszti wird seinen überschrittenen Zenit nicht mehr unterschreiten. Die Theorie, dass nach einem Trainerwechsel plötzlich Spieler aus der zweiten Reihe die Kohlen aus dem Feuer holen könnten, sie gestärkt werden, ist auch nicht mehr als eben eine Theorie. Jedenfalls bei Eintracht Frankfurt. Wer sollte das denn sein? Es ist ja nicht so, dass man nicht alle Spieler schon gesehen hätte seit Saisonbeginn. Luca Waldschmidt, Sonny Kittel, Mijat Gacinovic – da, bei den jungen bzw. dauerverletzten oder leichtgewichtigen Leuten hört es doch mit der Zuversicht schon auf. Stefan Reinartz und Luc Castaignos, die vielleicht dann auch irgendwann mal wieder gesunden und ausgerechnet dann und auf einmal den Leistungsknopf entdecken? Sicher nicht. Und die Ex-Topleute wie Stefan Aigner oder Makoto Hasebe in die Spur bringen? Dahin zielt jedenfalls die letzte Patrone, die im Lauf liegt.
Es wird in einem Mix aus überschaubren personellen Veränderungen (Huszti beginnt in keinem Spiel mehr), Formationsfestlegung (4-2-3-1 mit einer Doppelsechs, die Hasebe beinhaltet), defensiver Spielweise mit einem via Training zu etablierendem Konterspiel samt (Darmstadt’esken) Standardsituationen sowie einer neuen Ansprache sein, enden. Wenn aber nicht mindestens zwei, drei Spieler leistungsmäßig geradezu explodieren – speziell wenigstens eienr der beiden Außenbahnmittelfeldspieler und ein Zentraloffensiver – wird das alles nichts bringen.

Die Kandidaten, darunter die scheinbaren Favoriten, die das bewerkstelligen sollen, sind ja wahrlich schnell gefunden:

Tayfun Korkut (weil man den sich schonmal vorstellen konnte, wieso auch immer)

Kosta Runjaic (weil siehe oben – und Bekannter von Sportdirektor Bruno Hübner)

Markus Gisdol (kurzer Funken in der Geld-spielt-keine-Rolle-Hoppenheimtruppe)

Jos Luhukay (seit einem Jahr ohne Job)

Jens Keller (seit eineinhalb Jahren ohne Job)

Mirko Slomka (seit eindreiviertel Jahren ohne Job)

… und diese skurrille Nummer mit dem Kraoten Niko Kovac.

Wenn es hilft, bitte. Ich weiß immernoch nicht, ob jetzt etwas besser, oder ob es noch schlimmer wird. Am Samstag, nach dem Spiel im Borussiapark, wissen wir mehr. Gab es einen Effekt, einen Funken, eine Trendwende oder wenigstens ein Trendwendchen? Klar ist ja, dass nach so einem Trainerwechsel innerhalb von zwei Spielen eben jene Positiventwicklung eintreten muss – in Form von Sieg(en). Und nach Mönchengladbach kommt ja Hannover; das ist nun wahrlich für jeden ein Pflichtsieg, womit nur die BMG als Fingerzeiger für die SGE taugt. Na Prostmahlzeit.

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13 Kommentare

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13 Antworten zu “Die Theorie des Besserwerdens

  1. Anonymous

    transfermarkt listet die erfolgreichsten gerade verfügbaren trainer wie folgt auf. wieso nehmen wir nicht den da ganz oben???

    http://www.transfermarkt.de/trainer/verfuegbaretrainer/statistik

  2. Jermaine Jones Junior

    Kurz und knackig: Jens Keller als Chef, Alex Schur als Co.

  3. anna

    bla und blubb. jetzt hilft tatsächlich nur noch hoffen und beten, dass der letzte schuss sitzt. wer auch immer (kommt) und wie auch immer (das einen effekt hat). ich habe wirklich gegen jeden der genannten vorbehalte aber bin bereit für den vertrauensvorschuss und empfinde sowas wie vorfreude auf das nächste (heim)spiel. gegen bmg erwarte ich nichts, da bin ich anderer meinung als du. drei vier tage training und dann auswärts gegen eine gefestigte mannschaft… wer kann zaubern? schaaf muss dann zerpflückt werden, soviel steht fest, dann haben wir (noch) alles in der eigenen hand. bis dahin halte ich mein maul und werde nicht rummeckern. eintracht. peace.

  4. TK Idstein

    Für mich ist der Zug abgefahren.
    Ansonsten stimme ich mit Hungerdunger inhaltlich überein.
    Es war geplant mit mehreren Familien zum Hoffenheim Spiel zu gehen…
    …haben wir abgesagt wegen der befürchteten schwarzen Pyro die Dir den Atem nehmen wird…

  5. Herr Schnitzelmann

    Da man in Frankfurt „schnell“ einen Nachfolger für Veh präsentieren möchte wird sich das sicherlich bis zum 33 Spieltag hinziehen. Dann werden wir wissen, wer als Chefcoach noch zwei Spiele in Liga 1 und ganz ganz viele Spiele in Liga 2 —- 3 —— machen darf.

  6. Hungerdunger

    Kittel, Gacinovic, Waldschmidt, Djakpa und Ignjovski müssen !! spielen in den nächsten Matches.
    Wenn einer ausser Form ist, auf die Bank oder Tribüne mit ihm (z.B. Oczipka & Stendera).
    Und Russ sollte auf keinen Fall ins defensive Mittelfeld. Dort entscheidet sich, wie schnell ein Gegenangriff entstehen kann, da braucht man Leute, die mit dem Ball umgehen können und schnell sind (im Kopf und Beinen). Hier hat es bisher am meisten gehapert…..der neue Trainer muss hierfür dringend ein Lösung
    finden. Und wenn es mit unkonventionellen Umstellungen gelingen sollte…

  7. Hungerdunger

    Dann wär‘ ich für K. Toppmöller,
    seit 6 Jahren ohne Job….. ;-))

    ….aber irgendwie… find‘ ich diese „Schnapsidee“ dann doch spontan gar nicht mal so uninteressant…!!
    Garantiert besser als die bisher in Erwägung gezogenen….!

  8. hasebe als lv, huszti auf der 6 neben russ / medo (wir haben keine besseren, aber alle können tore schießen), gazinovic und kittel sind schnell und können im 1:1 bestehen.

  9. Werner

    Es gibt keinen Grund Veh eine Träne hinterher zu weinen. Er hat zusammen mit Bruno Hübner das Personal zusammengestellt, dass sich als nicht bundesligatauglich herausstellt. So viele behäbige Spieler, im Vergleich zu anderen Bundesligisten, zweite Liga eingeschlossen. Ich unterstelle Veh suchte aus und Hübner erfüllte. Hier greift aber eine Mitverantwortung des Sportdirektors. Sonst könnte ja auch ein „Kaufmann“ diesen Job erledigen. Das ist ein klarer Beleg dafür, dass es keine Philosophie in diesem Club gibt.

    Die Gesamtsituation lässt nichts Gutes erhoffen. Auch ein neuer Trainer macht aus Traber keine Galopper. Die Eintracht bräuchte auf allen Führungspositionen neue, kompetente Leute. Erst dann ist gewährleistet, das ein passender Trainer gefunden werden könnte. Aber diese Reihenfolge ist schon hinfällig, da die jetzigen Dilletanten wohl diese Woche noch den neuen Trainer installieren werden. Also die logische Reihenfolge eines erforderlichen Revirements ist schon falsch.

    Aber was ist schon richtig in diesem Club?

  10. sonny 84

    Die Angst um Den Abstieg lies mich nicht schlafen.

  11. sonny 84

    Der neue Trainer wer es auch sei ist doch die ärmste Sau in diesem nach allen Gesichtspunkten Desolatem Verein. Beginnen wir mit einem Schwadronieren Präsidenten Er lasse sich seinen Verein nicht kaputt machen. Setzen wir die reihe Fort, der stets um Kontinuität bemühte große Vorsitzende hat doch mit einer überzogenen Sparpolitik einen Teil Mitschuld am Einkauf mittelmäßiger Spieler, oder auch einem Herrn namens Hellman der Kontakte in aller Welt herstellen will und nicht Liefert. Oder einem Herrn der mit Genus scheinen Jongliert und zu keinem Ergebnis kommt. Ein Sport Direktor der aussortierte Spieler uns als sehr guten Einkauf Vermitteln will. Und einem (ehemaligen)Trainer, der uns in der Vergangenheit immer wieder wissen ließ Das er in 26 Jahren schon genug Erfahrung besitze um das Steuer herum zu Reißen. alles in Allem ein seit Jahren in Starrheit dahin Siechender Verein. Und nun soll ein neuer Trainer die Kuh vom Eis Hohlen wer es glaubt? Zu wünschen wäre es, weil unsere mit Herzblut Geschriebene Anhängerschaft zu sehr Leidet wenn ein Abstieg den Verein um 10 Jahre Zurückwirft.

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